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Verkehrsüberwachung

Pittmansdorf ist Raser-Hotspot

129 Verstöße wurden dort registriert. Der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit legte dem Stadtrat seine Bilanz vor.
Von Bernhard Seiberl

Mit der Aktion „Gelbe Karte“ werden Falschparker verwarnt. Es gibt auch Rosen als Lob. Foto: Krenz
Mit der Aktion „Gelbe Karte“ werden Falschparker verwarnt. Es gibt auch Rosen als Lob. Foto: Krenz

Hemau.Seit gut einem Jahr ist die Stadt Hemau Mitglied beim Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz. Geschäftsstellenleiter Maximilian Köckritz vom Zweckverband bilanzierte das Zahlenwerk für den Hemauer Bereich im Rahmen der letzten Stadtratssitzung. Bürgermeister Hans Pollinger sieht die Mitgliedschaft im Zweckverband als Erfolgsgeschichte. „Wir haben mit der Mitgliedschaft eine richtige Entscheidung mit einem effizienten Partner getroffen“, so der Bürgermeister. Besonders beeindruckt zeigte sich das Stadtoberhaupt von der statistischen Auswertung bei Unfällen mit Fußgängern.

Kollidiert ein Fußgänger mit einem 65 km/h schnellen Personenkraftwagen, sterben acht von zehn Fußgängern – wenn die Geschwindigkeit auf 50 km/h reduziert ist, wie innerorts vorgeschrieben, überleben acht von zehn Fußgängern. Nach wie vor ist erhöhte Geschwindigkeit die Ursache Nummer eins bei Unfällen mit Todesfolge. In Bayern haben sich dabei die Zahlen der Todesfälle sogar im Jahresvergleich erhöht. Konnten im Jahr 2016 215 Todesfälle verzeichnet werden, erhöhten sie sich im Jahr 2017 um elf Personen auf 226.

Gelbe Karten und gelbe Rosen

Die Ortsdurchfahrt Pittmannsdorf, von Hemau kommend, durch den abfallenden Straßenverlauf und die Kürze der Ortschaft, werden oftmals die vorgeschriebenen 50 km/h nicht eingehalten. Auch die Überschreitung von 65 km/h sind leider keine Seltenheit.
Die Ortsdurchfahrt Pittmannsdorf, von Hemau kommend, durch den abfallenden Straßenverlauf und die Kürze der Ortschaft, werden oftmals die vorgeschriebenen 50 km/h nicht eingehalten. Auch die Überschreitung von 65 km/h sind leider keine Seltenheit.

Der Zweckverband mit Sitz in Amberg bot seine Dienstleistung zunächst für die Oberpfälzer Region an, mittlerweile sind auch Gemeinden aus Niederbayern und auch aus Franken Mitglieder. Im November 2014 gegründet startete der Verband mit elf Gemeinden und hatte sieben Mitarbeiter, mittlerweile hat das Unternehmen über 70 Gemeinden unter Vertrag und ist auf rund 50 Mitarbeiter angewachsen.

Die aktuellen Probleme

  • Pittmannsdorf:

    Die Ortsdurchfahrt Pittmannsdorf, von Hemau kommend: Durch den abfallenden Straßenverlauf und die Kürze der Ortschaft werden oftmals die vorgeschriebenen 50 km/h nicht eingehalten. Auch die Überschreitung von 65 km/h ist leider keine Seltenheit.

  • Parken:

    Außerdem ist in der Innenstadt das Parken in verkehrter Fahrtrichtung nach wie vor ein Problem. Auch in Zukunft sollen je 14 Stunden monatlich der fließende Verkehr und genauso lang der ruhende Verkehr überwacht werden. Es wird auch immer wieder Aktionen geben.

