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Musik

Sänger sorgten für Gänsehaut

Beim Benefizkonzert für das Penker Kircherl begeisterten Trotzdem, das Spatzen-Quartett und Christiana Knaus in Pielenhofen. 2400 Euro kamen zusammen.
Von Claudia Kreissl, MZ

  • Die Gruppe Trotzdem sang Spirituals, Gospel-Songs und rhythmische Kirchenlieder. Fotos: Kreissl
  • Das Spatzen-Quartett beim Benefizkonzert in Pielenhofen
  • Christiana Knaus bei ihrem Auftritt

Pielenhofen.Es war ein mitreißendes Benefizkonzert, das für Gänsehaut sorgte: Zugunsten des Penker Kircherls sangen und musizierten die Gruppe Trotzdem, Christiana Knaus und das Spatzen-Quartett in der voll besetzten Pfarrkirche. Das Publikum bedankte sich für den zweistündigen Musikgenuss mit stehenden Ovationen und locker sitzenden Geldbeuteln. Immerhin füllten sich die Spendenkörbe mit rund 2400 Euro.

Das gespendete Geld dient dem Erhalt des Penker Kircherls, erinnerte der Vorsitzende des Fördervereins Penker Kircherl, Josef Biersack die Besucher zu Konzertbeginn. Der 2009 unter der Regie des verstorbenen Johann Schmid ins Leben gerufene Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich für den Erhalt der mehr als 1000 Jahre alten Wehrkirche einzusetzen. Witterungseinflüsse haben das Gotteshaus so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass eine Renovierung unumgänglich ist, sagte Biersack, der als Moderator durch das Konzert führte. Die geschätzten Kosten für eine Instandsetzung bezifferte der Vorsitzende auf rund 800 000 Euro. 150 000 Euro möchte der Förderverein zur Restaurierung beisteuern, die im nächsten Jahr ihren Anfang nehmen soll.

Dann hatten die Musiker das Wort. Die Eröffnung des Konzerts fiel den „Hausherrn“, der Gruppe Trotzdem mit ihrer musikalischen Leiterin Marianne Gruber zu. Der Chor begrüßte die Besucher mit „Nginesi ponono“, einem traditionellen Zulu-Lied aus Südafrika. Spätestens bei „Adiemus“ (Solopart Gabi Hochmuth) aus der Feder des walisischen Komponisten Karl Jenkins machte sich unter den Zuhörern langanhaltende Gänsehaut breit. Dass die musikalischen Wurzeln der Gruppe in rhythmischen Kirchenliedern liegen zeigte sich, als der Chor einfühlsam „Auszeit“ und „Mach dich auf den Weg!“ von Kathi Stimmer-Salzeder intonierte. Doch Trotzdem fühlt sich auch bei schwungvollen Spirituals und Gospel-Songs zuhause. „I will follow him“ aus dem Film Sister Act und „Oh happy day“ (Solo Christine Gleißl) sang und spielte das Ensemble mit so viel Freude und Begeisterung, dass die Zuhörer gar nicht anders konnten, als mitzuwippen.

Gefühlvoll wurde es, als Christiana Knaus ans Mikrofon trat. Mit ihrer schönen Altstimme gelang es der zierlichen Sängerin im Handumdrehen, das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Flockig-leicht eröffnete Knaus ihr Programm mit „Top of the world“, einem Song, mit dem das Geschwister-Paar Richard und Karen Carpenter Anfang der 1970er Jahre bekannt wurde. Ausdrucksstark sang Knaus Lionel Richies Liebeslied-Klassiker „Endless love“ und „Brother Sun, Sister Moon“ aus dem gleichnamigen Film von Franco Zeffirelli, der die Jugendjahre des Franz von Assisi zum Inhalt hat.

Wie auf den Leib geschrieben sind Knaus Musical-Melodien. Was nicht verwundert, denn die in Penk lebende Künstlerin ist seit 1989 am Regensburger Stadttheater tätig. Als Solistin sang sie zwölf Jahre lang in Opern, Operetten und Musicals, bevor sie in den Chor des Stadttheaters wechselte. In Pielenhofen begeisterte sie mit unter die Haut gehenden Liedern aus „Jesus Christ Superstar“, „Der Zauberer von Oz“ und „Les Miserables“. Im ersten Liederblock wurde Knaus von den Musikern der Gruppe Trotzdem begleitet, im zweiten Teil von Michaela Gröber an der Geige und Wolfgang Sigler am E-Piano.

Den musikalischen Schlussakkord setzten die hervorragenden Stimmen von Oliver Rusin (erster Tenor), Michael Weigert (zweiter Tenor), Lorenz Renner (Bariton) und Albert Wimber (Bass), besser bekannt als Spatzen-Quartett. Im ersten Teil präsentierten die Musiker geistliche Lieder, darunter „Cantate Domino“ von Hans Leo Hassler und „Im Himmelreich ein Haus steht“, aus der Feder des Oberpfälzer Komponisten Max Reger dar. Im Anschluss intonierte das Spatzen-Quartett drei verschiedene Fassungen des „Ave Maria“, darunter auch die von Josef Gabriel Rheinberger, der Lieblingsversion ihres ehemaligen Lehr- und Domkapellmeisters Georg Ratzinger, wie die Musiker das Publikum wissen ließen. Mit „Get on board“ leitete das Quartett schließlich schwungvoll zu einem Block mit Spirituals über, der Musikrichtung, aus der der heutige Gospel entstand.

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