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Projekt

Mit viel Energie Energie produziert

Mit dem Projekt „EBO“ stecken die Brennberger Schulkinder auch ihre Eltern an. In der Schulaula wurden Modelle mit Energiealternativen aufgebaut.
Von Resi Beiderbeck, MZ

Die Kinder präsentieren den Eltern Wasserkraft im Kleinen. Foto: Beiderbeck

BRENNBERG. Das Pilotprojekt „EBO“ (Energie Bildungs-Offensive) sorgt für Aufregung an der Brennberger Schule – und nicht nur dort. Staunend wird die Motivation beobachtet, mit der sich die Schulkinder dem Thema „Energie“ nähern. Dabei zeigen die Buben und Mädchen eine beeindruckende Kompetenz.

Durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe steigen weltweit die Temperaturen. Seen trocknen aus, das Eis an den Polkappen schmilzt, der Meeresspiegel steigt an und die Anzahl der Unwetter wird sich erhöhen. Die Brennberger Schulkinder haben sich mit diesem trüben Szenario befasst, lassen sich davon aber nicht schrecken.

Stattdessen erwerben sie im Rahmen der Aktion „EBO“ eine beachtliche Handlungskompetenz. Bei der Annäherung an die Energiewende entwickelten sie in den letzten Wochen einen Eifer, von dem sich so mancher Erwachsene eine Scheibe abschneiden könnte.

Einfache Versuche

Die Versuchsanordnung ist so einfach konstruiert, dass sogar Erwachsene kapieren, wie ein Windrad funktioniert. „Schau Mama, des is der Generator“. Beim öffentlichen Projekttag dürfen Eltern ihren Kindern trotzdem Fragen stellen. „Und warum ist der Mast des Windrades so hoch?“, will ein Gast wissen. „Weil der Wind weiter oben viel stärker bläst. Ist doch logisch“, erklärt Cecilia nachsichtig. „Und hier kommt der Strom raus“, ergänzt Lennard sicherheitshalber.

Es wurlt nur so in der Schulaula, an vielen Stationen sind Modelle mit Energiealternativen aufgebaut. Eine blaue Schüssel mit Wasser drin, eine leere Spritze, ein paar Schläuche und ein Generator – schon sind die „Höllbachkraftwerke“ fertig. Als sich ein Schlauch löst und das Wasser fontänenartig auf Kinder und Eltern spritzt, lachen sich alle kringelig. So macht Unterricht gleich doppelt Spaß.

„Die Kinder haben von Anfang an eine riesige Begeisterung an den Tag gelegt“, freut sich der stellvertretende Schulleiter Xaver Hirschberger, der als Projektleiter fungiert. Gemeinsam haben sie aus einer Flasche und einem Luftballon sogar eine Mini-Biogas-Anlage gebaut. Befüllt mit Küchenabfällen, Erde, einem halben Brühwürfel, Wasser und ein wenig Zucker produzierte die Flasche innerhalb von drei Tagen echtes Biogas.

Jeden Tag neu überlegen

Der wichtigste Teil des Experiments „EBO“ kommt aber erst noch, wie Xaver Hirschberger betont. „Was können wir von all dem, was wir jetzt gelernt und ausprobiert haben, in die Praxis retten?“ Der Parkplatz vor der Schule ist voll besetzt mit Autos – aber immerhin stehen dort auch fünf Fahrräder. Zu Fuß gehen, das tun aber schon viele. Einer davon ist Bewegungsfan Xaver Hirschberger selbst.

Welche Fahrten können vermieden oder zusammengelegt werden? Welche Heizkörper können heruntergedreht werden? Welche Lichtschalter können ausgeschaltet werden und wo ist ein Gerät im Stand by Modus vergessen worden? Diese Fragen müssen täglich beantwortet werden.

Kinder geben gutes Beispiel

Der Anfang ist gemacht, denn was im Schulhaus an Strom verbraucht wird, erzeugt die Sonne auf dem SSV-Dach per Photovoltaik. Vielleicht kann man am hohen Heizölverbrauch auch etwas drehen? Hier soll das Energiekonzept greifen, das in der Gemeinde Brennberg gerade startet. „Die Kinder gehen mit gutem Beispiel voran und die ganze Gemeinde soll sich ebenfalls auf den Weg machen“ wünscht sich Bürgermeisterin Irmgard Sauerer.

Schade nur, dass man die Energie, die von den Kindern in den letzten Wochen in Form von Versuchen und gedanklichen Fortschritten produziert wurde, nicht speichern kann. Vermutlich könnte man damit das Schulhaus ein ganzes Jahr lang heizen, so intensiv hängten sich Schüler und Lehrer in das Thema hinein.

Was ist EBO?

Die #Energiebildungsoffensive (EBO) trägt der Tatsache Rechnung, dass im Zuge der Energiewende der bewusste Umgang mit Energie und Umwelt immer wichtiger wird. Die Vorräte an fossilen Brennstoffen wie Erdöl, Kohle und Erdgas sind endlich. Das Projekt EBO soll den Schulkindern die Thematik für einen künftigen Umgang mit Energie näher bringen und die Diskussion zuhause in den Familien anregen.

Kindgerechtes Material

EBO will Wissen vermitteln, Bewusstsein schaffen und die Umsetzung der Energiewende bereits bei den „Kleinen“ aktiv voranbringen. Die Energieagentur hat dazu kindgerechte Unterrichtsmaterialien entwickelt.

Die Auswahl an Energiethemen reicht von Sonnenenergie, Windkraft, Wasserkraft, Biomasse bis zu sparsamem Umgang mit Energie. Klasse 3 behandelte die Themen „Wind“ und „Wasser“, Klasse 4 „Photovoltaik“ und „Biomasse“.

Projektschule Brennberg

An den Grundschulen in Brennberg und Burgweinting findet ein erster Probelauf des Projektes „EBO“ statt. Bevor die Arbeit mit den Schülern startete, wurden die Lehrkräfte in einem Workshop weitergebildet. EBO-Projektleiter an der Grundschule Brennberg ist der stellvertretende Schulleiter Xaver Hirschberger.

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