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Projekt

Naturmobil ist unterwegs für die Umwelt

2011 bauten Schüler des Albertus-Magnus Gymnasiums Regensburg das mobile Klassenzimmer. Es ist jedes Jahr ausgebucht.
von Elisabeth Angenvoort

Unterricht in der Natur. Das mobile Klassenzimmer ist in Stadt und Landkreis unterwegs. Foto: E. Angenvoort
Unterricht in der Natur. Das mobile Klassenzimmer ist in Stadt und Landkreis unterwegs. Foto: E. Angenvoort

Regensburg.Es gehört zu den Erfolgsprojekten der Kreisgruppe Regensburg im Bund Naturschutz (BN): Das Naturmobil, eine Umweltbildungseinrichtung auf Rädern, unterwegs in Stadt und Landkreis Regensburg. Das ursprüngliche Modell, ermöglicht durch die Projektförderung des Umweltministeriums, war bereits in den Jahren von 2003 bis 2009 im Dienst der Umwelt unterwegs, bis ein Unfall mit Totalschaden die rollende Erfolgsgeschichte beendete. Über 18 000 Menschen hatten bis zu diesem Zeitpunkt die Angebote des Naturmobils genutzt: Forschertage für Kinder, Lehrerfortbildungen, Erwachsenenseminare. Der Initiative von Schülern des P-Seminars am Albertus-Magnus-Gymnasium Regensburg unter Begleitung ihres damaligen Seminarlehrers Josef Blödt ist es zu verdanken, dass seit 2011 wieder ein mobiles Klassenzimmer die Schulen in Stadt und Landkreis besuchen kann.

Große bauten für die Kleinen

In dem umgebauten Wohnanhänger von über acht Meter Länge ist an sieben Tischen Platz für bis zu 26 Personen. An modernen Binokularen können Fundstücke vor Ort untersucht werden. Umfangreiches Lehrmaterial und Werkzeuge ergänzen das Angebot. Foto: E. Angenvoort
In dem umgebauten Wohnanhänger von über acht Meter Länge ist an sieben Tischen Platz für bis zu 26 Personen. An modernen Binokularen können Fundstücke vor Ort untersucht werden. Umfangreiches Lehrmaterial und Werkzeuge ergänzen das Angebot. Foto: E. Angenvoort

Über Spendengelder der BN-Kreisgruppe Regensburg wurde damals ein 22 Jahre alter Wohnwagen, Modell „Tabbert Princess“ angeschafft und in unzähligen Arbeitsstunden umgerüstet, wobei die Innenausstattung zum Teil übernommen wurde. In sämtlichen Ober- und Unterschränken ist eine Vielzahl von Unterrichtsmaterialien und Arbeitswerkzeugen untergebracht.

Das labortechnische Equipment, 26 Binokulare für 10- und 30-fache Vergrößerung, wurde erst im vergangenen Jahr erneuert. An sieben Holztischen können bis zu 26 Personen gleichzeitig an den Mikroskopen arbeiten.

Um eine optimale Beleuchtung zu gewährleisten, wird außerhalb des Naturmobils, je nach Standort, eine große Solarzelle mit entsprechenden Speicherbatterien installiert. Damit ist eine autarke Energieversorgung gesichert, und man kann anhand der sichtbar angebrachten Zähler im Inneren verfolgen, wie viel Energie in welchem Zeitraum verbraucht wird.

