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Jubiläum

Obst- und Gartenbauverein wird 75

1944 wurde der Verein von 14 Nittendorfer Landwirten gegründet. Ziel war es, die Obstversorgung in der Gemeinde zu sichern.
Von Paul Neuhoff

Das kleine OGV-Vereinsheim ist Treffpunkt für viele Aktivitäten. Foto: Paul Neuhoff
Das kleine OGV-Vereinsheim ist Treffpunkt für viele Aktivitäten. Foto: Paul Neuhoff

Nittendorf.Der Obst- und Gartenbauverein Nittendorf feiert unter der Führung von Gabi Kleiner in diesen Tagen 75. Geburtstag. Ein Blick in die Vereinschronik zeigt nicht nur die Entwicklung des Vereins, sondern auch den Wandel in der Gartenkultur.

14 Nittendorfer Landwirte trafen sich 1944, um den Obstbauverein zu gründen. Vorrangiges Ziel war in der Zeit des Mangels die Sicherstellung der Obstversorgung durch Eigenanbau. Nach dem Krieg wandelte sich die Bevölkerung im Bauerndorf durch den Zuzug vieler Heimatvertriebener merklich.

Auch diese Neuankömmlinge waren auf Selbstversorgung angewiesen. Die Gemeinden, so auch Nittendorf wiesen für die Siedler Baugrundstücke mit einer Größe von etwa 1000 Quadratmeter aus. Im Laufe der 1950er Jahre entwickelten sich die Gärten eher zu Gemüsegärten.

1967 sollte Verein wiederbelebt werden

Der Austausch im Verein war aber offensichtlich nicht mehr so gefragt. Jedenfalls lud der OGV-Kreisverband im November 1967 in Nittendorf zu einer Versammlung zur Wiederbelebung des Vereins ein. Die Initiative war erfolgreich und stand für eine steile Entwicklung der Gemeinschaft. Für den Posten des Vorsitzenden stellte sich Ewald Antl zur Verfügung. Der leidenschaftliche Gärtner führte den Verein fortan 33 Jahre lang.

Ein Hinweis auf die Entwicklung zum intensiven Gemüseanbau waren in den folgenden Jahren Sammelbestellungen für Torf zur Verbesserung der zum Teil sehr lehmigen Erde in den neuen Siedlungen. So hatten 1969 die Hobbygärtner in einer Sammelbestellung über 80 Ballen des heute umstrittenen Materials geordert. Im Laufe der folgenden Jahre konnte man auch im Dorf immer mehr Lebensmittel in Läden kaufen.

Wandel hin zu Freizeit- und Blumengarten

Die Folge war ein Wandel vom reinen Gemüsegarten hin zum Freizeit- und Blumengarten. Dies fand seinen Niederschlag in den Vorträgen, die der Gartenbauverein auch heute noch regelmäßig anbietet. Baumschnittkurse waren mit der Zeit immer weniger gefragt. Dafür folgten Themen wie „Garten als Lebensraum“ oder „Gartengestaltung mit Stauden und Sträuchern“ und später Referate über Biogemüseanbau. Der legendäre Rosenmontagsball, den Ewald Antl ins Leben gerufen hatte, fiel in den 1980er Jahren ebenso dem Zeitgeist zum Opfer wie die Geranien an vielen Balkonen und Fenstern, die man heute kaum noch sieht.

Alle Veränderungen hat aber die alljährliche Auszeichnung von Gartenbesitzern überstanden, die für die ihre Bemühungen um ihre Gärten zum Ortsbild oder zur Erhaltung der Natur beitragen. Hatten früher Balkonblumen für eine Ehrung ausgereicht, so liegen die Bewertungskriterien heute eher bei der naturnahen Bewirtschaftung und Gestaltung.

Vereinsaktivitäten

  • Fortbildung:

    Ein Ziel ist es schon seit Jahrzehnten, Gartenbesitzern über Referate von Fachleuten Wissen über Gartengestaltung und Anbau von Pflanzen zu vermitteln.

  • Geselligkeit:

    Kleine Feste am Vereinshaus, Mitwirken an Festen der Dorfgemeinschaft oder auch Ausflüge und Wanderungen sorgen für Zusammenhalt.

Den Verein führte ab 1997 für 16 Jahre Paul Neuhoff, der auch die OGV-Kindergruppe „Die grünen Finger“ ins Leben rief. 2014 übernahm Hannelore Kaiser den Vorsitz, die das Amt nur kurz ausüben konnte. Danach kam für den Verein eine schwierige Zeit. Die damalige zweite Vorsitzende Monika Atzler führte den Verein kommissarisch, es fand sich aber niemand für das Spitzenamt. Die Vorstandschaft dachte schon an Auflösung.

Jugendgruppe gegründet

Dann aber erklärte sich Gabriele Kleiner, die bis dato keine Verbindung zum Verein hatte, 2017 bereit, die Gemeinschaft zu führen und brachte zudem auch noch Kandidaten für die Posten des Kassiers und des Schriftführers mit. Das Trio führt mit bewährten Beisitzern den Verein seitdem auf frische Art. So wurde jüngst die Satzung neu gefasst und eine Jugendgruppe „Grüne Wilde“ gegründet. Wie Kleiner der Mittelbayerischen erklärt, macht ihr das Ehrenamt Spaß. Sie hofft allerdings, dass zu den jetzt gut 200 Mitgliedern in Zukunft auch Jüngere dazustoßen. Die Vorsitzende lädt alle Bürger am Sonntag ab 13:30 Uhr zum Festnachmittag im Gasthaus Stepper ein.

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