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Neutraublings neuer Chef

Seit dem 1. Mai ist Harald Stadler Bürgermeister der Stadt Neutraubling. Der MZ erzählt er von seinen ersten Amtstagen.
Von Petra Schmid

Harald Stadler lenkt nun die Geschicke Neutraublings.
Harald Stadler lenkt nun die Geschicke Neutraublings. Foto: Petra Schmid

Neutraubling.Bei der Kommunalwahl am 15. März wurde Harald Stadler zum Bürgermeister der Stadt Neutraubling gewählt. Der Freie Wähler hat am 1. Mai sein Amt als Rathauschef der Wirtschafts- und Schulstadt angetreten. Bei der konstituierenden Sitzung überreichte ihm Stadtratskollege Wolfgang Kessner als ältestes Mitglied des Stadtrats feierlich die Amtskette.

Nun ist Bürgermeister Stadler bereits einige Wochen im Amt und erzählt der Mittelbayerischen von seinen ersten Erfahrungen als Chef der Stadt Neutraubling. Er freue sich nicht nur über seinen Wahlsieg gegen die Mitbewerber der CSU, SPD und Aktiven Bürger/Grüne, sondern auch über den Zuwachs an Stadtratsmandaten, die seine Fraktion errungen habe, erzählt er mit einem strahlenden Lächeln. Die Neutraublinger hätten seine kommunalpolitische Arbeit der vergangenen 20 Jahre honoriert und sein Durchhaltevermögen habe sich rentiert, betont Stadler.

Wie seine ersten Tage im Amt gewesen seien, bewertet der Bürgermeister mit: „Super, ich bin glücklich, dass ich das Ziel erreicht habe.“ Er habe naiverweise gedacht, er habe eine gewisse Zeit sich einzuarbeiten, aber diese Zeit habe es nicht gegeben, räumt Stadler ein. Der Start sei von null auf hundert erfolgt, aber die Verwaltung stehe ihm gut zur Seite, versichert er. „Sie haben es mir leicht gemacht und sind sehr motiviert“, bewertet er seine Angestellten.

„Es macht mich stolz, meine Heimatstadt mitzugestalten.“

Harald Stadler, Bürgermeister

Er habe sich trotz vieler neuer Aufgaben Zeit für persönliche Gespräche mit den einzelnen Mitarbeitern genommen, denn es sei ihm wichtig, dass man sich gegenseitig aufeinander einstellen könne, erklärt der Rathauschef seinen Führungsstil gegenüber der Verwaltung. Er habe den Eindruck gewonnen, dass die Verwaltungsmitarbeiter sehr offen und aufgeschlossen in den Gesprächen auch Anregungen oder Wünsche geäußert hätten. Im Laufe der Zeit werde sicher das eine oder andere auf den Weg gebracht werden, um Verbesserungen zu erreichen, hebt Stadler hervor. Es sei etwas Geduld gefragt, um alles nach und nach abzuarbeiten, appelliert er. Auf alle Fälle wolle er alles, was gut sei, beibehalten und anderes optimieren. „Viele der Angestellten kenne ich persönlich und ich möchte mit allen zusammen Neutraubling vorwärtsbringen“, verspricht der neue Bürgermeister.

Tragbare Lösungen finden

Das Motto „Miteinander für Neutraubling“ wolle er auch im Stadtrat anwenden, um die Stadt vorwärtszubringen. Ihm sei wichtig, zielführend zu diskutieren und er sehe diesen Aspekt für die nächsten sechs Jahre positiv, blickt Stadler voraus. Sicherlich würden auch in Zukunft unterschiedliche Sichtweisen aufeinandertreffen, jedoch sei es wichtig, zum Wohle der Heimatstadt eine für alle tragbare Lösung zu finden, hebt der Rathauschef hervor. Die künftigen Projekte seien schließlich vielfältig.

