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Sonntag, 22. Juli 2018 24° 4

Narren

Tausende feierten beim Gaudi-Endspurt

Mehr als 3000 Menschen kamen am Dienstag zum Faschingszug nach Wenzenbach. Neben all dem Spaß wurde es auch politisch.
Von Katharina Eichinger

Das Thema Jamaika-Koalition wurde von den Narren im Landkreis am häufigsten aufgenommen – so auch beim Faschingszug in Wenzenbach, zu dem am Dienstag mehr als 3000 Besucher kamen. Foto: Daniel Steffen
Das Thema Jamaika-Koalition wurde von den Narren im Landkreis am häufigsten aufgenommen – so auch beim Faschingszug in Wenzenbach, zu dem am Dienstag mehr als 3000 Besucher kamen. Foto: Daniel Steffen

Wenzenbach.„Radi Radi“ hieß es am Dienstag in Wenzenbach. 19 Gruppen schlängelten sich durch den Ortskern. Tausende Kinder, Eltern, Großeltern und Jugendliche standen an den Straßen und feierten den Faschingsendspurt in ihrer Gemeinde. Bonbons, Gummibärchen, Schokoriegel, Schnaps, Popcorn, Rosen – so vielfältig wie die Gaben, die die Maschkerer verteilten, waren, so bunt waren auch die Kostüme der Zuschauer. Nicht nur die teilnehmenden Gruppen hatten sich etwas einfallen lassen, sondern auch viele einzelne Besucher. So hatte sich der vierjährige Johannes als Roboter verkleidet, die siebenjährige Mia kam als Prinzessin und der elfjährige Sebastian stand als Superman mit seinem Papa an der Straße.

Die Kinder wussten genau, was sie vom Faschingszug erwarteten. „Radi Radi“ riefen sie immer wieder – eines lauter als das andere. Als die Mutter der achtjährigen Marie nach 15 Minuten meinte, dass ihre Tüte ja schon voll sei, schüttelt das Mädchen energisch den Kopf: Nein, da passt noch viel rein. Sie feierte schließlich ihren Geburtstag.

Das Kinderprinzenpaar ganz vorne

Ganz vorne im Zug fuhren Prinz Maximilian I. und Prinzessin Rebecca I. im Prinzen-Cabrio mit. Die beiden Zehnjährigen sind schon zum vierten Mal beim Wenzenbacher Faschingszug dabei – doch als Kinderprinzenpaar ist das etwas ganz Besonderes, sind die Kinder sich einig. Spektakulär war die Verkleidung der Mitglieder des Fanclubs „Piratenfluch Regensburg“. Die Truppe um Gerlinde und Kurt Knott stellt die Figuren der „Fluch der Karibik“-Filme nach – jedes Jahr kommen drei neue Kostüme hinzu.

Weitere Impressionen vom Faschingszug sehen Sie in unserer Bilderstrecke:

Faschingszug in Wenzenbach

Doch hinter all dem Spaß am Wenzenbacher Faschingszug steckt bei vielen Gruppen auch Ernstes. Der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Wenzenbach setzt sich für die Bienen ein – und hat sich deswegen auch in Schwarz-Gelb gekleidet. „Wir nehmen die Chemie auf die Schippe“, sagt Imker Heinz-Joachim Daschner. „Wir brauchen keine Chemie im Garten, und das zeigen wir. Wir schützen die Bienen.“

„Das Steinzeitmobil wird kein neuer Dienstwagen.“

Sebastian Koch, Wenzenbachs Bürgermeister

Wenzenbachs Bürgermeister Sebastian Koch war als Fred Feuerstein verkleidet im passenden Auto unterwegs. Der Grund für diese Verkleidung ist der Stress am Roither Berg. Er erzählte: Die Bürger des künftigen Neubaugebiets seien in Sorge gewesen, dass die Energieversorgung in den Häusern nicht funktioniert, und hätten kritisiert, dass Wenzenbach in die „Steinzeit“ abrutsche. „Natürlich nehmen wir das Thema ernst“, sagt Koch. „Aber ich denke, das ist ein guter Weg, um das humoristisch aufzunehmen.“

Organisatoren sind zufrieden

Am Ende des Nachmittags war Koch zufrieden: „Das Wetter war perfekt, insgesamt war es ein gelungener Faschingszug.“ Gerade das Familiäre mache den Zug in Wenzenbach aus. „Man kennt jeden, jede Gruppe, jeden Zuschauer.“ Nur das Feuerstein-Auto wird er so schnell nicht als Dienstwagen nehmen: „Es war dann doch etwas strapaziös im Steinzeitmobil.“

In unserem Video sehen Sie Impressionen:

Faschingszug in Wenzenbach

Auch der Zug-Verantwortliche Richard Stang ist zufrieden, er schätzt, dass zwischen 3000 und 3500 Menschen zugesehen haben. Vor allem die vielen Kinder an den Straßen behält er in positiver Erinnerung. Mario Puchinger, neuer Schützenmeister des Schützenvereins Weihertal, der den Zug organisierte, schließt sich Stangs Urteil an. „Besonders gefreut hat mich, dass der Johanniter-Kindergarten in diesem Jahr mitgelaufen ist.“ Und auch von der Polizeiinspektion Regenstauf gibt es vom Faschingszug nichts zu vermelden. Gegen 15.30 Uhr war zwar der Zug vorbei, nicht aber die Gaudi. Die Zuschauer und Maschkerer feierten bei der Feuerwehr, beim SV Wenzenbach und in den Gasthäusern weiter.

Einen Überblick aller Faschingszüge vom Wochenende mit vielen Impressionen finden Sie hier.

Den besten Faschingszug gekürt

Die MZ-User konnten an einer ganz besonderen Abstimmung mitmachen. Sie kürten heuer den besten Gaudiwurm in der Region.Der Sieger stand am Dienstag um Punkt 18 Uhr fest: Hemau hat Platz eins erreicht. Beim Faschingszug-Voting ging es ausschließlich um Ruhm und Ehre. Hier die genauen Resultate:

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