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Neuer Leuchtturm für krebskranke Kinder

VKKK und VKM wollen bei Zeitlarn ein tiergestütztes Nachsorge- und Therapiezentrum errichten.
Von Elisabeth Angenvoort

Bürgermeister Schindler, MdL Stierstorfer, Bürgermeisterin Dobsch, die VKKK-Vorsitzenden Lindner und Professor Helmig sowie VKM-Projektleiter Thomas März-Kronfeld (v. r.) vor dem Baugrundstück
Bürgermeister Schindler, MdL Stierstorfer, Bürgermeisterin Dobsch, die VKKK-Vorsitzenden Lindner und Professor Helmig sowie VKM-Projektleiter Thomas März-Kronfeld (v. r.) vor dem Baugrundstück Foto: Elisabeth Angenvoort/Elisabeth Angenvoort

Zeitlarn.Etwa 2000 Kinder und Jugendliche pro Jahr erkranken in Deutschland an Krebs; 65 bis 70 kommen aus dem Einzugsgebiet Oberpfalz und Niederbayern in die Onkologie der Kinderklinik (KUNO) in Regensburg. Trotz der mittlerweile sehr guten Heilungschancen bedeutet „vom Krebs geheilt“ jedoch nicht, dass die Betroffenen tatsächlich gesund sind. Die körperlichen Schäden durch Chemotherapie und Bestrahlung, die Folgen der psychischen Belastung und sozialen Isolation sind oft nach vielen Jahren noch spürbar. Eine ausreichende und umfassende Nachsorge war bisher nicht möglich.

„Das war der Punkt, um zu sagen, wir wollen etwas machen“, erklärte Günther Lindner, Vorstand vom Verein zur Förderung krebskranker und körperbehinderter Kinder Ostbayern (VKKK). Es entstand der Plan zur Errichtung eines Nachsorgezentrums, in guter Erreichbarkeit und zugleich außer Sichtweite zum Uniklinikum; denn man hat festgestellt, dass die Nähe zur Klinik vielen der Betroffenen Angst bereitet.

Nun wurde das Projekt vor Ort vorgestellt: das angedachte, knapp vier Hektar große Grundstück am Rand des geplanten Gewerbegebiets zwischen Regenstauf und Zeitlarn ist derzeit noch im Besitz der Stadt Regensburg. Bereits 2015 hatte sich der Verein für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V. Regensburg (VKM) an die Stadt gewandt, da man dieses Grundstück für das geplante Zentrum für tiergestützte Therapien und inklusive Maßnahmen nutzen wollte. Mittlerweile wurde das Grundstück im Flächennutzungsplan als Sonderfläche für Reittherapie aufgenommen.

Die unabhängig voneinander entwickelten Projekte von VKKK und VKM ergänzen einander perfekt, wie Lindner betonte. VKM-Projektleiter Thomas März-Kronfeld sagte, es gebe bereits zwei vergleichbare „Leuchttürme“ in Augsburg und Ingolstadt; nun sei es an der Zeit, auch in der Oberpfalz einen Leuchtturm aufzustellen. Das erweiterte Angebot des tiergestützten VKM-Therapiezentrums wird sich auch an junge Menschen richten, die psychisch erkrankt sind oder an einer „Zivilisationskrankheit“ wie Diabetes oder Adipositas leiden.

Neben einer Reithalle und entsprechenden Versorgungsanlagen sind ein Sozialgebäude mit Elterncafé sowie ein großzügiger Außenbereich geplant, wie März-Kronfeld erläuterte. Das Bauvorhaben des VKKK sieht zusätzlich zum „Kernstück“, dem Behandlungsbereich mit Praxen, eine Gemeinschaftsküche mit Essbereich vor. Es werde eine Vielzahl an Beschäftigungsmöglichkeiten, ein kleines (nicht öffentliches) Café und Blockhütten für Übernachtungen geben. Zudem sei geplant, motorisch beeinträchtigte Jugendliche im Service einzusetzen und so zu fördern, sagte Lindner. Die Blockhütten würden auch Kindern des „voraussichtlichen Nachbarvereins“ VKM offen stehen.

Regenstaufs Bürgermeister Josef Schindler und Bürgermeisterin Andrea Dobsch (Zeitlarn) sagten ihre Unterstützung zu. Hinsichtlich der Bedenken von Benjamin Welk, der auf dem Nachbargrundstück einen Pferdehof betreibt, stellte die Bürgermeisterin weitere klärende Gespräche in Aussicht. „Uns ist wichtig, dass das Miteinander gut ist“, betonte auch März-Kronfeld. Man könne ein Projekt nur durchsetzen, wenn alle an einem Strang ziehen, ergänzte MdL Sylvia Stierstorfer. Kindern Hoffnung und Zukunft zu schenken, das sei nicht hoch genug anzusetzen.

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