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Abstimmung

Mobilfunkmast sorgte für Zündstoff

Soll der Sendemast der Telekom auf dem Dach der Mehrzweckhalle bleiben? Im Gemeinderat Thalmassing stimmte nur eine knappe Mehrheit dafür.
Von Alex Eberl, MZ

Mobilfunk aus Thalmassing: Soll der Sendemast auf dem Dach der Mehrzweckhalle bleiben – nicht alle Bewohner der Gemeinde sind dafür. Foto: dpa

THALMASSING. Die Verlängerung des Vertrages mit der Telekom wegen des Mobilfunkmastes auf der Mehrzweckhalle stand im Mittelpunkt der jüngsten Gemeinderatssitzung. Zehn Gemeinderäte stimmten gegen die Verlängerung und sieben dafür. Über einen Bürgersteig am Kellerweg wird nachgedacht

Im Vorfeld erreichten das Rathaus zu diesem Thema 18 Zuschriften. 15 davon sprachen sich für die Verlängerung und Aufrüstung aus, drei waren dagegen, davon zwei aus dem unmittelbaren Umfeld der Sendeanlage. Vor gut zehn Jahren hatte sich nach Vertragsabschluss in einem Bürgerentscheid die Mehrheit gegen einen Mobilfunkmasten ausgesprochen. Die beiden Vertreter der Telekom plädierten für den Masten am bisherigen Standort, da er für die Funkversorgung ideal sei und er für die modernere Technik aufgerüstet werden könne.

Derzeit sendet die Anlage nur GSM und nicht UMTS und LTE. Bei anderen Standorten würde eine erhebliche Versorgungsverschlechterung eintreten, warnten die Telekomleute. Was passiere, wenn der Vertrag nicht verlängert werde, fragte Bürgermeister Alfons Kiendl.

Man werde einen neuen Standort in Thalmassing suchen, wenn möglich mit der Gemeinde, aber in letzter Konsequenz erfolge eine Verschlechterung, wenn auch kein geeigneter privater Standort gefunden werde. Wenn der Mast auf der Mehrzweckhalle bliebe, so müsse er nur mit wenig Leistung senden, um Thalmassing zu versorgen. Der Sender diene nur der Versorgung von Thalmassing selbst. Man liege mit dem bisherigen Masten weit unter den Grenzwerten; alleine der Rundfunk würde viel stärker strahlen.

Alfons Kiendl wies auf die vielfach stärkere Nutzung von Handys gegenüber vor zehn Jahren hin. Er wolle nicht verantworten, dass man im Ort nicht mit moderner Technik telefonieren könne. Man solle für den Bürger die modernste Technik besorgen. Kiendl fragte weiter, ob bei Nutzung des Giglseemastes die Strahlung stärker sei. Ja, lautete die Antwort. Das Problem sei nicht der Mast, sondern die Handys selber. Sie müssten mit stärkerer Leistung zurückfunken. Außerdem sei unsicher, ob man den Masten dort überhaupt nutzen könne, da er zu schwach sei und die Telekomantenne unterhalb der anderen Sendeanlage montiert werden müsse.

Richard Wild schlug vor, bei der Bundestagswahl im September 2013 auch einen Bürgerentscheid durchzuführen. Der Telekomvertreter entgegnete, dass man einen zeitlichen Vorlauf von eineinhalb bis zwei Jahren benötige. Für einen Bürgerentscheid stimmten abschließend nur zwei Gemeinderäte. Die Telekom muss sich also einen neuen Standort suchen.

Die CSU-Fraktion möchte am Kellerweg wegen der zu erwartenden Verkehrsbelastung einen Bürgersteig und einen Verkehrsspiegel errichten. Man sei aber nicht in Zeitdruck, informierte der Bürgermeister dazu. Johann Hendlmeier wollte vor einer Abstimmung die Dimension des Problems festgestellt wissen. Wie viele LKW zu erwarten seien, wer würde den Weg nützen, wo würde er enden?

Aus der Bergstraße erreichte eine Beschwerde über parkende Autos auf dem neu errichteten Bürgersteig das Rathaus. Dem Schreiben waren sogar Bilder der Situation beigefügt. Bürgermeister Alfons Kiendl sagte, er habe schon mit den Parkern gesprochen, genutzt habe es aber nichts. Die Polizeiinspektion Neutraubling sei informiert worden. Es wird wohl demnächst eine Streife dort Knöllchen verteilen.

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