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Kirche

Primiz: Ein denkwürdiger Tag für Hemau

Martin Seiberl zelebrierte in seiner Heimat seine erste heilige Messe. Viele Einheimische freuten sich mit dem 29-Jährigen.
Von Beate Popp

Am Altar mit seinen Mitbrüdern in St. Johannes: Zum ersten Mal war Martin Seiberl Hauptzelebrant bei einer Messe. Fotos: Popp
Am Altar mit seinen Mitbrüdern in St. Johannes: Zum ersten Mal war Martin Seiberl Hauptzelebrant bei einer Messe. Fotos: Popp

Hemau.Die geschichtsträchtige Stadt Hemau konnte am Sonntag nach mehr als 25 Jahren wieder eine feierliche Primiz feiern! Keine im üblichen Sinn, denn der Primiziant Martin Seiberl und seine Familie sind bei allen Menschen in der Tangrintelstadt bestens bekannt und beliebt. So wurde diese Primiz ein Fest nicht nur für die Pfarrgemeinde St. Johannes, sondern für die ganze Bevölkerung. Die kirchlichen Gremien waren seit Monaten mit den Festvorbereitungen beschäftigt. Die Vereine arbeiteten im Hintergrund alle auf diesen Festtag hin.

Bei herrlichem Wetter wurde der Primiziant morgens um 9 Uhr von Familie, Freunden, Vereinen, kirchlichen Gremien und einer großen Priesterschar vom Elternhaus abgeholt. Stadtpfarrer Thomas Gleißner weihte das Priestergewand, das der 29-jährige Neupriester künftig bei den Gottesdiensten tragen wird. Zahlreiche Blumenteppiche zierten die Straßen und Wege vom Elternhaus bis zur Pfarrkirche.

„A bisserl jung schaut der neue Pfarrer schon aus.“

Eine Gottesdienstbesucherin

Lebendiger Glaube vor Ort

Freudige Erwartung lag in der Luft und schien die Stadtpfarrkirche ebenso wie die vielen Gottesdienstbesucher und die Zelebranten in einem besonderen Zauber erstrahlen zu lassen beim Einmarsch der hohen Geistlichkeit zur Primiz-Feier. Die Kirche war festlich geschmückt. Und dann erwartete die Gästeschar ein besonders lebendiger und musikalisch hochwertiger Festgottesdienst, den man vermutlich nicht so schnell vergessen wird. Für den gelungenen musikalischen Rahmen sorgte der Kirchenchor St. Cäcilia, das Vokalensemble Cantaloupes und das Orchester. „A bisserl jung schaut der neue Pfarrer schon aus“, so die Worte einer Gottesdienstbesucherin zu Kaplan Martin Popp. Der Primizprediger erinnerte in seiner Rede an den Primizspruch „Rede Herr, denn dein Diener hört!“ Dazu Popp: „Dieser Spruch soll dir sagen, dass du jetzt nicht mehr in der freien Wirtschaft bist – sondern Priester. Du sollst den Menschen zeigen, dass du da bist und dass du mehr gibst als große Worte. Sei bereit für die Botschaft Jesu.“

Mehr Bilder von der Primiz in Hemau finden Sie hier:

Martin Seiberl feiert Primiz in Hemau

Nach dem allgemeinen Primizsegen dankte Martin Seiberl allen, die ihn die vergangenen Monate und Wochen begleitet und diesen Gottesdienst mit ihm mitgestaltet haben. Der Neupriester: „Mit viel Herzblut haben viele Menschen einen großen Beitrag zu deiner Feierlichkeit geleistet. Ich kann es ihnen gar nicht vergelten, das wird Christus tun. Dies aber zeigt, wie lebendig der Glaube hier in unserer Heimatstadt ist.“

Dem offiziellen Teil schloss sich ein gemeinsames Mittagessen mit Kaffee und einem riesigen Kuchenbuffet an. Jeder Gast erhielt ein kleines Primizfläschen, das mit Weihwasser gefüllt war. Mit Heidi Fritz als Moderatorin waren die Gäste immer „up to date“.

Hier finden Sie ein Porträt über den Neupriester.

Bürgermeister Hans Pollinger überreichte dem Primizianten ein Liegekreuz, auf dessen Rückseite die Worte „Aus deiner Heimatstadt Hemau“ eingraviert worden waren. Von den Stadträten überreichte stellvertretend Stefan Mirbeth eine Flasche „Stadtratströpferl“. Auch Bundestagsabgeordneter Peter Aumer überbrachte Glückwünsche.

Die Hemauer Waschweiber, Monika Kellner und der Pfarrgemeinderat sorgten für humorvolle Stunden. Die Kinder vom Kindergarten St. Raphael ließen den Primizianten musikalisch hochleben. Und die kleine Nachbarin aus dem Haus Knerr überbrachte in Gedichtform ihre Glückwünsche.

Der evangelische Pfarrer Max Lehnert sagte: „Du hast eine ganz bedeutende Stelle auf deinem Lebensweg erreicht. Keiner konnte damals ahnen, dass ich dir als einem Neupriester heute die besten Wünsche unserer evangelischen Kirchengemeinde weitergeben darf, aber Gott der Herr hat‘s wohl gewusst.“ Und weiter: „Diesen Tag mitfeiern zu dürfen, ist für mich, für uns, sehr bewegend, zeugt das doch von der Ökumene der Herzen, die wir in Hemau seit langem leben. Wir freuen uns mit dir, dass du dein Ja zu deiner Berufung gesagt hast, so wie Gott schon lange sein Ja zu dir gesagt hat“, so der evangelische Pfarrer.

Mit der Dankandacht mit Einzelprimizsegen fand die Primiz ihren würdigen Abschluss.

Das wünsche die Hemauer Martin Seiberl:

Das wünschen die Hemauer Neupriester Seiberl

Primizsegen für jeden

Die große Anzahl der Menschen, die am späten Nachmittag geduldig darauf warteten, vom Neupriester den persönlichen Primizsegen zu erhalten, bewahrheitete nicht nur die alte Weisheit, dass es sich für einen Primizsegen lohnt, ein paar Schuhsohlen abzulaufen, sie verdeutlichte auch auf eindrucksvolle Weise, wie froh und lebendig der Glaube auch heute noch bei den Menschen in Hemau gelebt wird.

Der Neupriester Martin Seiberl wird künftig als Kaplan in der Pfarrei St. Pankratius in Roding bei Pfarrer Holger Kruschina wirken. Pfarrer wird er aber erst nach vier bis sechs Jahren als Kaplan. Der Weg des jungen Mannes verlief nicht geradlinig. Nach dem Abschluss der Mittleren Reife ließ sich Seiberl zum Bankkaufmann ausbilden. Danach erwarb er sein Abitur und war während dieser Zeit als Mesner in seiner Heimatpfarrei St. Johannes tätig. Der Wunsch, Priester zu werden, entwickelte sich in dieser Zeit – und so trat Seiberl in das Regensburger Priesterseminar ein. Er studierte an der Universität Theologie, zwei Semester auch in Jerusalem.

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