Die Schwerpunkte der Überwachung liegen nach wie vor beim falschen Parken und der Geschwindigkeitskontrolle, aber auch mit Sonderaktionen versucht der Verband, auf die Verkehrsteilnehmer einzuwirken. Beispielsweise wird bei veränderten Verkehrsführungen bei Verstößen zunächst mit einer „Gelben Karte“ ermahnt, mit Plakaten und Flyern aufmerksam gemacht, aber auch der „Richtigparker“ an bestimmten Tagen mit einer Dankkarte und einer gelben Rose belohnt.

Ein zunehmendes Problem ist die Verkehrssituation rund um Schulen und Kindergärten, diese Problematik gilt es anzugehen. In Hemau ist hier vor allem die Schule am Mönchsberg betroffen.

Politik

Hemau denkt über Knöllchen nach

Im Stadtrat ging es um willkürliche Parkerei, Raserei und die Folgen. Ob die Kommune Verkehrsüberwachung einführt, ist offen.

Klassiker: „Die Waldhäuslkurve“

Im Hemauer Bereich wurden im vergangen Jahr 50 Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt, von den 28 500 gemessenen Kraftfahrzeugen wurden bei 1250 Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt. Allein 129 Verstöße gab es in der Ortsdurchfahrt Pittmannsdorf, wobei 33 Fahrzeuge die vorgeschriebenen 50 km/h mit über 65 km/h überschritten. Im ruhenden Verkehr, also bei Falschparkern, wurden 875 Verwarnungen erteilt, wobei die „Gelbe Karten Aktion“ in der Anfangsphase nicht mit eingerechnet ist. Das Falschparken wird dabei oft unterschätzt, zugeparkte Feuerwehrdurchfahrten und Rettungswege, gedankenloses „Wildparken“ an Kreuzungen und in engen Gassen kosten im Extremfall allerdings Menschenleben, so Köckritz.

Erst wird gezählt, dann überwacht: Um Messstellen effizient einzurichten, empfiehlt sich eine Verkehrszählung. Die Stadt hat mit eigenen Messinstrumenten bereits verschiedene Messungen, auch auf Wunsch der Bürger, veranlasst. Allzu häufig wird dabei die Empfindung des Ausmaßes der beantragenden Bürger nicht wiedergespiegelt, das Verkehrsaufkommen war in dem empfundenen Maße zum Beispiel nicht vorhanden. Besonders prägnant sind dann Geschwindigkeitskontrollen, die auf Wunsch von Bewohnern in ihrem persönlichen Umfeld in und auch außerhalb von Hemau durchgeführt werden sollen, um zu schnelle auswärtige Kraftfahrer zu disziplinieren – meist sind es dann jedoch die Bewohner, die selbst beanstandet werden, so aus dem Erfahrungsschatz von Corinna Liebl, Ansprechpartnerin für die Kommunale Verkehrssicherheit der Stadt Hemau.

Sicherheit lässt sich in Zahlen widerspiegeln: Nachweislich verringern sich Geschwindigkeitsüberschreitungen, wenn an bestimmten neuralgischen Stellen häufiger kontrolliert wird. Stadträtin Christl Lammert nannte die „Waldhäuslkurve“ auf der A3 Richtung Regensburg als klassisches Beispiel – alle, die hier regelmäßig fahren, wissen es und verhalten sich entsprechend. Die Kosten für die Verkehrsüberwachung betrugen bis dato 30 Euro für den ruhenden Verkehr (Parkordnung) pro Stunde, 100 Euro für den fließenden Verkehr (Geschwindigkeitsüberwachung) pro Stunde. Außerdem zehn Euro für jede Sachbearbeitung.

Künftig passen sich die Preise nach Information des Geschäftsleiters moderat nach oben an, wohingegen sich bei den Sachbearbeitungen die Gebühren verringern werden. Nach einigen Verwaltungs- und Verfahrensfragen beschloss der Stadtrat einstimmig, die Mitgliedschaft fortzuführen und 14 Stunden für den ruhenden und ebenfalls 14 Stunden für den fließenden Verkehr im Monat überwachen zu lassen.

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