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Nur Mitgefühl ist ihr zu wenig

Die Regenstauferin Sonja Merl packt an, wenn Hilfe nötig ist. In der Corona-Krise sammelt sie für „Rengschburger Herzen“.
Von Sabine Norgall

Sonja Merl räumt zusammen mit Gerhard Fuchs von gleichnamigen Autohaus dessen Kleinbus voll mit haltbaren Lebensmitteln. Bereits zum dritten Mal brachte sie einen vollen Kofferraum mit Hilfsgütern zu Arno Birkenfelder von den „Rengschburger Herzen“. Foto: Sabine Norgall
Sonja Merl räumt zusammen mit Gerhard Fuchs von gleichnamigen Autohaus dessen Kleinbus voll mit haltbaren Lebensmitteln. Bereits zum dritten Mal brachte sie einen vollen Kofferraum mit Hilfsgütern zu Arno Birkenfelder von den „Rengschburger Herzen“. Foto: Sabine Norgall

Regenstauf.Mit „Sonjas Bügelstube“ in der Regenstaufer Hauptstraße ist Sonja Merl in erster Linie Unternehmerin. Doch wer dort seine Bügelwäsche abgibt oder abholt, dem wird eines ganz schnell klar, die Bügelstube ist noch viel mehr: Kontaktzentrale, bei der jeder gefragt wird, wie es ihm denn so geht, wo immer Zeit ist für einen kleinen Ratsch, Regenstaufer Informationsknotenpunkt oder auch Hilfszentrale.

Neben der akkurat gefalteten Bügelwäsche türmen sich dort auch Tüten und Pappkartons voller Altkleiderspenden. Mal sind sie gedacht für ein Hilfsprojekt in Indien, mal sammelt Sonja Merl für die Regenstaufer Kleiderkammer. Diese wurde von der Regenstauferin Thea Lohner-Strebl ins Leben gerufen und Sonja Merl arbeitet dort jeden Freitag und Samstag mit. Das heißt, sie hat dort gearbeitet. Als die Corona-Krise begann, schloss auch die Regenstaufer Kleiderkammer aus Gründen des Seuchenschutzes.

Corona

Regenstauf hilft mit Vernunft

In der Krise unterstützt man sich auch in Zeitlarn und Wenzenbach. Notwendiges passiert. Wünschenswertes wird verschoben.

Doch gerade in der Krise wollte Sonja Merl sich für andere engagieren. Ein Vorsatz, der zunächst gar nicht so leicht umzusetzen war. Da sich bei ihr im Geschäft weiter die Kleiderspenden sammelten, bot sie diese Hilfsorganisationen in Regensburg an. Doch auch dort hatte man sich, wie überall in der Pandemie, abgeschottet. Kontakte sind auf das Notwendigste beschränkt.

Wo wird Hilfe gebraucht?

Schließlich stieß Sonja Merl auf den Verein der „Rengschburger Herzen“ mit seinem rührigen Vorsitzenden Arno Birkenfelder. Die „Rengschburger Herzen“ sammeln alles, womit sie Menschen in Not helfen können, bestückten damit auch den Regensburger Gabenzaun. Schon nach dem ersten Kontakt mit Arno Birkenfelder wusste Sonja Merl, was dort besonders gebraucht wurde. Trockenlebensmittel wie Reis oder Nudeln oder auch Obstkonserven waren gefragt. Auch an Hygieneartikeln besteht immer Bedarf. An den Regensburger Gabenzaun werden mittlerweile zwar keine Lebensmittel mehr gehängt, aber für Bedürftige öffnet Arno Birkenfelder gerne den großen Container, in dem die Lebensmittel gelagert werden.

Verein von Helfern

  • Verein:

    Den Hilfsverein der „Rengschburger Herzen“ gibt es seit Ende 201 unter Führung von Arno Birkenfelder.

  • Mitglieder:

    Aktuell hat der Verein rund 50 Mitglieder, es kommen aber ständig Sachspenden herein. Viele überweisen auch Geld, damit die engagierten Helfer damit andere unterstützen können. Birkenfelder will vor allem wachrütteln und auch andere motivieren zu helfen.

Bei der Beschaffung der Hilfsgüter bewährte sich Sonja Merls Kontaktzentrale, ihr ganz persönliches Netzwerk an Unterstützern. Mit der Bügelwäsche wurden nun auch die gewünschten Lebensmittel bei ihr abgegeben. Einige Kunden spendeten Geld, damit sie gezielt das einkaufen konnte, was besonders gebraucht wurde.

Menschen

Regensburgs König der Herzen

Arno Birkenfelder hilft an allen Ecken und Enden: mit einer Ladung Brezen, Liedern für Senioren, einem Zaun voller Gaben.

Dabei kamen so viele Hilfsgüter zusammen, dass sich Sonja Merl im Autohaus Fuchs kostenlos dessen Kleinbus ausleihen durfte, damit sie die gespendeten Lebensmittel zu Arno Birkenfelder in die Straubinger Straße nach Regensburg bringen konnte.

Erfreut nahm Arno Birkenfelder die Hilfslieferung aus Regenstauf in Empfang. Foto: Merl
Erfreut nahm Arno Birkenfelder die Hilfslieferung aus Regenstauf in Empfang. Foto: Merl

Nach der zweiten Lieferung kam Sonja Merl die Idee, jetzt nicht mehr nur auf ihre Bekannten, sondern auch gezielt auf die Regenstaufer Geschäftsleute zuzugehen, und um eine Spende zu bitten. Unterstützt wurde sie dabei vor allem vom örtlichen Edeka-Markt. Mit dem Gutschein, den sie dort bekam, konnte sie gezielt aus dem Sortiment auswählen. So wurde der große Kofferraum noch ein drittes Mal mit Hilfsgütern gefüllt.

Sammeln für den Nikolaus

Nach der dritten Lieferung soll nun vorläufig erst einmal Schluss sein. Merl: „Wenn man das alles alleine organisiert und durchzieht, bedeutet das einen enormen Zeitaufwand. Ganz allein mach ich das nicht mehr.“ Den Kontakt zu den „Rengschburger Herzen“ und Arno Birkenfelder will Sonja Merl aber auf keinen Fall abreißen lassen. Im November, hat sie sich vorgenommen, will sie wieder eine große Sammelaktion starten. Dann sammelt sie Spenden, um Birkenfelder bei einer Nikolausaktion für Kinder zu unterstützen.

In der Zwischenzeit wird es Merl aber sicher nicht langweilig: „Es wird Zeit, dass wir uns wieder um die Regenstaufer Kleiderkammer kümmern. Ich bin überzeugt, viele warten schon darauf, dass wir endlich wieder aufmachen.“

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