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Erholung

Neutraubling stürmt den Park

Bereits zur Eröffnung des Geländes standen die Bürger dicht an dicht. Der zweite Bauabschnitt wird bald ausgeschrieben.
Von Petra Schmid

Die Neutraublinger blieben beim ersten Spaziergang im Haidpark brav auf den Wegen. Fotos: Theresia Luft
Die Neutraublinger blieben beim ersten Spaziergang im Haidpark brav auf den Wegen. Fotos: Theresia Luft

Neutraubling.Am Nachmittag des Christi Himmelfahrtstags konnten die Neutraublinger zum ersten Mal ganz offiziell einen Blick in den neu entstehenden Stadtpark werfen. In den vergangenen Wochen, noch während der Bauzeit, konnten es immer wieder neugierige Bürger nicht mehr erwarten. Sie schoben die schweren Baustellengitter beiseite und schlüpften verstohlen ins Gelände des künftigen Stadtparks, um den Anblick des rund fünf Hektar große Areals zu genießen.

Wer damals auf „verbotenen Wegen“ wandelte, brauchte sich freilich nicht zu wundern, wenn er schmutzige Füße bekam. Dafür konnten die „illegalen“ Gäste natürlich auch einen Blick auf die Verwandlung des Areals erhaschen. Der erste Bauabschnitt schafft quasi eine „Wildnis in der Stadt“ und gleichzeitig Erholungsflächen.

Eingang an der Haidauer Straße

Wer am Vatertag zur Eröffnung des Haidparks, so heißt der Park nämlich, gekommen war, brauchte keine dreckigen Schuhe mehr zu fürchten. Die Wege des freigegebenen Geländes sind schon bestens angelegt und laden zum Spazieren ein. Der neue Stadtpark zwischen Birkenfeld und dem Gewerbegebiet an der Böhmerwaldstraße verdankt seinen Namen einer Neutraublinger Bürgerin, die nach ihrer Rückkehr aus London den kalauernden Vorschlag machte. Der weltberühmte Londoner Hyde Park hat nun quasi in Neutraubling ein kleines Pendant. Die abweichende Schreibweise rührt von der angrenzenden Haidauer Straße her, an der der Haupteingang des Parks liegt. Der Name erinnert auch an den Namen des alten Adelsgeschlechts der Haidauer, das lange vor Gründung der Stadt ab dem 13. Jahrhundert mit dem Segen der Wittelsbacher über die Gegend herrschte.

Obwohl das Wetter mit wechselndem Sonnenschein, einigen Regentropfen und wiederkehrenden Windböen einige Kapriolen schlug, waren sehr viele Neutraublinger zur Eröffnung des ersten Abschnitts des Stadtparks gekommen. Dicht drängten sie sich und standen teilweise bis zur Straße hinaus, als Bürgermeister Heinz Kiechle gemeinsam mit Architekt Rupert Wirzmüller vom Regensburger Büro FreiRaumArchitekten und anderen das rote Band durchschnitt. Er halte sich bei seiner Rede bewusst kurz, so Kiechle, denn zum einen wolle er nicht provozieren, dass es zu regnen beginne und zum anderen habe er dies bei der „großen“ Eröffnungsfeier vor, wenn alles komplett fertig sei, sagte er augenzwinkernd.

Auch wenn der erste Abschnitt jetzt freigegeben werde, ein Park werde wohl nie fertig, denn die Natur verändere sich immer wieder. Er freue sich, dass mit dem Haidpark eine weitere „grüne Lunge“ für die Stadt Neutraubling entstanden sei, und dies für alle Generationen. Freilich führe es manchmal zu Spannungen, wenn Alt und Jung zusammen seien, aber hier müsse man mit Toleranz aufeinanderzugehen, appellierte er. Der Park habe den Charakter eines Grünparks und sorge nicht nur für Ausgleich für Bebauungsprojekte, sondern auch für Sauerstoff für den Menschen und biete Lebensraum für Vögel und Insekten, zählte Kiechle auf.

Die Vegetation braucht noch

Im Anschluss führte der Architekt Interessierte durch den Stadtpark und stand für Fragen zur Verfügung. Freilich müsse sich vieles erst entwickeln. Beispielsweise würden die Magerwiesen rund ein bis zwei Jahre brauchen, während die Waldflächen erst in rund 15 Jahren Schatten spenden könnten, erklärte er auf Nachfrage.

Der sehr kalte Februar habe zu Zeitverzögerungen geführt und die sommerlichen Temperaturen würden derzeit zum vermehrten Gießen zwingen. Allerdings könne man nicht alles wässern, denn so viel Wasser könne man gar nicht aufwenden, fasste er zusammen. Der zweite Bauabschnitt sei bereits in Arbeit, derzeit sei man bei den Ausschreibungen der Erdarbeiten, sagte er.

Stadträtin Sabine Hrach stellte fest, dass viele Leute aus der umgebenden Bebauung gekommen seien. Dies sei für sie ein Zeichen, dass sie den Park als ihren Park annehmen würden. Die Regeln, die zur Benutzung einer solchen Anlage notwendig seien, würden sich ihrer Meinung nach von selber finden, sagte sie.

Der erste Blick in den Neutraublinger Haidpark

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