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Jagd

Parforce-Klänge krönen die Hubertusfeier

Waidmänner beleben in Bad Abbach eine alte Tradition, die in früheren Zeiten nur Fürsten und Königen vorbehalten war.
Von Josef Eder, MZ

In feierlichem Rahmen fand im Garten des Brauereigasthofs Zirngibl die Hubertusfeier statt. Fotos: Eder
In feierlichem Rahmen fand im Garten des Brauereigasthofs Zirngibl die Hubertusfeier statt. Fotos: Eder

Bad Abbach.Eine beachtliche Strecke an Rot-, Schwarz-, Nieder- und Federwild sowie eine Gams lagen bei der ersten Hubertusfeier, die in diesem Rahmen stattfand, im Garten des Brauereigasthofs Zirngibl in Bad Abbach. Das Wild kam aus den Revieren rundherum sowie aus dem Truppenübungsplatz Hohenfels in der Oberpfalz. In Letzterem sind Hirsche beheimatet.

Nach Jagdsignalen der Oberpfälzer Parforce-Hornbläser mit ihren B-Hörnern unter der Leitung von Hubert Bäuml erklang „Jagd vorbei“, bevor das Halali geblasen wurde. Vor dem Verblasen der Strecke feierten in der voll besetzten Christophorus-Kirche die Waidmänner und -frauen ihre Hubertusmesse. Die Bläser gestalteten sie hier mit S-Hörnern feierlich. Dekan Anton Dinzinger begann die Messfeier mit launigen Worten, gerichtet an Michael Hofer, den Wirt des Brauereigasthofs.

„Sie schauen auf ihre Kundschaft, ich auf die meinige. Wenn wir uns wie heute zusammentun, haben wir beide unser Haus voll. Der Schöpfer erlaubt dies, denn wir gehen gut mit ihm, der Natur und all seinen Geschöpfen um“, sagte der Pfarrer. Hubertus – so die Legende – war ein Jäger, der auch am Karfreitag jagte, nachdem seine Ehefrau im Kindsbett, bei der Geburt seines ersten Sohnes Floribertus gestorben war. Er war ein Trophäenjäger. Solche streben in der heutigen Zeit nach Gewinn. Sie suchen Elfenbein, Felle, oder andere jagten nach Öl. Stars nach Ruhm. Alle jagen, aber die Jäger jagen Wild. Hubertus wurde Bischof. Die Jagd sei keine Sünde, so Dinzinger. Sie müsse sich in den Dienst der Natur stellen. Die Jäger seien Gleichgesinnte mit der Natur. Dem Halali muss ein Halleluja folgen. Mit dem kraftvoll intonierten „Te Deum“ endete der Gottesdienst. „Pfarrer ist an Tagen wie heute der allerschönste Beruf“, so Dinzinger abschließend.

Hubertusfeier

  • Legende:

    Hubertus wurde 656 oder 658 als ältester Sohn des Herzogs Bertrand von Toulouse geboren. Die Legende erzählt, dass er auf der Jagd von einem prächtigen Hirsch mit einem Kruzifix zwischen dem Geweih bekehrt wurde.

  • Parforce-Hornbläser:

    Die Oberpfälzer Bläser wurden 1989 in Burglengenfeld gegründet.

  • Ziel der Musiker:

    Im Vordergrund steht die konzertante Interpretation historischer, zeitgenössischer Jagdmusik, wie sie früher an den Höfen gepflegt wurde und wie sie heute noch bei festlichen jagdlichen Anlässen geblasen wird. Die Oberpfälzer Gruppe ist mehrfacher bayerischer Meister im Parforcehornblasen des BJV. (lje)

Der Geistliche segnete die aufgelegte Strecke und auch einen anwesenden Jagdhund, der sich sofort mit dem Pfarrer anfreundete. Reinhard Proske von den Bläsern erklärte den Anwesenden das Ritual des Verblasens.

Hofer, selbst ein Jäger, wollte die Feier eigentlich schon im Vorjahr durchführen. Aber die Vorbereitungszeit wurde immer kürzer. So begann der gebürtige Rottaler zusammen mit Bernhard Bäuml diesmal schon im Mai. Mit 200 Sitzplätzen war der Saal, bei dem das Wildbret serviert wurde, ausverkauft. Eine Wiederholung 2018 ist vorgesehen.

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