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Soziales

Schönhofenerin hilft in Mabuto

Barbara Beer ist Mitglied im Stiftungsrat des Bayerischen Fußballverbands. Er unterstützt ein Projekt in Mosambik.
Von Paul Neuhoff

Barbara Beer engagiert sich im Bayerischen Fußballverband auch für Projekte an Schulen in Mosambik. Foto: Daniela Hubrig, BFV
Barbara Beer engagiert sich im Bayerischen Fußballverband auch für Projekte an Schulen in Mosambik. Foto: Daniela Hubrig, BFV

Nittendorf.Barbara Beer aus Schönhofen ist seit mehr als 40 Jahren ehrenamtlich in Sachen Fußball unterwegs. Und seit fast 15 Jahren engagiert sie sich in Sozialprojekten des Bayerischen Fußballverbands (BFV). Beer hat seit 2012 darüber hinaus das wichtige Amt einer Stiftungsrätin in der Sozialstiftung inne und entscheidet dort mit, wie Spendengelder verwendet werden.

Kurz nach Ostern diesen Jahres durfte die engagierte Bürgerin mit Vertretern der Stiftung Projekte in Mosambik besichtigen, welche die Einrichtung finanziert hat. Aber auch die Unterstützung von in Not geratenen Sportlern in Bayern steht auf der Agenda der Stiftung.

Durch Zufall zum Fußball

Wie Barbara Beer der Mittelbayerischen schildert, ist sie zum Fußball eher per Zufall gekommen. Ihr Ehemann Rudi hatte 1977 im örtlichen Sportverein zwei Jugendmannschaften als Trainer und Betreuer übernommen. Für auswärtige Spiele war dringend eine weitere Kraft nötig. So sprang die Ehefrau ein. Bei dieser Aushilfstätigkeit blieb es aber nicht. Es entwickelte sich daraus eine ehrenamtliche Karriere. Im Jahr 1984 trat Barbara Beer die Nachfolge des Spielgruppenleiters für die Jugendmannschaften zwischen Regensburg und Neumarkt i.d.Opf. an und war in dieser Funktion bis 2006 für den Spielbetrieb von etwa 100 Teams verantwortlich. Ab 2006 übernahm Barbara Beer dann das Amt der Kreisehrenamtsbeauftragten für den Fußballkreis Regensburg.

Kinder in Mosambik basteln Bälle aus Abfällen. Foto: Daniela Hubrig, BFV
Kinder in Mosambik basteln Bälle aus Abfällen. Foto: Daniela Hubrig, BFV

Über diese Tätigkeit bekam die Schönhofenerin Kontakt zu einem Sozialprojekt des BFV im südostafrikanischen Staat Mosambik. Der Landesverband engagiert sich dort seit 2005. Mit Spendengeldern aus Bayern und mit einem stattlichen Betrag, der sich aus einem Aufschlag von einem Euro auf Eintrittskarten für bestimmte Fußballspiele ergibt, konnten in einem Vorort der mosambikischen Hauptstadt Maputo mehrere Grundschulen mit Möbeln ausgestattet und eine Bibliothek oder auch komplette Sportanlagen gebaut werden. Auch ein dringend notwendiger Brunnen wurde gebohrt.

Barbara Beer bei der Übernahme einer Spende. Foto: Paul Neuhoff
Barbara Beer bei der Übernahme einer Spende. Foto: Paul Neuhoff

Wie Barbara Beer schildert, war für sie, als sie von der Hilfsaktionen erfahren hatte, sofort klar, dass sie sich dafür engagieren wollte. Sie und ihr Ehemann hatten schon einschlägige Erfahrung durch eine Partnerschaft der Pfarrei Nittendorf mit einer Pfarrei im bolivianischen Hochland gesammelt. Bei einem Besuch dort Mitte der 90er-Jahre wurde den beiden klar, dass in ärmeren Regionen der Welt mit relativ geringen finanziellen Mitteln Großes entstehen kann.

