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Reiter dürfen Pferde versorgen

Im Landkreis Regensburg hängen Listen aus, in denen sich Besitzer eintragen müssen. Reitunterricht gibt es nicht.
Von Sarah Höger

Absprachen und Listen: Unter solchen Vorzeichen können Pferdefreunde ihre Tiere auch jetzt im Reitstall versorgen. Die Resonanz von Betroffenen ist bisher positiv.  Foto: Boris Roessler/dpa
Absprachen und Listen: Unter solchen Vorzeichen können Pferdefreunde ihre Tiere auch jetzt im Reitstall versorgen. Die Resonanz von Betroffenen ist bisher positiv. Foto: Boris Roessler/dpa

Regensburg.Wer dieser Tage sein Pferd besuchen möchte, kann dieser Tage wenig auf Spontaneität setzen. Wie von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) vorgeschlagen, hängen in allen Reitställen im Landkreis Regensburg Listen aus, in die sich Pferdebesitzer mindestens einen Tag vorher eintragen müssen.

Je nach Anzahl der Pferdehalter dürfen nur wenige Einsteller gleichzeitig anwesend sein, und das so kurz wie möglich. Pferdeställe sind von der Sperrung von Freizeitstätten ausgenommen, um die Gesunderhaltung der Pferde zu gewährleisten: „Es dürfen nur die für die Versorgung und Bewegung der Pferde notwendigen Personen Zutritt zum Betrieb haben. Sämtliches soziales Miteinander der Pferdebesitzer ist zu vermeiden“, schreibt das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zur Pferdeversorgung vor.

Bald wieder Unterricht?

„Die Maßnahmen zur zeitlichen Einteilung per Listen werden sehr gut angenommen, alle halten sich daran“, lobt Simone Reiner, Betreiberin des Reit- und Fahrstalls Reiner in Niedergebraching. Höchstens fünf Besitzer dürfen hier gleichzeitig im Stall sein und pro Tag darf nur eine Person pro Pferd kommen. „Reitunterricht ist derzeit jedoch leider nicht möglich, da unterliegen wir den Bestimmungen für Sportstätten.“

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Bis der Unterrichtsbetrieb wieder normal stattfinden kann, wird noch viel Zeit vergehen, fürchtet die Reit- und Fahrlehrerin: „Ich denke, dass die Sportanlagen als letztes wieder aufmachen dürfen, ähnlich wie die Gastronomie. Weil es ja laut Ausgangsbeschränkung nicht dringend notwendig ist, zu reiten, geschweige denn Reitunterricht zu nehmen“.

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Dagegen kämpft aber derzeit die FN, die für eine baldige Wiederaufnahme des Reitunterrichts plädiert: „Wir werden der Politik jetzt unsere Vorschläge an die Hand geben, wie der Reitunterricht auch in Corona-Zeiten stattfinden kann und wie sich Vereine und Betriebe bestmöglich auf den Tag X vorbereiten können, an dem das wieder möglich ist“, sagt Soenke Lauterbach, Generalsekretär der Vereinigung.

Pferdeversorgung

  • Das ist erlaubt:

    Versorgung der Pferde wie füttern oder Medikamentengabe, reiten alleine oder zu zweit.

  • Untersagt sind:

    Reitunterricht, Betrieb der Reiterstübchen, Turniere und Veranstaltungen sowie Gruppenbildungen am Hof.

  • Tierarzt und Schmied:

    Laut Ministerium sollen Termine mit den Stallbetreibern abgestimmt werden.

Unter Einhaltung der notwendigen Maßnahmen wie Mindestabstand und Hygieneregeln sei Reitunterricht – anders als etwa Fußballtraining – möglich, meint auch Johan Vanthienen, Leiter des Reitsportzentrums Koder in Haslbach: „Reiten ist nicht vergleichbar mit Sport im Fitnessstudio oder körperbetonten Sportarten wie Fußball. Abstand kann sowohl zwischen Reitern als auch zwischen Trainern und Schülern gehalten werden“, erklärt er.

Abstimmung per WhatsApp

Die derzeit geltenden Maßnahmen hält er dennoch für richtig, auch an seinem Stall gibt es Listen und Auflagen für die Benutzung von Reithalle und Reitplatz. Die Stimmung am Hof sei trotz der Beschränkungen gut. Gleiches berichtet Robert Ühlin, Betreiber des Reiterhofs Ühlin in Bernhardswald: „Es gibt eine WhatsApp-Gruppe, in der die Listen mit den Zeitfenstern mit allen geteilt werden. Damit haben wir keine Probleme, alle halten sich daran.“ Die Beschränkungen gelten vorerst mindestens bis 3. Mai, die Reitstallbetreiber warten nun auf weitere Ankündigungen zu möglichen Lockerungen seitens der Politik.

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