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Bauwerk

Neues Kleid für den Kirchturm

Über 43 Meter ragt der Turm des Hohengebrachinger Gotteshauses auf. Bis Allerheiligen soll die Sanierung abgeschlossen sein.
Von Josef Eder

In mehr als 30 Meter Höhe arbeitet ein Spengler an der großen Zwiebel des Kirchturms. Fotos: Eder
In mehr als 30 Meter Höhe arbeitet ein Spengler an der großen Zwiebel des Kirchturms. Fotos: Eder

Hohengebraching.Für den wunderbaren Ausblick vom Gerüst, das am mehr als 43 Meter hohen Kirchturm der katholischen Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Mariae Himmelfahrt in Hohengebraching angebracht ist, haben die Handwerker momentan keine Zeit. Mit Hochdruck arbeiten vier Spengler, zwei Zimmerer und mehrere Maler am Kirchturm. Ein neuer Außenputz wurde 1990 aufgezogen.

Der weithin ins Land sichtbare Turm – er ist der höchste im südlichen Landkreis – wird derzeit saniert. Der Zahn der Zeit hat an dem im Jahre 1910 errichteten Bauwerk genagt. Um Allerheiligen sollen die jetzt schon länger als gedacht dauernden Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein. Dann wird auf der Turmspitze wieder das vergoldete Kreuz mit Kugel aufgesetzt sein.

Jan Rappenegger, ein Niedergebrachinger, hat es restauriert. Die gesamte Baumaßnahme ist mit 650 000 Euro veranschlagt. Diese Kosten könnten noch sinken, denn bei den ersten Berechnungen waren viel mehr Mauererarbeiten eingeplant, so Architekt Rolf Bautler vom Regensburger Architekturbüro Hanshans, das die Arbeiten leitet. Das Bayerische Landesamt für Bodenkultur und Denkmalpflege sowie das Bauamt der Diözese sprechen bei der Renovierung mit.

Neue Kupferhaut blitzt hervor

In mehr als 30 Meter Höhe arbeitet ein Spengler an der großen Zwiebel des Kirchturms. Fotos: Eder
In mehr als 30 Meter Höhe arbeitet ein Spengler an der großen Zwiebel des Kirchturms. Fotos: Eder

Unter dem Netz, das das Gerüst umhüllt, blitzt bei Sonnenschein die neue Kupferhaut hervor, mit der die große Zwiebel wieder verkleidet ist. Ein Handwerker kniet auf der gewölbten Zwiebel in 32 Metern Höhe. Er stützt seine Beine auf einer Sicherung ab, damit er nicht abrutscht. Mit dem Spezialwerkzeug verbindet er den Falz. Eine weitere Bahn, die Vorletzte, wird an der hölzernen Dachschalung angepasst. Sein Kollege schiebt das Kupferblech passgenau in die richtige Lage. Nochmals muss er es abnehmen, nacharbeiten und wieder probieren, bis es passt.

Mit Schrauben werden Klammern am Holz befestigt. Dann werden sie umgebogen. Das Teil hält, und schon ist das nächste Kupferblech an der Reihe, das letzte, mit dem die mehrere Meter hohe Zwiebel verkleidet wird. Die Millimeter genauen Vorarbeiten in der Werkstatt zahlen sich jetzt aus. Die große Zwiebel ist fertig.

Sehen Sie hier mehr Bilder von den Sanierungsarbeiten:

Baustelle in luftiger Höhe in Hohengebraching

Drei weitere Gerüstlagen sind in 35 Metern Höhe aufgebaut worden. Dort beginnt der Schaft, auf dem die kleine Turmzwiebel in gut 40 Meter Höhe sitzt. Auf dieser Höhe merkt man den Wind. Es wackelt leicht. Die kleine Zwiebel ist jetzt frei. Das alte Blech ist verschwunden. Als Schutzhaube wurde eine Plane darüber gespannt. Die Zimmerer kontrollieren das Holz und wechseln es punktuell aus. Die Dachschalung ist in Teilbereichen schon wieder angebracht. Wer die zierliche Konstruktion aus der Nähe betrachtet, kann feststellen, dass sich die Schäden in Grenzen halten. Bis zum Ende der dritten Oktoberwoche hoffen die Spengler, dass auch die kleine Zwiebel fertig ist.

Glockenschläge stören nicht

Nahe der Schallöffnungen verblechen weitere Spengler die Fenstervorsprünge. Die Glockenschläge sind sie gewohnt. „Wir machen im Jahr öfters Kirchen“, meint der Ältere. „Fertig“, sind seine nächsten Worte. Jetzt können in diesem Abschnitt die Maurer kommen, damit die Maler nahtlos weitermachen können. Bei allen noch anstehenden Putzarbeiten muss auch der Trocknungszeit Rechnung getragen werden. Etwa ein Millimeter des Putzauftrags trocknet pro Tag.

Eindrücke vom Kirchturm

  • Konstruktion:

    An die Holzkonstruktion der kleinen Zwiebel wird jetzt die neue Verkleidung angebracht.

  • Spengler:

    Oben auf dem Turm haben die Spengler ihren Arbeitsplatz. Sie bringen dort das Kupferblech an.

  • Ausblick:

    Mehr als 40 Meter hoch ist der Kirchturm. Er bietet herrliche Blicke auf Hohengebraching.

Über dem Sakristeieingang werkeln die Maler schon. Wenn alles fertig ist, dann ist der gesamte Turm sowie die Apsis mit frischer Farbe versehen. Etwas weißlich leuchtet noch der Grundanstrich. Es ist bestes Malerwetter. Nicht zu heiß, aber trocken. Vor wenigen Wochen bei der heißen Witterung wäre die Farbe zu schnell getrocknet. Der Malermeister hätte keine Garantie übernommen. Im Gespräch war bei der Sanierung auch, dass der eiserne Glockenstuhl durch einen hölzernen ersetzt werden müsse. Der Statiker gab aber Entwarnung. Der momentane Zustand gibt für die nächsten zehn Jahre keinen Anlass zur Besorgnis. Zur Sicherheit werden vereinzelt Teile ausgewechselt. Die Bausubstanz der Fassade ist in einem besseren Zustand als anfangs gedacht. Doch im Bereich der Mauerkronen und Anschlüsse wurden verdeckte Schäden sichtbar.

Erneuert werden müssen auch die zwei mal zwei Meter großen Zifferblätter der Turmuhr. Erst wenn das Gerüst in Gänze abgebaut wird, können sie angebracht werden. Dann können alle wieder schon von Weitem die Kirchturmuhr ablesen.

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