mz_logo

Landkreis
Sonntag, 23. September 2018 24° 7

Kampfsport

Pfakofener Kickboxer will den WM-Titel

Dominik Santl kämpft am Samstag gegen den Profi-Weltmeister. Er rechnet sich gute Chancen aus, den Kontrahenten zu bezwingen.
Von Walter Schiessl

Das tägliche Training ist die Voraussetzung für Dominik Santls Erfolg. Foto: Schiessl
Das tägliche Training ist die Voraussetzung für Dominik Santls Erfolg. Foto: Schiessl

Pfakofen.Dominik Santl ist ein Sportler durch und durch. Der inzwischen fast 19-jährige gebürtige Pfakofener hat sich von früher Jugend an dem Kickboxen verschrieben, einer überaus harten Sportart. „Von meinen 40 Kämpfen habe ich nur einen einzigen am Anfang verloren“, sagt der junge Mann, der fünfmal in der Woche fleißig trainiert. Am Samstag wird Santl gegen den kroatischen Profi-Pro-AM-Weltmeister Filip Topic (22) antreten und versuchen, ihm diesen Titel abzunehmen. Seine Freunde, Verwandten und Fans haben extra einen Reisebus gechartert, der die Anhänger an den Ort des Geschehens, nach Würzburg in die S` Oliver Arena, bringt.

Dominik Santl wusste schon als kleiner Bub, dass das Kickboxen für ihn das Größte sei. In Vater Alex und der Mama Claudia fand er schnell perfekte Unterstützer, mussten sie doch den jungen Sportler immer wieder zum Training fahren. Lange Zeit war das erst nach Regensburg in die Kung Fu Schule, später nach Obertraubling und vor vier Jahren kam er zum Regensburger Verein „Galaxy“Gym, wo er in Caj Waldenberger (60) den richtigen Coach fand. Neben dem Ausüben der eigentlichen Kampftechniken betreibt Santl auch Sportarten wie Radfahren, extrem Bergsteigen, Laufen oder Schwimmen, um seinen durchtrainierten Körper vielseitig fit zu halten.

Der Newcomer überrascht

Trainer Waldenberger schult Dominik Santl. Foto: Schiessl
Trainer Waldenberger schult Dominik Santl. Foto: Schiessl

Kickboxen ist eine Kampfsportart, bei der das Schlagen mit Füßen und Händen wie bei den Kampfsportarten (Karate oder Taekwondo) mit konventionellem Boxen verbunden wird. In den einzelnen Sportverbänden ist unterschiedlich geregelt, ob der Gegner gehalten werden darf oder welche Trefferflächen beim Gegenüber erlaubt sind. Tiefschläge sind immer tabu, jedoch sind in manchen Verbänden Tritte auf die Oberschenkel erlaubt. Dies nennt man in der Fachsprache Kickboxen nach K-1 Regeln und ist demnach etwas härter als das konventionelle Kickboxen, da auch das Knie noch mit eingesetzt werden darf.

Dominik Santl tritt in der Internationalen Sport Kickbox Alliance (ISKA) an, einer der größten Kickbox-Organisationen weltweit an. Der Ausnahmeathlet, der trotz seiner erst 18 Jahre schon 1,93 Meter groß und 85 Kilogramm schwer ist, nimmt große Belastungen auf sich, um sich fit zu halten. Nach seinem Dienst in einem Regensburger Elektrounternehmen heißt es für den Sportler abends fast täglich noch zwei bis drei Stunden zu trainieren.

„Wenn es klappt, werde ich mit 18 der erste Weltmeister im Profi-Bereich!“

Dominik Santl, Kickbox-Talent

Todmüde, so erzählt Dominik Santl, falle er täglich ins Bett, um sich dann wieder am nächsten Tag um sechs Uhr früh auf die Socken zu machen, um rechtzeitig am Arbeitsplatz zu sein. Auf die Frage, warum er sich das antue, sagt der Sportler, es sei natürlich sehr schön, von Erfolg zu Erfolg zu eilen, „gerade in meinem jungen Alter“. Die erfolgreichen Kickboxer seien in der Regel zwischen 25 und 30 Jahre alt, hätten also schon ein gutes Stück mehr Erfahrung im Gepäck.

Aber als Newcomer könne man schon für Überraschungen sorgen, lacht der 18-Jährige. Die hartgesottenen Konkurrenten wunderten sich aber bislang immer wieder über die Schlagkraft, die Technik und die Vehemenz, mit der Dominik Santl bei seinen Kämpfen zur Sache geht.

Auch das Training mit den Hanteln gehört dazu. Foto: Schiessl
Auch das Training mit den Hanteln gehört dazu. Foto: Schiessl

Natürlich geht den Kämpfen, die fünfmal drei Minuten dauern, ein intensives Studium des Gegners voraus. „Da schaue ich mir die Aufzeichnungen mehrerer Kämpfe an und analysiere den Bewegungsablauf des Kontrahenten“, erzählt Santl, dessen Eltern und Großeltern zu allergrößten Fans des Juniors geworden sind. „Wenn ich mir ansehe, was er alles in Kauf nimmt, um beim Kickboxen vorne mit dabei zu sein, dann kann ich ihm nur ein Riesen-Kompliment machen“, sagt sein Vater¨. Seine Mama Claudia wird im 240 Mitglieder zählenden Verein spaßeshalber „Orgaqueen“ bezeichnet, kümmert sie sich doch um das Drumherum bei „Galaxy“.

Der Gegner kommt von vorne

Dominik Santl hat sein Augenmerk derzeit ganz auf den großen Kampf am Samstag gerichtet. „Der Kroate ist 2,03 Meter groß und hat natürlich längere Arme und Beine“, sagt er. Der Vollblutathlet weiß, dass es bei den Kämpfen kräftig zur Sache geht. Der junge Mann erzählt, dass man von den harten Schlägen und Treffern natürlich Blessuren davon tragen könne, „das ist aber nicht so schlimm wie beim Fußball oder Handball“. Denn beim Kickboxen komme der Gegner immer von vorne, merkt Caj Waldenberger an.

Aber, so erklärt der ehrgeizige Dominik Santl seine Philosophie, gekämpft habe man schon immer, in alten Zeiten und natürlich auch jetzt. Zu seinen bisher erreichten Erfolgen zählen der Amateur-Weltmeistertitel 2015 in Portugal, Amateur-Weltmeister 2016 in Dublin, European-Championship-Sieger 2017 in Karlovac Kroatien, European Champion 2017 Profi-Pro-AM sowie mehrfacher Deutscher Meister. Das Kickboxen verleihe ihm Selbstbewusstsein, sagt Dominik Santl. Und wenn man mit 18 Jahren schon Weltmeister im Profibereich sein könne, dann sei das schon etwas ganz Außergewöhnliches, darin stimmen Vater und Sohn überein.

Mehr Nachrichten aus dem Landkreis Regensburg lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht