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Politik

Neutraubling will die Bahn

Der Stadtrat blickt schon in die Zukunft. Er wünscht sich eine Anbindung an die Regensburger Stadtbahn.
Von Petra Schmid

Eine Stadtbahn von Burgweinting nach Neutraubling – daran hätten die Neutraublinger Interesse. Die Bahn auf unserem Bild fährt durch die Heilbronner Innenstadt. Foto: Norbert Försterling/dpa
Eine Stadtbahn von Burgweinting nach Neutraubling – daran hätten die Neutraublinger Interesse. Die Bahn auf unserem Bild fährt durch die Heilbronner Innenstadt. Foto: Norbert Försterling/dpa

Neutraubling.Mit der geplanten Stadtbahn der Stadt Regensburg liebäugeln auch die Kommunen im Landkreis. Zu Hauptverkehrszeiten, ist die Zukunftsvision mit einer Stadtbahn, die in einer Taktung von wenigen Minuten durch die Stadt fährt, eine verlockende Vorstellung. Hier möchte sich der Landkreis gerne einklinken. Die Stadt Neutraubling möchte an der Zukunftsvision von einer schnellen Anbindung an Regensburg profitieren.

In der jüngsten Sitzung des Stadtrats am Donnerstagabend informierte Josef Weigl, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Förderung des öffentlichen Nahverkehrs und des Regensburger Verkehrsverbunds, zum Sachstand und den Zukunftsaussichten.

Erwartungen sind groß

Die Stadtbahn sei in aller Munde und er habe in den kurzen Gesprächen vor Sitzungsbeginn schon festgestellt, dass die Erwartungshaltung groß sei, wie denn das neue Konzept aussehe, begann Weigl seinen Informationsvortrag. Wenn die Stadtbahn einmal realisiert sei und diese auf eigener Trasse schnell und attraktiv am Stau des Individualverkehrs vorbeifahren würde, dies sei eine tolle Vorstellung, lockte er. Man müsse die Menschen in die öffentlichen Verkehrsmittel bringen, warb der GGN-Geschäftsführer. Allerdings stehe fest, dass man den Individualverkehr nicht ersetzen, aber ihn zumindest verdrängen und ergänzen könne, erklärte er.

Im Anschluss stellte er die Voruntersuchungen zu einer Erweiterung der Stadtbahn in den Landkreis vor. Mittels einer Grafik der beiden geplanten Strecken der Regensburger Stadtbahn zeigte er die angedachte Verlängerung zur Stadt Neutraubling vom Endpunkt Burgweinting ausgehend vor. Weigl erläuterte auch die Rahmenbedingungen, die notwendig sind, damit überhaupt weiterführende Überlegungen zu einer Verlängerung der Stadtbahnstrecke notwendig seien. Unter anderem sind dies 1000 bis 2000 Fahrgäste an einem Tag pro Kilometer in beide Richtungen.

Die Bewertung einer Verlängerung nach Neutraubling habe ergeben, dass diese mittelfristig als Option beibehalten werden solle. Die Kosten für die knapp sieben Kilometer lange Strecke bezifferte er mit rund 100 Millionen Euro. Allerdings gehe die ganze Überlegung davon aus, dass die Stadtbahn Regensburg bereits im Betrieb und die vorhandenen Waggons ausreichen würden, verwies Weigl mehrfach. Neutraubling habe zukunftsweisend eine entsprechende Trasse für die geplante Verlängerung der Stadtbahn freigehalten, hob Weigl hervor. Man müsse mit einem Planungshorizont von rund zehn Jahren rechnen, gab Weigl an. Er gehe davon aus, dass man in rund fünf Jahren, wenn das Regensburger Projekt auf dem Weg sei, in vertiefende Untersuchungen bezüglich einer Verlängerung nach Neutraubling einsteigen könne.

Für das nächste Jahr kündigte er an, dass man sich mit den Neutraublinger Buslinien 30, 31 und 33 befassen wolle. Hier wolle man Verbesserungen hinsichtlich der Taktung, Abend- und Wochenendanbindung erreichen, stellte der Verkehrsexperte in Aussicht.

Bahn kam alle sieben Minuten

Bürgermeister Heinz Kiechle bedankte sich für die informative Vorstellung und sagte, dass er als Schüler die Regensburger Straßenbahn noch erlebt habe. Einen Fahrplan habe er nicht studieren müssen, denn alle sieben Minuten sei die Bahn gekommen und für zehn oder 20 Pfennig habe man durch die Stadt gondeln können, schwelgte er in Erinnerungen. Auch, wenn es bis zur Realisierung der Stadtbahn und einer Verlängerung nach Neutraubling noch lange dauern werde, sei es die Verpflichtung des Stadtrats, jetzt schon in die Zukunft zu blicken.

Harald Stadler bewertete das Projekt Stadtbahn als positiv, allerdings kritisierte er, dass der ländliche Raum gegenüber Metropolen in Ballungsräumen im Nachteil sei und hier die Fördervoraussetzungen eine enorme Hürde darstellen würden. Die geforderten Fahrgastzahlen und die damit verbundene Förderung zu erreichen, sei schwierig bis unmöglich. Er bezweifle, dass die Menschen die Kombination Bus/Stadtbahn nutzen würden, wenn sie mit dem Auto in kürzerer Zeit am Ziel seien. Gabriele Drallmer sprach bei der Stadtbahn von einer wichtigen Investition und meinte, man müsse Anreize schaffen, damit die Menschen diese dann nutzen würden. Auch wenn man dafür viel Geld in die Hand nehmen müsse und man einen langen Atem brauche, denn es werde noch lange dauern, bis alles verwirklicht sei.

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