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Literatur

Rast im „Palast des Zwergenkönigs“

Im Rieglinger Wald entsteht ein Märchenpfad. Die Schönwerth-Gesellschaft gab den Anstoß dazu. Für September ist die Eröffnung beim Waldfest geplant.
Von Dieter Waeber, MZ

  • Der Pavillon stellt den Eingang zum Zwergen Palast dar. Kathrin Düser, Michaela Amann vom Walderlebniszentrum; Bürgermeister Patrick Grossmann; Erika und Dr. Adolf Eichenseer; Planer Günter Naumann Fotos: Waeber
  • Fußball Landesliga Aufsteiger SC Regensburg hat vor dem Lauftraining Spaß am neuen Pavillon.

Riegling.Im Rieglinger Wald entsteht derzeit ein von der Schönwerth- Gesellschaft angestoßener Märchenpfad. Während der 400 Meter lange Rundweg durch die Gemeinde Sinzing bereits fertiggestellt ist, konnte mit dem Holzbau des Pavillons jetzt das Richtfest gefeiert werden.

Auf der Suche nach regionalen Märchen fand Erika Eichenseer im Archiv des Historischen Museums in Regensburg rund 500 meist unbekannte Märchen, die der oberpfälzische Volkskundler Franz Xaver von Schönwerth (1810 bis 1886) in der Oberpfalz gesammelt hatte. Dies führte letztendlich 2009 auch zur Gründung der Schönwerth-Gesellschaft.

Auf der Suche nach Umsetzung der Idee, die Märchen des Oberpfälzer Erzählers sichtbar darzustellen, fanden Erika Eichenseer und Michaela Ammann vom Walderlebniszentrum im Februar 2014 einen geeigneten Ort nahe beim WEZ zur Errichtung eines Märchenpfads.

Infrastruktur vom Parkplatz, Busanbindung bis zu den Wegen waren ebenso vorhanden, wie die geschichtlichen Hintergründe der ursprünglichen Wegeverbindung von Regensburg nach Nürnberg. „Die ersten Gespräche mit dem Sinzinger Bürgermeister Patrick Grossmann, Mitarbeitern des Walderlebniszentrums und den Bayerischen Staatsforsten verliefen sofort positiv“, resümierte Dr. Adolf Eichenseer, Präsident der Gesellschaft, und führten am Ende zu einer „optimalen Konstellation“.

Acht Märchen in zwölf Stationen

Erika Eichenseer wählte acht Waldmärchen aus, die in zwölf Stationen entlang des Wegs mit künstlerischen Installationen und dazugehörenden Informationstafeln dargestellt werden. Auch die moderne Medienwelt kommt nicht zu kurz. Über einen bei jeder Station angebrachten QR-Code können Eltern und Kinder die Märchen interaktiv über ihre Smartphones abrufen. Die vom Berufsverband Bildender Künstler empfohlenen Künstler aus der Oberpfalz legten ihre Entwürfe einer Jury vor. Inzwischen sind die ausgewählten Objekte fast fertig gestellt.

Der nächste Schritt war die Finanzierung. Elisabeth Soyer-Falter, Landkreiszuständige für Leader Projekte, beurteilte die Planung und die Idee zur Erhaltung regional typischer Kulturgeschichte als ideal und legte damit den Grundstein der Finanzierung.

Mit dem Architekten Günter Naumann wurden die nächsten Schritte zügig vorangetrieben. Roland Seitz von den Staatsforsten führte eine Holzernte durch, Sinzing als Träger der gesamten Maßnahme übernahm den Wegebau und die Sicherung. Diese erweist sich als etwas problematisch, weil Radfahrer und Biker diese Wegstrecke nutzen. Eine Gefährdung der Besucher des Märchenpfades müsse vermieden werden, sind sich alle Beteiligten einig.

Ganzjährig zugänglich

Der „Palast des Zwergenkönigs“ wird Platz für eine Schulklasse bieten zum Unterstellen, Ausruhen und Erzählen. Der Pfad wird ganzjährig frei zugänglich sein. Nach der Fertigstellung plant die Schönwerth-Gesellschaft ein Jahresprogramm mit einem Jour Fix und festen Veranstaltungen.

Zusätzlich plant die Katholische Erwachsenenbildung; den Märchenpfad in ihr Programm aufnehmen. Auch Kathrin Düser, Leiterin des WEZ, das die Planung konzeptionell begleitet, kann sich eine Einbindung in ihr Jahresprogramm vorstellen.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 100000 Euro. 42 000 Euro kommen aus dem Leader-Programm, 30000 Euro vom Landkreis, 10000 Euro vom Bayerischem Kulturfonds; 10 000 Euro von Sinzing und 8000 Euro von der Schönwerth-Gesellschaft. Spenden werden auch zukünftig benötigt, betont das Ehepaar Eichenseer, um den Pfad weiter auszubauen.

Der Märchenpfad

Auf dem 400 Meter langen Rundweg entstehen insgesamt zwölf Stationen, aus verschiedenen Waldmärchen: Prinz Roßzwifl: Künstler Korbinian Huber, Duggendorf; Teufel und Besenbinder: Stefan Link, Kallmünz; Der Zwergenkönig mit dem Hankerl: Engelbert Süß, Pfreimd; Wilde Jagd: Korbinian Huber Duggendorf; Holzfräulein: Alois Achatz, Regenstauf; Das dumme Weib: vier Darstellungen: Renate Christin, Sinzing; Herta Wimmer-Knorr, Kallmünz; Helmut Wolf, Regensburg; Der singende Baum: Heribert Schneider, Nittenau.

Eröffnung: Die Einweihung soll am 21. September im Zusammenhang mit dem Waldfest des Walderlebniszentrums stattfinden.

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