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Nach Babypause mit Erfolg durchstarten

Frauen sollten sich über ihre Rechte im Klaren sein, wenn sie nach der Elternzeit wieder im Beruf tätig sein wollen. Oft sind Kündigungen unwirksam.
Von Angelika Lukesch, MZ

Das Kreuz mit den befristeten Arbeitsverträgen: Eine Befristung ohne Sachgrund ist maximal für zwei Jahre zulässig. Foto: dpa

Regensburg.Wenn eine Frau nach der Elternzeit wieder in ihrem Beruf einsteigen will, sollte sie sich über ihre rechtliche Situation im Klaren sein. Manuela Zeller ist Fachanwältin für Arbeitsrecht. Sie rät den Frauen nach einer „Familienpause“ Folgendes zu beachten: „Es gilt derselbe Arbeitsvertrag weiter wie vor der Elternzeit.

Frist beträgt drei Monate

Wurde vorher Vollzeit gearbeitet, muss auch nach der Elternzeit wieder in Vollzeit gearbeitet werden. Deshalb sollten die Frauen rechtzeitig vor Wiederantritt der Arbeitsstelle darauf achten, dass gegebenenfalls ein Teilzeitantrag zu stellen ist. Das Gesetz sieht eine Frist von drei Monaten vor.

Ein Teilzeitvertrag könne vom Arbeitgeber nicht einfacher gekündigt werden als ein Vollzeitvertrag. Ob Kündigungsschutz bestehe, hänge zunächst davon ab, ob ein Arbeitgeber mehr als zehn Mitarbeiter beschäftige. „Dann nämlich gilt das Kündigungsschutzgesetz und der Arbeitgeber braucht einen vom Kündigungsschutzgesetz anerkannten Grund, um eine Kündigung aussprechen zu können“, erklärt Zeller. Während der Elternzeit gebe es sowieso einen besonderen Kündigungsschutz, denn während dieser Zeit kann grundsätzlich nicht gekündigt werden.

Dennoch könnte ab der Arbeitsaufnahme eine Kündigung ausgesprochen werden. Gegen diese Kündigung kann jedoch innerhalb von drei Wochen Klage erhoben werden. „Es ist häufig zu einer Klage zu raten, weil die Kündigung unwirksam sein könnte, wenn kein ausreichender Grund nach dem Kündigungsschutzgesetz vorliegt – vorausgesetzt, dieses ist anwendbar,“ sagt Zeller. Lässt sich eine Frau jedoch ins Bockshorn jagen und nimmt die Kündigung ihrer Teilzeitstelle vorschnell an, kann nur innerhalb dieser drei Wochen Klage erhoben werden. Wenn man diese Frist versäumt, ist die Kündigung wirksam und es kann nicht mehr dagegen vorgegangen werden – es sei denn es fehlt an der Schriftform. „Dieser Fehler kann auch noch später gerügt werden“, sagt Zeller. Firmen, die tatsächlich familienfreundlich sein wollen, könnten dies dadurch unter Beweis stellen, dass sie flexible Arbeitszeiten ermöglichen und vor allem Teilzeitarbeitsplätze schaffen. „Perfekt kombiniert wird dies, wenn – in größeren Firmen – zusätzlich Kinderbetreuungsmöglichkeiten geschaffen werden. Es sind vor allem Kindergärten und Krabbelstuben anzuführen. Auch Heimarbeitsplätze tragen zu einem flexiblen Arbeitseinsatz gerade von teilzeitbeschäftigten Frauen sei.“ regt Zeller an. Auch die Politik könne zum Schutz von Frauen neue Gesetze erlassen oder zumindest bestehende Gesetze auf dem Prüfstand stellen, meint die Fachanwältin für Arbeitsrecht. „Das Teilzeit-und Befristungsgesetz gibt zwar einen gewissen Anspruch auf Teilzeitarbeitsstellen.

Klage belastet Arbeitsverhältnis

Jedoch kann der Weg, den Anspruch durchzusetzen, lang und steinig sein – zumal erst nach rechtskräftigem Abschluss eines Verfahrens tatsächlich der Teilzeitarbeitsplatz eingerichtet sein muss. Die Problematik besteht darin, dass jeweils die Arbeitnehmerin gegen ihren Arbeitgeber sogar gerichtlich vorgehen muss, um ihren Anspruch durchzusetzen, was ein Arbeitsverhältnis nicht unerheblich belastet und oftmals in eine Trennung mit oder ohne Abfindung mündet.“

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