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Engagement

Nepalhilfe besichtigt ihre Projekte

Drei Vertreter der Organisation machten sich vor Ort ein Bild. Im Zentrum steht die Beseitigung der Erdbebenschäden.

Empfangskomitee an der Schule von Gothatar Foto: Michael Rebele
Empfangskomitee an der Schule von Gothatar Foto: Michael Rebele

Regensburg.Neun Tage verbrachten Michaela und Michael Rebele sowie Maria Hundsdorfer aus dem Team der Nepalhilfe Beilngries in Nepal. Die Hilfsorganisation wurden 1992 von den Polizeibeamten Karl und Michael Rebele sowie Manfred Lindner und Christian Thumann ins Leben gerufen. Die Organisation ist vor allem im westlichen Landkreis Regensburg bekannt und hat dort viele Unterstützer. Mit dem Verkauf der Nepal-Kalender und dem Nepal-Lauf im Regensburger Stadtteil Burgweinting haben die Helfer auch große Unterstützung in der Stadt Regensburg.

Michael Rebele war früher Polizeisprecher in Regensburg. Foto: altofoto.de
Michael Rebele war früher Polizeisprecher in Regensburg. Foto: altofoto.de

Zahlreiche Termine und Zielorte standen in Nepal auf dem Reiseplan. 90 Kilometer sind es von Kathmandu in den nordöstlich der Hauptstadt gelegenen Sindhupalchok-Distrikt mit seinen verstreuten Bergdörfern, der bei dem Erdbeben 2015 besonders schwer betroffen war. Die teils völlig maroden Wege brachten den Fahrer eines angemieteten Allradfahrzeugs dazu, entnervt den Heimweg anzutreten – „too dangerous“, meinte er.

Wohnheim für blinde Kinder

Fertiggestellt ist die Schule von Chautara (Hintergrund), noch im Bau das Blindenwohnheim. Foto: Michael Rebele
Fertiggestellt ist die Schule von Chautara (Hintergrund), noch im Bau das Blindenwohnheim. Foto: Michael Rebele

Die Besucher aus Deutschland haben ihre Ziele dennoch erreicht, wie etwa den Neubau des Blindenwohnheims von Chautara, das im Mai 2018 fertiggestellt sein wird. Dann werden die 14 Jungen und Mädchen endlich wieder ein adäquates Heim bekommen.

Auch in Sangachok wurde nun der Grundstein für den aus drei Gebäudeeinheiten bestehenden Schulkomplex gelegt. Spätestens im Frühjahr 2019 wird man wieder an den ursprünglichen Ort zurückkehren können. Die dortige Schule war vollständig zerstört worden. Bereits seit November 2016 fand der Unterricht in einem ehedem unvollendeten Rohbau statt, den die Dorfbevölkerung mit Tatkraft und Unterstützung der Nepalhilfe fertiggestellt hatte.

Neueröffnung der Schule von Sanosiruwari Foto: Michael Rebele
Neueröffnung der Schule von Sanosiruwari Foto: Michael Rebele

In Sanosiruwari, wo Michaela und Michael Rebele vor vier Jahren den Grundstein gelegt hatten, stand nun die Schuleinweihung an. Dabei trat auch ein entwaffnend offener Politiker ans Mikrofon. Wie Ram Prasad Dhital hervorhob, habe die Bevölkerung nach dem Erdbeben die Regierung gerufen – gekommen sei die Nepalhilfe. Die Besucher hatten zu der Eröffnung einen Scheck über 10000 Euro im Gepäck. Dieser Betrag wird für die Ausstattung des Schulgebäudes, etwa mit Möbeln, einer Bücherei und Computern verwendet werden.

Ebenfalls vier Jahre hatte es gedauert, ehe die Erweiterung der Shramsheel Vidyapit Higher Secondary Schule in Gothatar abgeschlossen werden konnte. Sechs Stockwerke umfasst das beeindruckende Gebäude, in dem bis zu 800 Kinder Platz finden werden. Der langjährige Koordinator, Kamal Prasad Dahal, platzte bei der Führung durch das Gebäude förmlich vor Stolz.

Der ehemalige Regensburger Polizei-Sprecher Michel Rebele bei der Übergabe eines Sanitätsfahrzeugs Foto: Michael Rebele
Der ehemalige Regensburger Polizei-Sprecher Michel Rebele bei der Übergabe eines Sanitätsfahrzeugs Foto: Michael Rebele

Zwei weitere Sanitätsfahrzeuge mit dem Logo der Nepalhilfe werden künftig auf den Straßen unterwegs sein. Eines davon in Kawasoti/Terai, unweit des Midpoint Hospitals. Maria Hundsdorfer und Michael Rebele übergaben es in einer kleinen Feier. Ein weiterer Sanka ging nach Namjung im Gorkha-Distrikt.

