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Landwirtschaft

Neuer Hofladen setzt auf Bio

Dominik Heitzer hat mit seiner Familie dem Umstieg gewagt. Mit Erfolg: Das Geschäft in Demling läuft gut.
Von Peter Luft

Dominik Heitzer inmitten seines neuen Hofladens: Der junge Landwirt aus Demling setzt auf den Bio-Trend – aus Überzeugung. Foto: Peter Luft
Dominik Heitzer inmitten seines neuen Hofladens: Der junge Landwirt aus Demling setzt auf den Bio-Trend – aus Überzeugung. Foto: Peter Luft

Bach.Ein Wirtshaus oder einen Kramerladen gibt es in Demling schon lange nicht mehr. Als Begegnungsstätte des 570-Einwohner-Dorfes, das bis 1978 noch eine selbstständige Gemeinde war, dient das alte, frisch sanierte Schulhaus. Jetzt gibt es wieder eine Einkaufsmöglichkeit. Jungbauer Dominik Heitzer eröffnete in der Austraße 2 einen Hofladen mit eigenen Bioprodukten.

Der 27-Jährige konnte seinen Vater Albert Heitzer und die übrige Familie von seiner Idee, einen Biohofladen aufzumachen, überzeugen. „Heute freu ich mich über die Begeisterung, die die ganze Familie an den Tag legt. Wir beliefern inzwischen sogar Außenstellen.“

Landwirt schwärmt vom Hofladen

Dominik Heitzer ist ein Unternehmertyp. Sein Kopf schwirrt vor Plänen, die er noch schmieden will. Wenn er von seinen Projekten erzählt, spricht er schnell. Beim Rückblick auf die Gründung des Hofladens kommt der Landwirtsgeselle regelrecht ins Schwärmen. „Wir haben uns in der Familie früher selbst viel mit biologischen Lebensmitteln ernährt. Da kam mir die Idee, so etwas könnten wir doch selbst auf unseren Äckern anbauen.“

Bei der Zwiebelernte Foto: Peter Luft
Bei der Zwiebelernte Foto: Peter Luft

Der Vater war als Hofbesitzer und konventioneller Landwirt anfangs skeptisch. „Ihn umzustimmen, war nicht leicht“, erzählt Dominik Heitzer. „Doch meine Überzeugungsarbeit hat geklappt. Heute haben wir den Hofladen. Das Geschäft läuft gut“, freut sich der Macher.

An der Hofeinfahrt steht neben dem Schild Biohofladen Heitzer auch das Emailschild „Königreich Bayern“. Es deutet darauf hin, man hat es hier nicht nur mit einem waschechten Demlinger, sondern mit einem waschechten Bayern zu tun. In der Mitte des besenreinen Hofs, der wie ein Kreisel angelegt ist, steht der Hausbaum. Um den Hofladen wächst wilder Efeu.

Mutter steht am liebsten hinter der Theke

Mutter Annette Heitzer gießt das Blumenmeer und die Tomaten, die sie zum Eigenverzehr anbaut. „Heute geht das Geschäft gut“, freut sie sich. Ihr Lieblingsplatz im Hofladen ist hinter der Theke an der Kasse. Mit einem Lächeln auf den Lippen berät sie ihre Kunden. „Man darf sich nicht verzetteln. Man muss sich auf bestimmte Bio-Produkte konzentrieren und diese ausbauen“, sagt die Hofbäuerin, und die Begeisterung steht auch ihr ins Gesicht geschrieben.

Dominik Heitzer zeigt alle Produkte aus seiner eigenen Herstellung – Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln blau und weiß, Nudeln, Knoblauch, Eier, Süßkartoffeln und weitere Produkte aus der Region. „Der Kunde legt Wert auf Qualität. Das ist mir schon klar. Darauf zu achten, ist unser Ziel. Denn Bio ist nicht gleich Bio. Der Geschmack macht viel aus. Lob für unsere Produkte nehme ich deshalb gerne an.“

Freundin Martina ist für die Pferde zuständig.  Foto: Peter Luft
Freundin Martina ist für die Pferde zuständig. Foto: Peter Luft

Auch das Hühnermobil ist Marke Eigenbau, es entstand aus einem Bauwagen. „Wir haben am Hof etwa 110 Legehennen. Unser Nesthäkchen ist die Henne Bianca. Sie hört aufs Wort, besser als ein Hund. Jetzt habe ich sie zu den vor zwei Tagen neu eingetroffenen 121 Junghennen getan. Dort ist sie der Star. Und die Junghennen lernen von ihr und trauen sich früher aus dem Stall ins Neuland“, erzählt der Landwirt. Für den Bereich Federvieh hat Dominik als Mithilfe seinen Kumpel Alexander Dietl aus Neudemling gewinnen können. „Sie legen halt am Anfang kleinere Eier“, ergänzt Mama Annette. Das Hühnermobil wechselt seinen Standort nach Bedarf. So ist der Auslauf im Grünen für das Federvieh gesichert. Für Dominik Heitzer ein Muss: „Mir geht es um das Tierwohl.“

Heitzer: „Bio gefällt mir besser“

Dominik Heitzer hat in seiner Lehrzeit die industrielle Landwirtschaft kennengelernt. Er sagt: „Bio gefällt mir am besten. Ich möchte meinen Laden mit der Zeit Schritt für Schritt ausbauen und erweitern. Alles in Eigenbau. Denn unser Einzugsgebiet geht von Sulzbach bis Wörth.“ Und er hat nicht nur seine Schwester Franziska und seinen Bruder Benedikt als Mitstreiter. Auch seine Freundin Martina unterstütze seine Ideen. Sie ist für Werbung im Laden zuständig. „Martina wird auch mit den Pferden ihre eigenen Ideen einbringen. Das freut mich. Wir werden bald eine Familie gründen“, plaudert Dominik Heitzer aus dem Nähkästchen.

Der Hofladen

  • Öffnungszeiten:

    Mittwoch und Donnerstag von 16 bis 19 Uhr. Freitag von 14 bis 18 Uhr. Samstag von 10 bis 16 Uhr.

  • Kontakt:

    Tel. (0151) 40 17 18 15 oder (09482)48 27. (llu)

„Heute geht’s zur Zwiebelernte. Wir machen viel in Handarbeit. Aber man braucht auch den Fortschritt der modernen Technik“, weiß der junge Landwirt. Nachbar Albin Beer hilft mit dem Vollernter bei der Ernte der blauen und weißen Zwiebeln. Später folgen dann Kartoffeln, Knoblauch und Kürbisse. Dazu kommt dann noch die Obsternte. „Wir wollen Kartoffeln und Früchte das ganze Jahr über anbieten“, sagt Papa Albert.

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