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Kommune

Schießbahn stößt auf Bedenken

Die Lappersdorfer Markträte sahen viele Fragen ungeklärt. Sie vertagten den Beschluss über die in Lorenzen geplante Anlage.
Von Josef Dummer

Eine Schießbahn, wie sie auch die Polizei für ihr Training benötigt, sollte in Lorenzen auf Antrag von Investoren entstehen. Foto: Martin Schutt/ dpa
Eine Schießbahn, wie sie auch die Polizei für ihr Training benötigt, sollte in Lorenzen auf Antrag von Investoren entstehen. Foto: Martin Schutt/ dpa

Lappersdorf.Das Interesse aus der Bevölkerung war groß bei der Marktratssitzung am Dienstagabend. Es mussten sogar noch Stühle in den Sitzungssaal getragen werden, um die Zuhörer alle aufnehmen zu können. Hauptgrund war der Tagesordnungspunkt zum Bau einer professionellen Schießanlage in Lorenzen. Investoren hatten auf dem Gelände südlich der „Beerenmeile“ und östlich des Ortsteils „Am Schlag“ den Neubau eines „Jagd- und Schießsportzentrums mit Schießkino und Mehrdistanzanlage von 25 bis 300 Meter, eine Druckluftwaffenhalle sowie ein Funktionsgebäude“ beim Markt Lappersdorf beantragt.

Bauamtsmitarbeiter Christian Cesarz empfahl aufgrund der Größe des Projekts im Außenbereich bei Genehmigung durch die Markträte, die Fläche als „Sondergebiet Schießanlage“ im neuen Flächennutzungsplan darzustellen.

Bürgermeister Christian Hauner sah zu Beginn der Diskussion sogar einen Vorteil für Lorenzen, nachdem dort auch eine Gaststätte integriert werden sollte, sowie Luftgewehrstände für Schützenvereine, mit dem das Problem für Regental Lorenzen mit einem fehlenden Vereinslokal nach Schließung des Gasthauses Heyder gelöst werden könnte.

Klare Absage der Fraktionen

„Ich bin entsetzt, wie so ein Projekt so einfach auf die Tagesordnung kommen kann“, eröffnete die SPD-Sprecherin Barbara Rappl die Stellungnahmen der Fraktionen. Sie vermisste eine ausreichende Information schon im Vorfeld und sprach von einer „Missachtung des Gremiums“. Es seien zu viele Fragen offen, außerdem fehle die Diskussion mit der Öffentlichkeit. Deshalb sehe sie sich nicht in der Lage, einer Änderung des Flächennutzungsplans und einem Aufstellungsbeschluss schon in dieser Sitzung zu folgen, betonte Rappl.

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In dasselbe Horn blies der CSU-Fraktionsvorsitzende Joachim Strauß, der das Projekt „grundsätzlich als interessant“ bezeichnete, die Vorgehensweise der Verwaltung jedoch als „völlig indiskutabel“. Ein solcher Schnellschuss bei einem Projekt in dieser exponierten Lage im Außenbereich ohne Beteiligung der Bürger sei nicht zu akzeptieren, sagte Strauß. Er forderte deshalb vor einer Entscheidung des Marktrats eine Bürgerbeteiligung.

Auch der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Heinz Findeis, musste seinen Vorrednern „ausnahmsweise einmal recht geben“, wie er sagte. Findeis erklärte, er könne die Vorteile dieses Projekts für die Bürger des Marktes nicht einschätzen. Zudem sei er der Meinung, dass in Lappersdorf schon genügend überörtliche Einrichtungen vorhanden seien – „nicht immer zum Vorteil für die Bürger“.

Entscheidung vertagt

Christa Wunderer von der Grünen-Fraktion war der Meinung, dass so große Flächen in Lappersdorf für „wichtigere Dinge“ gebraucht würden. Auch mehrere Markträte brachten ihre Bedenken vor, wie Hannelore Rumpf (CSU), die erst eine gesteigerte Verkehrsbelastung geprüft haben wollte, oder Harald Baier (SPD), für den ein so groß dimensioniertes Zentrum nie eine Heimat für die örtlichen Vereine werden könnte.

Robert Wachtveitl (Freie Wähler) sah als Polizeibeamter auf Nachfrage schon den Vorteil kürzerer Wege für Schießübungen der Polizei in der Region. Auch er wollte aber erst noch detailliertere Angaben durch den Investor haben.

Parteiübergreifend einigten sich die Räte schließlich, den Tagesordnungspunkt zu vertagen und bezüglich der Änderung des Flächennutzungsplans und des Aufstellungsbeschlusses keine Entscheidung zu treffen.

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