Der Weg der Spenden

  • Übergabe:

    Um helfen zu können, baut die Sozialstiftung des BFV vor allem auf Spenden. Wenn in der Region ein Scheck aus einer Benefizaktion an die Sozialstiftung überreicht wird, wie hier an der Grundschule Nittendorf, ist Barbara Beer dabei.

  • Spendenläufe:

    Eine effektive beliebte Aktion als Quelle für finanzielle Erlöse sind Spendenläufe. Schüler laufen an Sportstätten oder auch im Gelände eine gewisse Entfernung und erhalten für jede gedrehte Runde von Spendenpaten einen gewissen Betrag.

  • Hilfe:

    Der BFV-Präsident Rainer Koch und Barbara Beer an einem Brunnen, den die Sozialstiftung auf einem Schulgelände in Mabuto, der Hauptstadt von Mosambik, finanziert hat. Dort steht Kindern nun erstmals frisches Trinkwasser zur Verfügung.

  • Sportförderung:

    Der BFV unterstützt den mosambikischen Fußballverband, auch, um den dortigen Fußballnachwuchs zu fördern. Kinder basteln sich aus finanziellen Gründen nach wie vor Bälle aus Stoffresten und Plastikabfällen, um ihrer Leidenschaft frönen zu können.

Mit ihrem zupackenden Wesen organisierte die Funktionärin zusammen mit der damaligen Rektorin Ingrid Haunschild bald den ersten Spendenlauf an der Grundschule Nittendorf, bei dem die Kinder 7500 Euro erliefen, die der Sozialstiftung des BFV zu Gute kamen. Diese baute damit den Brunnen in Maputo. Weitere Benefizaktionen im Raum Nittendorf folgten.

Die Sozialstiftung baute in Maputo einen Brunnen. Foto: Daniela Hubrig, BFV
Die Sozialstiftung baute in Maputo einen Brunnen. Foto: Daniela Hubrig, BFV

So konnte es nicht ausbleiben, dass Rainer Koch, Präsident des Bayerischen Fußballverbandes und Vorsitzender der Sozialstiftung, auf Barbara Beer aufmerksam wurde und sie als eine von drei Frauen in den 15-köpfigen Stiftungsrat berief.

Neben der „Hilfe zur Selbsthilfe“ für Mosambik unterstützt die Sozialstiftung noch die große bayerische Fußballfamilie. Wenn etwa ein aktiver Fußballer schwer erkrankt oder in finanzielle Not gerät, kann er auf die Hilfe und Unterstützung der Stiftung hoffen. Wenn ein Sportverein einen entsprechenden Antrag an die Stiftung stellt, so ist es Aufgabe von Beer, die Angaben zu prüfen und zu bestätigen. Die Stiftungsrätin ist auch immer dabei, wenn in der Region ein Spendenscheck zugunsten der sozialen Einrichtung des BFV überreicht wird.

Nachhaltige Reiseeindrücke

Über Spendenläufe sammeln Schüler Geld für die Sozialstiftung. Foto: Paul Neuhoff
Über Spendenläufe sammeln Schüler Geld für die Sozialstiftung. Foto: Paul Neuhoff

Die Reise zu den geförderten Stätten in Maputo bezeichnet Barbara Beer als den absoluten Höhepunkt in ihrer ehrenamtlichen Karriere. „Man wird wieder bescheidener durch die Erlebnisse und Eindrücke einer solchen Reise und man sieht, wie gut es uns hier geht.“ Als Beispiel nennt sie die Tatsache, dass die jungen Fußballer und Fußballerinnen in Maputo ihre Bälle selbst anfertigen – aber nicht aus Leder, sondern aus Stoff- und Kunststoffabfällen, die zu einer Kugel geformt und mit Schnüren zusammengehalten werden. Ermuntert durch die Erfahrungen der Reise will die rührige Seniorin weitermachen, solange es geht.

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