Als Beispiel nannte Stadler die Kinderbetreuung. Der neue Kindergarten, der sich gerade im Bau befindet, sei schon wieder voll, bevor er fertig ist. Die Eltern würden schließlich Planungssicherheit brauchen, macht der Bürgermeister deutlich. Jedes Kind solle den notwendigen Betreuungsplatz bekommen, ob nun in Krippe, Kindergarten, Hort oder Mittagsbetreuung.

Hier möchte Stadler anpacken

  • WLAN:

    Derzeit gibt es in Neutraubling kein freies WLAN. Das und auch das digitale Rathaus sollen kommen.

  • Umweltschutz:

    Sinnvolle Energiesparmaßnahmen wie LED-Leuchten sollen realisiert werden.

  • Wohnungsbau:

    Geförderter Wohnungsbau soll nach Möglichkeit von der Stadt selbst angepackt werden.

Als großes Projekt stehe das neue Hallenbad an. Er befürchte, dass die Kosten noch steigen werden, obwohl man bereits den Rotstift angesetzt habe. Es werde eine „schwere Kiste“, aber das Projekt sei schon zu weit fortgeschritten, als dass man es noch stoppen oder großartige Umplanungen vornehmen könnte. Es sei gut, dass in den vergangenen Jahren ein Schuldenabbau erfolgt und nun die Stadt schuldenfrei sei, dies verschaffe einen gewissen Spielraum, meint Stadler. „Meine eigenen Gestaltungsmöglichkeiten werden durch die derzeitige Lage extrem eingeschränkt“, bedauert er und erklärt, dass er einen Rückgang der Einnahmen wie etwa bei der Gewerbesteuer erwarte. Maßnahmen, die zurückgestellt wurden, würden wohl noch länger zurückgestellt bleiben, befürchtet der Bürgermeister.

Die Aufgaben, die anstehen, seien vielfältig, etwa die Standortsicherung der Polizei durch Sanierung des Gebäudes oder Verbesserungen beim öffentlichen Nahverkehr. Es gebe zwar keine großen Problematiken, aber an der einen oder anderen Schraube könne noch gedreht werden, meint Stadler. Ihm schwebe beispielsweise ein zweiter Wertstoffhof für die Stadt Neutraubling vor. Man könne laute und riechende Wertstoffe wie etwa Glasmüll, der beim Einwerfen scheppere, oder Grüngut und Bauschutt aus der Stadtmitte in einen weiteren Wertstoffhof an den Rand Neutraublings verlagern, überlegt der Rathauschef.

Eingefahrene Gleise verlassen

Die Corona-Krise verursache für die Verwaltung einen enormen Arbeitsaufwand, vieles müsse verändert werden und stehe auf dem Prüfstand. Der einzige positive Aspekt, den man der derzeitigen Lage abringen könne, sei die Tatsache, dass man einige Dinge von einer anderen Warte aus betrachte und hinterfrage, ob man etwas verbessern könne. Stadler: „Es ist eine Möglichkeit andere Wege zu gehen, weg von eingefahrenen Gleisen.“

Da bedingt durch die Corona-Pandemie das gesellschaftliche Leben brachliege, sei es für ihn in dieser Hinsicht auch ein sanfter Einstieg. Freilich fehle ihm die Möglichkeit, mit den Bürgern intensiv in Kontakt zu kommen. Denn es gebe zwar Verwaltungsangelegenheiten, aber keine Festlichkeiten oder Jubiläumsbesuche. Derzeit würden die Glückwünsche nur per Karte erfolgen, bedauert Stadler. Freilich freue sich seine Familie, dass der Feierabend und das Wochenende noch weitgehend für sie reserviert seien. Ob er in sechs Jahren wieder seinen Hut in den Ring werfen wolle, das müssten die nächsten Jahre zeigen, sagt Stadler augenzwinkernd. Wenn er fit sei und die Bestätigung der Bürger spüre, könne er sich vorstellen, weiter Bürgermeister zu sein, meint er diplomatisch.

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