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Schnell surfen in der Ortsmitte

Die Telekom schloss den eigenwirtschaftlichen Ausbau im Regenstaufer Ortskern ab. Nicht alle Arbeiten liefen ohne Probleme.
Von Sabine Norgall

Knapp 5000 Haushalte in Regenstauf können nach dem eigenwirtschaftlichen Ausbau der Telekom jetzt das schnelle Internet mit einer Bandbreite bis zu 100 Megabits pro Sekunde nutzen. Enrico Delfin, Regio-Manager der Telekom, Bürgermeister Siegfried Böhringer und Breitbandpate Johann Kandlbinder gaben dafür den symbolischen Startschuss. Foto: Norgall
Knapp 5000 Haushalte in Regenstauf können nach dem eigenwirtschaftlichen Ausbau der Telekom jetzt das schnelle Internet mit einer Bandbreite bis zu 100 Megabits pro Sekunde nutzen. Enrico Delfin, Regio-Manager der Telekom, Bürgermeister Siegfried Böhringer und Breitbandpate Johann Kandlbinder gaben dafür den symbolischen Startschuss. Foto: Norgall

Regenstauf.Im Markt Regenstauf laufen derzeit verschiedene Ausbauverfahren für den Breitbandanschluss parallel. Gerade hat die Telekom in der Ortsmitte und in Teilen der Neubaugebiete ihren eigenwirtschaftlichen Ausbau abgeschlossen und damit für knapp 5000 Haushalte den Weg zum Surfen im sogenannten schellen Internet frei gemacht. Eigenwirtschaftlich baut die Telekom überall dort aus, wo es sich für sie betriebswirtschaftlich rechnet.

In den Gebieten, wo der Anschluss ans schnelle Internet für einen Anbieter nicht rentabel ist, erfolgt der Ausbau mit finanzieller Unterstützung aus Bund, Land und Kommunen. In diesem Bereich läuft für Regenstauf aktuell die dritte Ausbaustufe. Diese soll, sagte Johann Kandlbinder, Breitbandpate des Markts, im Mai dieses Jahres abgeschlossen sein. Ursprünglich sollte diese Ausbaustufe bereits im Juni 2017 erreicht sein.

„Derzeit ist die Telekom in 80 Prozent der bayerischen Kommunen mit dem geförderten Ausbau beauftragt.“

Enrico Delfino, Regional-Manager Telekom

Allerdings sei schon vor Vertragsabschluss klar gewesen, dass dieser Termin durch die Telekom nicht leistbar sei, sagt Kandlbinder. Wie Enrico Delfino, Regio-Manager der Telekom, beim jüngsten Ortstermin in Regenstauf bestätigte, ist die Telekom derzeit in 80 Prozent aller bayerischen Kommunen mit dem geförderten Ausbau beauftragt.

Dritte Stufe mit Glasfaser

Die dritte Ausbaustufe umfasst 111 Hausanschlüsse in Ruith, Galgenmoosweg, Spindlholzweg, Ponholzer Straße, Frauenberg, Forstberg , Asing, Medersbach, Birkenzant, Kohlstatt, Kleeberg und Grub. Dabei wird zu der überwiegenden Anzahl der Hausanschlüsse Glasfaser verlegt. Während in den Dörfern damit nach und nach die Digitalisierung dem Stand der Technik entspricht, werden Teile des Hauptorts bei der Netzleistung weiterhin hinterherhinken. Dort greifen keine Förderprogramme, weil es bereits eine Grundversorgung gibt. Zudem wird laut Fördervorschriften dort nicht weiter ausgebaut, wo die Endkunden die Leistung auch von einem anderen Netzanbieter kaufen können. Für Regenstauf ist dieser Anbieter Kabel Deutschland. Wie Johann Kandlbinder erläuterte, plane beim Ausbau der Regenstaufer Hauptstraße auch Kabel Deutschland Glasfaserkabel mitzuverlegen. Kandlbinder sagt: „Dadurch kommen wieder mehr an Glas heran.“

Das neue Angebot

  • Aufgestockt: Vor dem Ausbau konnte die Telekom (und Anbieter, die deren Leitung nutzen) vielen Internetnutzern eine Datenübertragung um die 6000 Kilobit pro Sekunde (kBits/s) anbieten. Nach dem Ausbau steigt in den erschlossenen Bereichen das maximale Tempo beim Herunterladen auf 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s), beim Hochladen auf bis zu 40 MBit/s pro Sekunde (1000 kBit/s entsprechen einem MBit/s).

