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Soziales

Neue Angebote für Senioren

Die Anzahl der Männer im Caritas-Seniorenheim in Regenstauf steigt. Ein neues Freizeitprogramm reagiert auf die Entwicklung.
von Sieglinde Geipel

  • In der Vorweihnachtszeit bastelten die Senioren Weihnachtsbäume aus Holz.
  • Silvia Oremek will die Talente der Bewohner fördern.

Regenstauf.Das Caritas Altenheim in Regenstauf hat insgesamt 100 Bewohner, davon sind 20 männlich. In den früheren Jahren schwankte die Anzahl der männlichen Bewohner zwischen sieben bis zehn. Mitarbeiterin Silvia Oremek erzählt, dass es deshalb oft schwierig gewesen sei, einen Stammtisch für die männlichen Bewohner zu organisieren oder andere spezielle Angebote für Männer anzubieten. Doch ab dem Sommer 2017 habe sie bemerkt, dass die Anzahl der Männer bei verschiedenen Veranstaltungen gegenüber den Vorjahren erheblich angestiegen sei.

Bis dahin hatte Oremek verschiedene Freizeitangebote durchgeführt, die auch sehr gut angenommen wurden, etwa regelmäßige Handarbeitsstunden, bei denen die Senioren Gemeinschaft erleben, sich unterhalten, aus ihrem früheren Leben berichten und sich wohlfühlen konnten. Natürlich sei dieses Angebot auch für die männlichen Bewohner offen gewesen, sagt Oremek. Doch es nahm keiner teil. Ebenso kamen zu den Gymnastikstunden nur Seniorinnen. Ein spezielles Angebot für Männer gab es da noch nicht.

Wichtig ist die Gemeinschaft

Dass auch Männer im fortgeschrittenen Alter sich gerne bewegen, wenn sie gemeinsam die Übungen absolvieren, erlebt Oremek jetzt in den Gymnastikstunden für Männer, die nun angeboten werden. Gemeinsam mit dem Pflegedienstleiter Hermann Piegerl hat sie zudem ein Handwerksprojekt ins Leben gerufen. Passend zur Weihnachtszeit hat dieser vor kurzem Holzbäume vorbereitet. Die Senioren konnten mit Schmiergelpapier die Feinarbeiten ausführen. Etwa zehn Bewohner beteiligten sich an dieser ersten Handwerksstunde, darunter auch eine Dame. Mit Eifer begannen alle Teilnehmer sofort mit der Arbeit. Niemand von den Pflegekräften musste ihnen etwas erklären, jeder wusste sofort, was zu tun ist.

Unterstützt wurden die Senioren auch von zwei Schülerinnen der Max-Ulrich-von-Drechsel-Realschule, die wöchentlich im Rahmen des JUNA-Projektes („Jung unterstützt Alt“) ins Altenheim kommen. „Ich versuche nach Möglichkeit, alle Bewohner an den Freizeitangeboten teilnehmen zu lassen. Das kann auch bedeuten, dass jemand nur zuschaut oder erzählt. Wichtig ist für alle die Gemeinschaft“, betont Silvia Oremek. Sie spricht auch von „unserer kleinen Stadt“, nicht vom Altenheim.

„Ich nenne unser Haus nicht Altenheim – es ist unsere kleine Stadt, in der viel geboten ist.“

Silvia Omerek

In der kleinen Stadt wird viel angeboten. Vor einem Jahr organisierte sie den Tante-Emma-Laden, der die Bewohner seitdem wöchentlich mit verschiedensten Dingen des Alltags versorgt. Regelmäßig kommt der Friseur ins Haus und es findet mehrmals im Jahr ein mobiler Modeverkauf statt.

Silvia Oremek betont, sie habe in ihrer Ausbildung und durch ihre Arbeit gelernt, die verschiedenen Talente der Bewohner zu fördern. Dies tut sie gemäß dem Montessori-Grundsatz „Hilf mir, es selbst zu tun“. Eine wichtige Unterstützung erfährt sie auch durch die Schüler der Max-Ulrich-von-Drechsel-Realschule, die ins Seniorenheim kommen. 14 Schüler besuchen die Altenheime in Regenstauf und Umgebung, wie Heidi Steziwka, die betreuende Lehrkraft berichtet.

Tolles Engagement Jugendlicher

Das Projekt JUNA wurde vor zehn Jahren gegründet. Ab der achten Jahrgangsstufe lädt Heidi Steziwka die Schüler für dieses Projekt ein. Ihre Aufgabe ist es, sich während des Schuljahres eineinhalb Stunden pro Woche in einem der Altenheime ehrenamtlich zu engagieren. Sie besuchen die Bewohner, erzählen, spielen oder gehen bei schönem Wetter mit ihnen spazieren. Es findet ein Erfahrungsaustausch zwischen Jung und Alt statt. Die Senioren freuen sich über den Besuch. Sie lieben es, wenn junge Menschen zu ihnen kommen und sie erfahren, wie die Jugendlichen heute Schule und Freizeit erleben. Die Schüler fühlen sich im Gegenzug wertgeschätzt. Sie erleben, dass sie auch den Erwachsenen etwas geben und dass sie Freude in das Leben der alten Menschen bringen können. Das sei für beide Seiten wichtig, ist sich Heidi Steziwka sicher. Im Zeugnis werde bei den Schülern dieses Ehrenamt vermerkt und so die Sozialkompetenz der Schüler gewürdigt.

Für die Zukunft hat Silvia Oremek bereits ein neues Projekt geplant. Sie möchte mit den Senioren musizieren und will dafür Feen-Harfen anschaffen. Sie haben den Vorteil, dass man keine Notenkenntnisse haben muss.

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