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Nahwärmeangebot in Barbing erweitert

Die Blockheizkraftwerke des Klärwerks versorgten bislang die Barbinger Grundschule. Nun kommt die Feuerwehr dazu.

Das Klärwerk Regensburg beheizt im benachbarten Barbing bereits zwei Gebäude.  Foto: Michael Jaumann
Das Klärwerk Regensburg beheizt im benachbarten Barbing bereits zwei Gebäude. Foto: Michael Jaumann Foto: Michael Jaumann/Michael Jaumann

Barbing.Bereits seit der letzten Heizperiode versorgt die REWAG die Johann-Michael-Sailer-Grundschule mit Wärme. Mit der Feuerwehr ist jetzt noch weitere Liegenschaft der Gemeinde dazukommen, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Die Wärmeversorgung für die Gemeinde Barbing erfolge vorrangig aus der Abwärme der Blockheizkraftwerke (BHKWs) des Regensburger Klärwerks. Angetrieben werde das BHKW mit Klärgas, das bei der Reinigung des Abwassers entsteht. Ergänzt wird die Wärmeversorgung der REWAG zufolge durch einen Erdgas-Spitzenkessel, der auch zur Versorgungssicherheit beiträgt.

Dafür baute der Energieversorger eine etwa 1600 Meter lange Nahwärmeleitung entlang der Straubinger Straße, Frühlingstraße und der Mintrachinger Straße in Barbing bis zu dem neuen Baugebiet Barbing Süd, mit der bis zu 250 Einfamilienhäuser in den Neubaugebieten versorgt werden können. So stünden der Gemeinde Barbing jährlich rund 1500 Megawattstunden regenerativer, kohlendioxid-neutraler und regional erzeugtre Wärme zur Verfügung. Entlang der Nahwärmetrasse wurden zudem die kommunalen Gebäude der Gemeinde wie die Grundschule und die Feuerwehr angeschlossen. Die technische Planung der Versorgungsanlagen übernahm das Ingenieurbüro Team für Technik aus Regensburg.

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Projekt mit Beispielcharakter

Für den REWAG-Vorstandsvorsitzenden Dr. Torsten Briegel hat das Projekt Beispielcharakter – nicht nur für die Kooperation zwischen Stadt, Landkreis und der REWAG, sondern auch für eine effiziente Nutzung von Energie: „Wärmelösungen – vorrangig aus dezentraler Erzeugung – sind eine Kernkompetenz der REWAG. Mit dieser Nahwärmeleitung kann die Abwärme der BHKWs nicht nur für das Klärwerk, sondern auch viele weitere Immobilien verwendet werden.“

So schaffe man einen optimalen Synergieeffekt. „Darüber hinaus ermöglicht uns als Versorger die regionale Energieproduktion einen langfristig kalkulierbaren Energiepreis und regionale Wertschöpfung.“

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Effiziente Nutzung

Blockheizkraftwerke arbeiten laut dem Vorstandsvorsitzenden nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung, das heißt: „Sie produzieren gleichzeitig Strom und Wärme. Dadurch wird der eingesetzte Brennstoff sehr viel effizienter genutzt als bei der getrennten Produktion und es entstehen vergleichsweise weniger klimaschädliche CO2-Emissionen.“ Grundlage sei meist ein Motor, der einen Generator antreibt und damit Strom erzeugt. Die Abwärme wird zum Heizen genutzt.

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Das Klärwerk der Stadt Regensburg betreibt drei BHKWs mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 1911 Kilowatt und einer thermischen Leistung von insgesamt 2175 Kilowatt. Die BHKW-Anlagen werden mit Klärgas betrieben, das aus dem Prozess des Klärwerkes vor Ort gewonnen wird.

So funktioniert‘s

  • Umwelt:

    Die Wärme wird laut REWAG umweltschonend erzeugt und durch ein wärmegedämmtes Rohrsystem direkt in die Immobilien geleitet. Anstelle einer Heizungsanlage seien die Gebäude mit einer wartungsarmen Nahwärme-Kompaktstation ausgestattet.

In den Faulbehältern des Klärwerks wird aus Klärschlamm Methangas produziert. Die BHKWs laufen rund um die Uhr und speisen die Strommenge in das betriebseigene Netz ein. Etwa 50 Prozent der erzeugten Wärmemenge nutze das Klärwerk für den Eigenbedarf. Die REWAG baute zudem eine neue Heizkesselanlage, die mit Erdgas betrieben wird. Sie übernehme bei einem Ausfall der BHKWs die Wärmeversorgung der Faulbehälter, der Gebäude des Klärwerks und des Neubaugebiets und der Liegenschaften der Gemeinde Barbing. Der Erdgas-Heizkessel diene außerdem dazu, bei Spitzenlasten, also bei einem hohen Verbrauch, bei dem die Wärmemengen der Blockheizkraftwerke nicht mehr ausreicht, den Wärmebedarf zu decken.

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„80 Prozent klimaneutral“

Trotz des Einsatzes von Erdgas sei insgesamt eine hohe Energieeffizienz und eine sehr gute CO2-Bilanz gegeben, da sich der Erdgaskessel nur bei Spitzenlasten dazu schaltet. Etwa 80 Prozent der Wärmeversorgung erfolge CO2-neutral. Durch das Konzept erreicht die REWAG einen Primärenergiefaktor für das Fernwärmenetz von 0,00. „Vor Ort erzeugte Energie zu nutzen, ist ein entscheidendes Kriterium für die regionale Energiewende“, erklärt Dr. Torsten Briegel.

Auch Barbings erster Bürgermeister Johann Thiel steht dem Projekt positiv gegenüber: „Mit dieser Art der Wärmenutzung können wir den CO2-Ausstoß deutlich reduzieren, nicht nur für das Neubaugebiet, sondern auch für unsere Liegenschaften der Gemeinde. Ich freue mich, dass mit der Feuerwehr wieder eine unserer Immobilien davon profitiert. Diese Lösung ist nicht nur klimafreundlich, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll.“

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