Hilfe für ein Findelkind

Findelkind Kanja im Siddhi Memorial Hospital Foto: Michael Rebele
Findelkind Kanja im Siddhi Memorial Hospital Foto: Michael Rebele

Beim Besuch des Siddhi Memorial Hospitals in Bhaktapur galt das besondere Augenmerk einem nur wenige Wochen alten Findelkind. Es war Tage zuvor in einem Straßengraben im Osten Nepals gefunden worden und nach einer kleinen Odyssee in der Obhut des Krankenhauses gelandet. Dort wird der kleine Kanja nun aufgepäppelt und von der Tochter der Finderin rührend betreut. Deren Familie will sich auch weiterhin um ihn kümmern. Warme Babykleidung hatte man schon mal aus dem fernen Deutschland mitgebracht. An einer finanziellen Unterstützung soll es nötigenfalls nicht fehlen.

Nepalhilfe-Kalender ist weltweit gefragt

  • Konzept:

    Die Idee mit dem Verkauf eines Kalenders Geld in die Kasse zu bekommen wurde bei der Nepalhilfe Beilngries 1997 geboren. Damals waren es 50 handgefertigte Kalender, mit Bildern aus den Beständen der Mitglieder. Heute liegt die Auflage bei 10 000 Stück.

  • Fotografen:

    Die Bilder stammen wieder von Gerlinde Kaltenbrunner, Ralf Dujmovits, Hans Kammerlander und Dieter Glogowski. Diese renommierten Alpinisten geben dem Kalender einen besonderen Stellenwert.

  • Resonanz:

    Die Interessenten des Kalenders sind weltweit zu finden: nahezu alle europäischen Länder, Chile, Dubai, Australien, Thailand, Singapur, Georgien und Kanada. Die Palette reicht vom Einzelbesteller bis hin zu Unternehmen, die für ihre Kunden größere Kontingente ordern.

  • Verkauf:

    Erhältlich ist der Kalender zum Preis von 17 Euro über Nepalhilfe Beilngries, Postfach 1211, 92336 Beilngries; direkt über die Website bei Kalenderverkauf oder in Regensburg bei der Buchhandlung Pustet in der Gesandtenstraße und im DEZ.

  • Format:

    In dem 43,5 x 40,5 cm großen Kalender, der aus Titelblatt, zwölf Monatsblättern und einem Infoblatt besteht, findet der Betrachter Impressionen der großartigen Natur, der Kulturen und der Menschen des Himalayas.

  • Zweck:

    Der Erlös aus dem Kalenderverkauf ist dringend nötig. Für den zügig voranschreitenden Wiederaufbau, bzw. die Sanierung beschädigter Schulgebäude nach dem Erdbeben im April/Mai 2015 gilt es, die finanziellen Ressourcen aufzubringen. Einige der Gebäude sind bereits wieder in Betrieb oder werden in den kommenden Monaten wieder ihrer Bestimmung übergeben. Zeitgleich muss aber auch der Unterhalt der bestehenden Einrichtungen, wie etwa des Shaligram Kinderhauses in dem derzeit 42 Jungen und Mädchen im Alter von fünf bis 18 Jahren leben oder für das Altenheim am Siddhi Memorial Hospital bewerkstelligt werden.

Beim Blick nach vorne konzentrieren sich die Rebeles und Co. auf die Fertigstellung aller durch das Erdbeben beschädigten Schulen zum Jahreswechsel 2018/2019. Dann wird nicht nur der Status quo vor dem Erdbeben erreicht sein, sondern zudem die bauliche Qualität der Gebäude den vorgegebenen Sicherheitsrichtlinien entsprechen. Bei der Vielzahl der parallel laufenden Maßnahmen war und ist dies für die Koordinatoren vor Ort eine außergewöhnliche Leistung. All dies kann aber nur durch das entsprechende Spendenaufkommen realisiert werden. Details dazu findet der Interessierte unter www.nepalhilfe.org.

Ein gutes Beispiel für die Sinnhaftigkeit der Zusammenarbeit und Unterstützung sind die Dankesworte von Schülern einer der bereits fertiggestellten Schulen: „Wir hörten, dass Gott in verschiedener Weise zu uns kommt. In unseren Ort kam er, um die Schule und damit unser Selbstvertrauen wieder aufzubauen. Aufrichtig bedanken wir uns bei denen, die ein Herz für uns hatten. Sie stärkten unsere Hoffnung und unsere Träume für eine bessere Zukunft.“

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