  • Leistung:

    Im neuen Netz sind Telefonieren, Surfen und Fernsehen gleichzeitig möglich. Die Telekom hat 17 Verteiler neu aufgestellt oder mit moderner Technik aufgerüstet. Dabei handelt es sich um ein Aufrüsten der alten Kupferkabeltechnologie. In neuen Baugebieten werden auch in Regenstauf Glasfaserkabel in alle Haushalte verlegt. Damit wird das Hochgeschwindigkeitsinternet von rund 1000 Megabits pro Sekunde erreicht.

„Denen mussten wir teilweise erst einmal klar machen, wie man bei uns eine Baustelle richtig absichert.“

Christian Kotschate, Bauamt

Während des Ausbaus durch die Telekom gab es bei vielen Regenstaufern öfters Irritationen über die Länge der Baustellen oder deren Absicherung. Christian Kotschate vom Bauamt des Markts nimmt Bezug auf den littauischen Unternehmer, den die Telekom nach einer europaweiten Ausschreibung mit den Arbeiten vor Ort beauftragte. Kotschate: „Denen mussten wir teilweise erst einmal klar machen, wie man bei uns eine Baustelle richtig absichert.“

Die Baustellen der Telekom dauerten länger als geplant. Einige Regenstaufer reagierten genervt. Foto: Kotschate
Die Baustellen der Telekom dauerten länger als geplant. Einige Regenstaufer reagierten genervt. Foto: Kotschate

Viele Probleme, die es im Laufe des Ausbaus gab, seien aber nicht der Telekom anzulasten, macht Kandlbinder klar. Um die Straßen möglichst nicht aufreißen zu müssen, entschied man sich beim Einbau der neuen Leitungen weitgehend für ein Einspülverfahren im Untergrund. Für diese Arbeitsweise ist man jedoch auf genaue Pläne aller im Untergrund verlegten Leitungen angewiesen. Da diese Pläne in der Vergangenheit aber nicht immer mit der gewünschten Sorgfalt geführt wurden oder die Leitungsbauer auch mal einem nicht vermuteten Felsen im Straßenuntergrund ausweichen mussten, gab es den einen oder anderen „Fehlschuss“ bei den Bauarbeiten. Mal traf die Telekom ihre eigenen Kabel, mal war es der Kanal, mal die Stromleitung oder Gasversorgung. Als schließlich eine der Hauptwasserleitungen im Markt angeschossen wurde, sagt Johann Kandlbinder, „war bei uns Feuer am Dach. Ein Hochbehälter drohte auszulaufen.“

Die Tatsache, dass die eine oder andere Baustelle sehr lange offen blieb, erklärt sich für Kandlbinder aus der Arbeitsweise. Spülbohren, verlegen, anklemmen, all das konnte nur nacheinander erfolgen. Jetzt sind laut Christian Kotschate aber die meisten Löcher wieder verfüllt und gepflastert.

Umstellung beantragen

Kunden der Telekom werden übrigens nicht automatisch auf das schnellere Internet umgestellt. Wer die Anschlüsse buchen will, kann dies laut Enrico Delfino ab sofort online, telefonisch oder im Fachhandel tun. Direktvermarkter der Telekom sind an den Haustüren unterwegs, es wird auch Postwurfsendungen geben.

Selbst wenn der Anschluss ans Glasfaserkabel (1000 MBit/s) möglich wäre, sagt Delfino, buchten die meisten Kunden einen Anschluss zwischen 50 und 100 Megabits pro Sekunde. Diesen gebe es um die 40 Euro im Monat. Grob gerechnet verteuere sich der Anschluss pro Verdoppelung dieser Leistung, dort wo es technisch möglich ist, um weitere zehn Euro pro Monat.

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