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Bildung

Schierlinger Schüler erfuhren Geschichte

Für die ausländischen Mädchen und Buben gab es einen besonderen Unterricht. Sie hörten von der Vergasung der Theres Wallner.
von Fritz Wallner

Die Schülerinnen und Schüler der „Deutsch-Klasse“ der Placidus-Heinrich-Mittelschule Schierling befassten sich mit ihrer Religionslehrerin Monika Gassner (rechts) am „Stolperstein“ (links unten) für Theres Wallner mit der Würde der Menschen. Foto: Fritz Wallner
Die Schülerinnen und Schüler der „Deutsch-Klasse“ der Placidus-Heinrich-Mittelschule Schierling befassten sich mit ihrer Religionslehrerin Monika Gassner (rechts) am „Stolperstein“ (links unten) für Theres Wallner mit der Würde der Menschen. Foto: Fritz Wallner

Schierling.Bei den Schülerinnen und Schülern der Placidus-Heinrich-Mittelschule, die nicht Deutsch als Muttersprache haben, geht es einerseits um das Lernen der Sprache und andererseits auch um das Kennenlernen des Landes, in dem sie jetzt wohnen. Deshalb hat Religionslehrerin Monika Gassner die „Deutsch-Klasse“ zusammen mit dem ehemaligen Geschäftsleiter des Marktes, Fritz Wallner, mit dem Thema „Euthanasie“ und besonders mit dem Schicksal der von den Nazis ermordeten Schierlingerin Theres Wallner konfrontiert.

Der „Stolperstein“ vor der Rathaus-Informationswand erinnert an das Unrecht der Nationalsozialisten, die Frauen, Männer und Kinder als „unwertes Leben“ ausgesondert, verhungern ließen oder ermordeten. Theres Wallner war in der Heil- und Pflegeanstalt Deggendorf untergebracht, wurde von dort nach Regensburg verlegt und gehörte zum ersten Trupp, der nach Hartheim bei Linz zur unmittelbaren Vergasung im dortigen Schloss gebracht wurde, sagte Fritz Wallner.

Dem Untrecht gedenken

Er erzählte die tragische Lebensgeschichte der Frau und erklärte den jungen Menschen aus verschiedenen Ländern wie Syrien, Irak, Rumänien, Kroatien oder auch aus Frankreich, dass aufgrund dieser schrecklichen Erfahrungen in der Verfassung der Bundesreplik Deutschland, dem „Grundgesetz“ an die erste Stelle gesetzt wurde: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Damit sei deutlich, dass jeder Mensch gleich ist, und zwar unabhängig davon, ob er reich oder arm, groß oder klein, sehr intelligent oder weniger intelligent ist, und auch, welcher Nationalität er ist.

Niemand dürfe über Leben und Tod eines anderen Menschen verfügen, das sei eine der wichtigsten Erkenntnisse der Verfasser des Grundgesetzes gewesen. Und heute sei es nach Fritz Wallner wichtig, dass man sich dieses Unrechts vor Jahrzehnten bewusst sein, um es für die Zukunft – für alle Zeiten – zu verhindern. Leider gebe es wieder Bestrebungen zu totalitären Verhaltungsweisen des Staates und leider gebe es auf der Welt immer noch sehr viele Regime, welche das Leben der Menschen gering schätzen, Kriege führen und morden.

Einsatz für Demokratie

Die Schülerinnen und Schüler waren sehr interessiert und erzählten aus Erfahrungen aus ihren Ländern, wo ebenfalls Krieg herrscht oder herrschte. Sich für den Frieden und die Demokratie zu engagieren wurde als ein wichtiges Ziel angesehen, weil dadurch der Wohlstand und das Wohlergehen aller Menschen erreicht werden könne.

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