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Premiere

My Fair Lady lebt in Hagelstadt

Die Theaterfreunde feiern mit dem Musical ihr 40. Jubiläum. Das Publikum war restlos begeistert vom Ensemble.
Von Petra Schmid

  • Das Regieteam konnte strahlen. Foto: Schmid
  • Eliza Doolittle mit Freddy Eynsford-Hill beim Pferderennen in Ascot Fotos: Petra Schmid

Hagelstadt.Wer kennt sie nicht Eliza Doolittle, die kleine, freche Göre, die vor der Oper in Covent Garden Blumen verkauft und sich zur wohlerzogenen Lady wandelt? Die bekannten Melodien wie „Es grünt so grün“ oder „Ich hätt’ getanzt heut Nacht“, die ins Ohr gehen, hat man schon oft aus dem bekannten Film „My Fair Lady“ mit der bezaubernden Audrey Hepburn gehört. Die Theaterfreunde Hagelstadt bewiesen bei der Premiere des Musicals zu ihrem 40. Gründungsjubiläum, dass My Fair Lady nicht mehr in London beheimatet ist, sondern in Hagelstadt wohnt.

Das Regieteam konnte strahlen. Foto: Schmid
Das Regieteam konnte strahlen. Foto: Schmid

Die Rede ist von Maria Fellner, die mit ihrem entzückenden Auftritt als Eliza absolut überzeugte und schnell das Publikum für sich einnahm. Im Brotberuf ist die Hauptdarstellerin, die mit ihrer Stimme, Tanz und schauspielerischen Fähigkeiten beim Premierenpublikum für Begeisterung sorgte, Realschullehrerin. Fellner war nicht nur in die weibliche Hauptrolle geschlüpft, sondern hatte seit Januar mit den Chormitgliedern und den Solisten die Gesangsstücke ein studiert. Dafür hat sie die richtige Ausbildung: Fellner, die seit rund sechs Jahren zum Ensemble der Theaterfreunde gehört, hat an der Regensburger Kirchenmusikschule Gesangspädagogik studiert. Die Arbeit habe ihr große Freude bereitet, sagt sie. Bereits bei der ersten Chorprobe habe man zweistimmig singen können und im Lauf der Zeit sei die Entwicklung der Sänger enorm gewesen. Klanglich und stimmlich habe sie von Probe zu Probe Steigerungen feststellen können. Die Probendisziplin sei hervorragend gewesen und die Sänger hätten jedes ihrer Worte förmlich aufgesaugt und schnell umgesetzt, lobte sie.

Zwei Profis an der Seite

Dass so viele Stammschauspieler gesangliches Talent haben, sei ein glücklicher Zufall. Nach der Entscheidung, das Musical zum Jubiläum auf die Bühne zu bringen, habe das Führungsteam die passenden Darsteller zusammengestellt. Diese Vorauswahl habe sich als goldrichtig erwiesen, schwärmte Fellner. Erfahrung habe das Ensemble ja bereits – denn auch früher sei schon gesungen worden, beispielsweise beim „Weißen Rössl“.

Die Besonderheiten der Inszenierung

  • Kostüme:

    Die Darsteller kleideten sich aus dem Fundus und vom Kostümverleih ein. Ein Teil der Kleider wurde extra geschneidert.

  • Bühnenbild:

    Mit Hilfe von Wechselrahmen konnte die Bühne rasch und kreativ in verschiedene Schauplätze verwandelt werden.

  • Führung:

    Regie, Choreographie und Gesang arbeiteten Hand in Hand und schufen ein unbeschreibliches Bühnenerlebnis.

Dass Fellner als Eliza und die übrigen Darsteller samt Chor vom Publikum so gefeiert wurden, ist auch Verdienst von Regisseur Johannes Aichinger und Choreographin Julia Anna Fries. Die beiden Profis wurden zum Jubiläum verpflichtet. Aichinger und Fries und das Führungsteam der Theaterfreunde sind vom gesamten Team und der Premierenaufführung begeistert. Sie sprechen von einer fulminanten und würdigen Inszenierung und Premiere für das 40-Jährige. Es sei ein emotionales Erlebnis mit Menschen gewesen, die sich wie Familie anfühlten, obwohl man nicht verwandt sei, versichern beide. Es gebe Momente, an denen man vergesse, dass Laien auf der Bühne stehen.

Mit viel liebe zum Detail wurden die Kostüme gestaltet. Foto: Schmid
Mit viel liebe zum Detail wurden die Kostüme gestaltet. Foto: Schmid

Sophie Wittmann, die nicht nur Chefin der Theaterfreunde ist, sondern selbst auf der Bühne steht, hob hervor, die Darsteller seien mit der professionellen Hilfe weit über ihre Grenzen hinausgewachsen. Das Publikum habe dies bei der Premiere mit tosendem Applaus honoriert.

Eine lebendige Darbietung

Das Ensemble habe das Publikum dazu gebracht, gebannt zuzuhören, zu lachen, Tränen zu weinen, gespannt auf die nächsten Ereignisse hinzufiebern und mit den Figuren mitzufühlen. Bei der Premiere sei ihr und ihren Schauspielkollegen und den Chormitgliedern bewusst geworden, wozu es die vielen und harten Proben gebraucht habe. Die Harmonie des Ensembles habe die Geschichte lebendig werden lassen, sind sich Wittmann, Aichinger und Fries einig.

Theater

Musical verzaubert Hagelstadt

Die Theaterfreunde stehen seit 40 Jahren auf der Bühne. Zum Jubiläum investieren sie 50 000 Euro in „My Fair Lady“.

Um solch eine Inszenierung auf die Bühne zu bringen, arbeiten freilich noch eine ganze Menge Hände mit, die nicht unmittelbar in Erscheinung treten. Was wäre der schönste Monolog oder die gelungenste Gesangsszene ohne Technik, Maske, und Bühnenhelfer? Gefordert sei auch das Bewirtungsteam gewesen, heben Wittmann und Mitorganisatorin Susanne Meier hervor.

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