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Pilotprojekt

Polizei bei Schwertransporten entlasten

Der Landkreis Regensburg setzt künftig neue Begleitfahrzeuge ein. Schwenkbare Displays sollen für mehr Sicherheit sorgen.
Von Kerstin Hafner

Landrätin Tanja Schweiger mit Vertretern des Landratsamts, des Polizeipräsidiums Oberpfalz, der Krones AG und der Transportfirma Scheck vor den neuen knallgelben BF4-Fahrzeugen mit schwenkbaren Aufsätzen Foto: Kerstin Hafner
Landrätin Tanja Schweiger mit Vertretern des Landratsamts, des Polizeipräsidiums Oberpfalz, der Krones AG und der Transportfirma Scheck vor den neuen knallgelben BF4-Fahrzeugen mit schwenkbaren Aufsätzen Foto: Kerstin Hafner

Neutraubling.2017 startete das Pilotprojekt „Verwaltungshelfer der Polizei“ mit dem Einsatz privater Begleitfahrzeuge der neuesten Generation (BF4) zur Entlastung der Polizei bei Großraumtransporten in Mittelfranken. Nach der dort erfolgreichen Erprobung haben nun Mitarbeiter des Landratsamts Regensburg gemeinsam mit regionalen Firmen und der Polizei fünf BF4-Transportbegleitstrecken im Landkreis erarbeitet, auf denen die neuen Fahrzeuge zum Einsatz kommen sollen.

Lkw mit bis zu sechs Metern Überbreite können künftig unter bestimmten Voraussetzungen ganz ohne Polizeibegleitung auskommen. Es handelt sich dabei um die Werksverkehrsstrecken der Krones AG, zum Beispiel von Neutraubling nach Nittenau, sowie die A3-Umleitungsstrecken. Derzeit erarbeitet man auch Strecken durch das Stadtgebiet Regensburg, um künftig auf Übergabestopps zwischen den zuständigen Polizeistreifen an den Stadtgrenzen verzichten zu können.

Projekt soll auf ganz Bayern ausgeweitet werden

Das Projekt soll auf ganz Bayern ausgeweitet werden, Regensburg ist vorne mit dabei. „Wir nehmen den Landkreis bei diesem Thema als echte Triebfeder wahr“, verkündete Polizeirat Andreas Schieder vom Polizeipräsidium Oberpfalz anlässlich eines Pressetermins zur Vorstellung des Projekts am Krones Logistikzentrum. Landrätin Tanja Schweiger erklärte dazu: „Bayernweit machen von der Möglichkeit des Pilotprojekts unseres Wissens nach nur wir und der Landkreis Freising Gebrauch.“

Die BF4-Fahrer sollen die bisher zuständigen Polizeibeamten nicht nur bei der Begleitung von Großraum- und Schwertransporten entlasten, sondern auch bei der Abnahme/Kontrolle des Transportfahrzeugs. So werden weiterhin hohe Sicherheitsstandards garantiert bei gleichzeitiger Entbindung der Polizei von Zusatzaufgaben. Vormals konnte es durchaus vorkommen, dass ein Schwertransport zwei Stunden stoppen musste, weil die für ihn zur Begleitung abgestellte Polizeistreife zu einem Notfall abkommandiert wurde.

Neuer Beruf

  • Transportbegleiter:

    Es soll ein neuer Berufszweig, der „Transportbegleiter“, ins Leben gerufen werden.

  • Fahrzeuge:

    Mitarbeiter der Transportfirmen brauchen Schulungen im Umgang mit BF4-Fahrzeugen, die diverse Zusatzfunktionen mitbringen.

  • Konzept:

    Scheck beispielsweise hat sich zwei BF4-Fahrzeuge angeschafft. 15 Mitarbeiter sind derzeit fertige Transportbegleiter oder befinden sich gerade in Ausbildung.

Hoffnung: Mehr Sicherheit im Verkehr

Man verspricht sich durch die auffällige schwefelgelbe Farbe der BF4-Fahrzeuge mit drehbaren LED-Verkehrszeichendisplays auf dem Dach aber auch einen Gewinn an Verkehrssicherheit, da Blaulicht oft ignoriert werde. Regionale Unternehmer profitieren von einer verbesserten Planungssicherheit ohne unkalkulierbare Wartezeiten auf Polizeibegleitung. Ralph Goldbrunner, Vorstandsmitglied der Krones AG, bestätigte dies: „Wir haben wöchentlich bis zu zehn Schwertransporte zwischen Neutraubling und Nittenau. Das Pilotprojekt bedeutet für uns mehr Flexibilität und Effizienz bei gleichzeitiger Kosteneinsparung. Unsere Logistiker müssen jetzt nur noch mit unserem Transportdienstleister Scheck planen.“

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