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„Schloss ist das Herz unseres Dorfs“

Bisher haben die Vereine das Schloss für ihre Zwecke nutzen dürfen. Foto: Kreissl

Auf der Suche nach Baugrund stößt man im Internetangebot der Stadt Regensburg zunächst auf ein „malerisch gelegenes Schloss”. Gemeint ist Schloss Regendorf, seit einem Jahr steht es leer. „Demnächst legen wir dem Stadtrat Kaufangebote zur Entscheidung vor”, erläutert Anita Keuchel vom Liegenschaftsamt den Sachstand. Gegen Höchstgebot soll ein Investor das Denkmal erwerben. „Die weitere Nutzung durch Ortsvereine können wir dabei niemanden vorschreiben”, so Keuchel.

„Leider gibt es im Landkreis derzeit keine Pläne für ein Bildungshaus, Schloss Regendorf wäre ein ideales Objekt”, sagt Dr. Thomas Feuerer, Kulturreferent des Landkreises. Eine solche Nutzung und den Zugang für die Bevölkerung hielte er für begrüßenswert. Damit trifft er ins Schwarze: Dorf- und Schützenfeste, Prangertage, Faschingstreiben und Sommerfeste finden seit Jahrzehnten im Schloss statt. Dr. Klaus Bengler als Vertreter der Regendorfer Vereine möchte die Stadtverwaltung um eine Sondernutzungserlaubnis auch für den Sommer bitten. Zumindest am Prangertag am vergangenem Sonntag war so sichergestellt, dass der Gottesdienst im Schlosspark stattfinden kann.

„Mit einem Verkauf wird uns dieser Dorfmittelpunkt verloren gehen”, fürchtet Reinhard Ühlin, Vorsitzender der Krieger - und Soldatenkameradschaft. Die Stadt hatte den Ortsvereinen bis 2007 die Nutzung zu den gleichen Bedingungen ermöglicht wie Jugendgruppen der Stadt. Die bisherige Jugendfreizeitstätte konnte über Besuchermangel nicht klagen: „Die 80 Betten waren an den Wochenenden belegt. Jugendliche aus ganz Europa, von Holland bis Odessa, nutzten das Schloss”, erinnert sich der frühere Hausmeister Dieter Bengler.

Unter dem Slogan „Schloss Regendorf soll leben”, hatte zuletzt die evangelische Jugend versucht, auf die Schließungs- und Verkaufspläne der Stadt aufmerksam zu machen. „Der Jugend ist viel genommen worden”, bedauert Martina Robold, Leiterin der Regendorfer Krabbelgruppen, den Beschluss des Stadtrats. Sie spricht für Viele im Dorf: „Das Schloss ist das Herz unserer Dorfgemeinschaft”. Die soziale und historische Verantwortung einer Welterbestätte ende nicht an der Stadtgrenze, meint Ühlin. Wünschenswert sei ein ähnlich sensibles Vorgehen wie bei den Speichern im Hafen oder beim Andreas-stadel. Das Schloss sei aufs Engste mit dem Dorf, der Stadt und dem Landkreis verbunden. Er hoffe auf positive Signale hinsichtlich der weiteren Nutzung von Seiten der Landes - und Bundespolitiker.

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