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Soziales

Rumänienhilfe stellt die Arbeit um

Heute unterstützt die Wörther Organisation die Menschen statt mit Konvois eher mit Geld. Der Weihnachtstransport ist aber eine Herzensangelegenheit.

Mit Bastelarbeiten, die in Belgien verkauft werden. leisten die Bewohner des Altenheims in Simleu einen Beitrag zu ihrer Heimunterbringung. Foto: Schenk

WÖRTH. „In den ersten zehn Jahren haben wir über 100 Konvois nach Rumänien geschickt und die Leute mit dem Nötigsten versorgt“, erklärt Uschy Schlichtinger, Vorsitzende der „Familienhilfe für Rumänien“. „Hauptsächlich in Alten- und Behindertenheimen, Kindergärten und Grundschulen wollten wir das Leid lindern.“ 1990 waren einige Familien aus Wörth nach Simleu in Rumänien gefahren, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen. Die Zustände, die sie dort vorfanden ließen ihnen keine Ruhe, so dass sie beschlossen, einen Verein zu gründen. „Die Unterbringung von Waisenkindern in den Heimen war menschenunwürdig: Sechs Kinder mussten in einem rostigen Eisenbett schlafen“, berichtet Uschy Schlichtinger. „Die Kindersterblichkeit lag bei 80 Prozent. Es gab keinen Strom und fließendes Wasser.“

Da die Dienststelle des Roten Kreuzes in Oberachdorf schon einige Projekte betreute, vereinbarte die Familienhilfe eine Zusammenarbeit, um die Mittel zu bündeln. „In den ersten zehn Jahren haben wir direkt Hilfsmittel nach Rumänien geschickt. Das waren Lebensmittel, Kleidung, Decken oder Waschmaschinen“, sagt Schlichtinger. Im Jahr 2000 begann der rumänische Staat etwas gegen die unglaublichen Missstände zu tun und kümmerte sich vermehrt um soziale Einrichtungen. Allerdings rutschen Familien und Rentner immer noch durch das Netz der staatlichen Hilfen: „Die Leute bekommen 50 bis 200 Euro Rente und die Lebensmittel sind fast so teuer wie in Deutschland“, erklärt die Vorsitzende der Familienhilfe. „Damit kann man sich vorstellen, welches Elend bei den sozial Schwachen herrscht.“

Deshalb stellte der Verein seine Strategie um: Die Hilfskonvois wurden eingestellt und durch finanzielle Unterstützung ersetzt: „Mittlerweile kann man sich in Rumänien alles kaufen, wenn man es sich leisten kann“, sagt Uschy Schlichtinger. „Wenn wir den Familien vertrauen, helfen wir ihnen, mit Geldspenden“, so Schlichtinger. „Dadurch sorgen wir für die medizinische Versorgung und verhelfen Kindern zu einer ordentlichen Schulbildung.“ Ein Großprojekt, das der Wörther Verein direkt betreut, ist ein privates Altenheim, das von einer Hilfsorganisation aus Belgien betrieben wird. Diese Organisation hat in der Kleinstadt Simleu ein altes Gebäude erworben und renoviert, in dem jetzt Bedürftige untergebracht werden: „Die Bewohner bezahlen einen geringen Eigenbeitrag für die Versorgung“, so Schlichtinger. „Da das nicht ausreicht, um die Kosten zu decken sind wir auf Spenden angewiesen.“ Zusätzlich stellt der Verein jedes Jahr an Weihnachten einen Transport auf die Beine, der Weihnachtsgeschenke für bedürftige Kinder nach Rumänien bringt: „Die Christkindlfahrt ist für uns eine Herzensangelegenheit. Mit Kleinigkeiten kann man hier sehr viel bewirken.“

Der Wörther Verein Familienhilfe für Rumänien hat etwa 30 aktive Mitglieder, die durch ihr Engagement die Arbeit in Rumänien unterstützen. Dazu kommen viele Kleinspender, die auf diese Art helfen. Spendenkonto: 490 100 773, Rumänienhilfe Wörth, BLZ 750 500 00

Weitere Informationen und Bilder aus Rumänien sind verfügbar unter www.familienhilfefuerrumaenien.blogspot.de und auf Facebook.

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