Das Angebot ist für alle Klassen, lehrplan- und erlebnisorientiert. Es eignet sich für Veranstaltungen im Freien, freie Themenwahl nach Terminvereinbarung. Bei mehr als 26 Teilnehmern sind auch zwei aufeinanderfolgende Termine möglich. Foto: E. Angenvoort
Das Angebot ist für alle Klassen, lehrplan- und erlebnisorientiert. Es eignet sich für Veranstaltungen im Freien, freie Themenwahl nach Terminvereinbarung. Bei mehr als 26 Teilnehmern sind auch zwei aufeinanderfolgende Termine möglich. Foto: E. Angenvoort

Das Naturmobil ist von März/April bis Ende September im „Außendienst“. In den Wintermonaten bietet das Team der Umweltpädagoginnen Dr. Angela Nunn, Esther Kolbe und Marion Zlamal auf Anfrage Umweltunterricht im Klassenzimmer an. Während dieser Zeit hat der Wohnwagen seinen Stellplatz in Lappersdorf. „Wir sind ganzjährig ausgebucht, und das seit mehreren Jahren“, sagt Diplombiologin Dr. Angela Nunn. Insofern kann sie keine Steigerung des Interesses an Umweltthemen feststellen, nachdem die Klimaschutz-Diskussion ihren Höhenflug genommen hat. Die Nachfrage an den Angeboten des Naturmobils ist ohnehin sehr groß.

Das Naturmobil wird über Solarzellen mit Energie versorgt und ist autark. Anhand der sichtbar angebrachten Stromzähler im Inneren des Umweltmobils lässt sich genau verfolgen, wie viel Energie verbraucht wird. Foto: E. Angenvoort
Das Naturmobil wird über Solarzellen mit Energie versorgt und ist autark. Anhand der sichtbar angebrachten Stromzähler im Inneren des Umweltmobils lässt sich genau verfolgen, wie viel Energie verbraucht wird. Foto: E. Angenvoort

Interessenten können aus einem umfangreichen Themenangebot wählen: Vom Experiment Wiese über Lebensraum Hecke, Abenteuer Wasserwelt, Naturbegegnung Wald, Wassertiere und Erdreich bis zur Biberbeobachtung und Mikroskopie für höhere Jahrgangsstufen. Geeignete Standorte hierfür sind der Guggenberger Weiher, der Waldsee Wolfsegg, die Große Laber, die Donauinsel Mariaort, der Donaupark Regensburg, und grundsätzlich jeder naturnahe, ausreichend große und für die jeweilige Personengruppe gut erreichbare Platz.

Erfolgreiche Kooperation

Um das erfolgreiche „Projekt Naturmobil“ langfristig weiterführen zu können, ist ein organisierter Stab an qualifizierten, ehrenamtlichen, Mitarbeitern Voraussetzung. Man benötigt eine besondere Berechtigung und das entsprechende Zugfahrzeug, um den Doppelachser mit einem Gewicht von fast zwei Tonnen sicher zu bewegen. Derzeit stehen dafür drei Ehrenamtliche zur Verfügung.

Pro Teilnehmer wird ein Unkostenbeitrag von sechs Euro erhoben, mindestens 120 Euro pro Veranstaltung. Projekttage und spezielle Veranstaltungen werden gesondert abgerechnet. Infos unter: naturmobil.regensburg@bund-naturschutz.de Foto: E. Angenvoort
Pro Teilnehmer wird ein Unkostenbeitrag von sechs Euro erhoben, mindestens 120 Euro pro Veranstaltung. Projekttage und spezielle Veranstaltungen werden gesondert abgerechnet. Infos unter: naturmobil.regensburg@bund-naturschutz.de Foto: E. Angenvoort

Weitere vier Fachleute sind für Technik und Wartung zuständig. Sie kommen aus den Reihen der Kreisgruppe Regensburg im BN. Momentan finanziert sich das Projekt über Spenden durch die Kreisgruppe Regensburg, über Teilnehmerbeiträge und einen Zuschuss der Stadt Regensburg. Erstmalig wurde für das laufende Jahr ein Antrag an das Bayerische Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz gestellt und im Rahmen der Förderung der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) genehmigt. Im vergangenen Jahr war das Naturmobil 77 mal für über 1650 junge und ältere Forscher im Einsatz. Wer sich einen Termin für das kommende Jahr sichern will, sollte das am besten gleich tun.

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