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Unterbringung

Problemlose Asylbewerber

In der Stadt Wörth hat man mit den Asylsuchenden nur beste Erfahrungen gemacht. Die Bürger spendeten Fahhräder und Bekleidungssachen.
von walter schiessl, mz

Die fünfköpfige Familie Idizi Elver kam erst vor wenigen Tagen an. Foto: ws

wörth. In der Stadt Wörth kann man die Aufregung, die derzeit in Donaustauf wegen der Unterbringung von Asylbewerbern herrscht, nur schwer verstehen. In Wörth kamen im Frühjahr 25 Asylbewerber an, im Sommer zählte man schon 50 und heute sind 72 Personen im Gasthof „Rosenhof“ untergebracht. Reinhard Ühlin und ein Kollege betreuen seitens der regierung neben den Wörthern noch 1200 Asylbewerber in der Oberpfalz. „In Wörth läuft es ganz prima“, sagt er. Der Landkreis habe mit dem Rosenhof zudem eine Vereinbarung getroffen, derzufolge für die Bewerber täglich eine warme Mahlzeit gekocht werde.

Die größte Gruppe sind 20 Iraker. Elf Iraner, zehn Aserbaidschaner, acht Pakistaner, jeweils sechs Georgier, Serben und Weißrussen und zwei Mazedonier zählt man. Sie alle wurden nach Wörth gebracht, nachdem sie in der Aufnahmeunterkunft Zirndorf eine Zeit lang gelebt hatten. Jetzt warten die Asylsuchenden auf das Ende ihrer Verfahren. „Nur drei bis vier Prozent“ werden von den Gerichten anerkannt“, weiß Reinhard Ühlin. Ein großer Teil werde geduldet und ebenfalls ein großer Teil werde wieder in die Heimatländer zurückgeschickt.

Deutsch vom Asylarbeitskreis

Könne jemand seinen Lebensunterhalt bestreiten, stehe dem Ende der Sammelunterkünfte nichts mehr im Wege. Bei alleinstehenden Männern sei zuvor der Aufenthalt von vier Jahren erforderlich, bei alleinstehenden Frauen wäre diese Zeit kürzer, allerdings komme es relativ selten vor, dass diese schnell eine Arbeit finden, sagt Reinhard Ühlin.

Seitens des Rosenhofs bestätigt man, dass es mit den Asylbewerbern so gut wie keine Probleme gebe. „Sie wurden auch von den Wörthern sehr aufgenommen“, sagte ein Sprecher des Wirts. So seien Fahrräder und Kleidungsstücke gespendet worden, sollten die Asylbewerber beispielsweise einen Brief nicht verstehen, könnte ihnen meist im Hotel geholfen werden. „Eine Lösung findet sich fast immer“, sagt der Rosenhof-Bedienstete.

Der Asylarbeitskreis von Amnestie International habe nun vor, für die Wörther „Truppe“ Deutschstunden zu halten. „Das werden wir natürlich unterstützen“, sagt Markus Götz, der Verwaltungsleiter der Stadt. Auch für ihn hat sich das Leben der Asylbewerber im Rosenhof längst eingespielt. „Es funktioniert, von Problemen ist uns nichts bekannt“, sagt er gestern zum Wörther Anzeiger der MZ.

Wenige wurden „auffällig“

Adalbert Schneider, Chef der Wörther Polizeiinspektion, sieht in den Asylbewerbern keine Gruppe, die überdimensional „auffällig geworden ist“. Freilich habe man schon einige wenige Vorfälle registriert, aber das sei in keinem bedenklichem Maß gewesen.

Eine fünfköpfige Familie aus dem Kosovo kam erst von wenigen Tagen in Wörth an. Elver (34) und Isnijy Idizi (32) haben sich mit ihren Kindern Elmir (4), Elma (9) und Elmedina (11) schon etwas eingelebt. „Wir hoffen darauf, in der Bundesrepublik Asyl zu bekommen“, sagt Isnija, die schon in der Heimat etwas Deutsch gelernt hat.

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