MyMz
Anzeige

Schreinerei geht in Flammen auf

150 Feuerwehrleute bekämpften in der Nacht zum Sonntag einen Großbrand in Zinzendorf. Die Ursache ist noch nicht geklärt.
Von Christof Seidl, MZ

Bei dem Brand einer Schreinerei in Zinzendorf bei Wörth waren auch zwei Drehleiterfahrzeuge im Einsatz. Insgesamt bekämpften 150 Feuerwehrleute den Großbrand. Foto: Seidl
Bei dem Brand einer Schreinerei in Zinzendorf bei Wörth waren auch zwei Drehleiterfahrzeuge im Einsatz. Insgesamt bekämpften 150 Feuerwehrleute den Großbrand. Foto: Seidl

Zinzendorf.In der Nacht zum Sonntag ist gegen 1.30 Uhr in einer Schreinerei in Zinzendorf ein Großbrand ausgebrochen. Als die ersten Feuerwehren eintrafen, stand das 20 mal 30 Meter große Gebäude im Ortskern bereits voll in Flammen.

Die Brandbekämpfung erwies sich als aufwendig. Die Einsatzkräfte gingen von drei Seiten gegen die Flammen vor, die lichterloh aus dem Dach schlugen. Sie positionierten sich auf den Straßen rund um die Schreinerei und im Hof eines Nachbargrundstücks. Zusätzlich waren zwei Drehleiterfahrzeuge im Einsatz, die das Feuer auf der Nord- und der Südseite des Gebäudes von oben bekämpften. Um genügend Löschwasser zur Verfügung zu haben, wurden alle verfügbaren Wasserquellen genutzt. Überall im Ortszentrum von Zinzendorf wurden Feuerwehrschläuche verlegt.

Wegen der starken Rauchentwicklung bei der Brandbekämpfung waren zahlreiche Atemschutzgeräteträger im Einsatz. Für sie wurde eine eigene Koordinierungszentrale in einer nahe gelegenen Halle eingerichtet. Andere Feuerwehren kümmerten sich um die aufwendige Löschwasserversorgung.

Ein Übergreifen wurde verhindert

Nachdem der Brand unter Kontrolle war, begann die Suche nach Glutnestern. Foto: Seidl
Nachdem der Brand unter Kontrolle war, begann die Suche nach Glutnestern. Foto: Seidl

Der enorme Einsatz an Feuerwehrkräften und Material hatte Erfolg. Nach Aussage von Kreisbrandrat Wolfgang Scheuerer konnte dank der gemeinsamen Anstrengungen verhindert werden, dass sich die Flammen auf Nebengebäude oder benachbarte Gebäude ausbreiteten.

Wie der Kreisbrandrat vor Ort erklärte, waren insgesamt rund 150 Feuerwehrkräfte in Zinzendorf im Einsatz. Neben den Feuerwehren der Stadt Wörth und deren Nachbargemeinden, waren Wehren bis aus Mintraching und Wiesenfelden im Einsatz. Insgesamt waren es zehn Feuerwehren.

Gegen 3.30 Uhr war der Brand Feuer soweit unter Kontrolle, dass die Suche nach Glutnestern starten konnte. Ein Atemschutzgeräteträger begann, von der Drehleiter aus, das teilweise bereits völlig verkohlte Dach abzudecken, um an die Glutnester heranzukommen. Teile des Dachstuhls waren durch den Brand völlig verkohlt. Die Arbeit der Feuerwehren zog sich bis in die Morgenstunden hin.

Sicherheitshalber hatte die Integrierte Leitstelle in Regensburg auch Rettungsfahrzeuge nach Zinzendorf geschickt. Laut Polizei wurden bei dem Brand zwei Personen leicht verletzt und ambulant versorgt. Nach Angaben vor Ort bestand bei einer Person Verdachts auf eine leichte Rauchgasvergiftung.

Unsere Bildergalerie zeigt Fotos vom Einsatz:

Schreinerei in Zinzendorf brannte

Brandursache noch ungeklärt

Die Feuerwehren bekämpften den Brand von drei Seiten. Foto: Seidl
Die Feuerwehren bekämpften den Brand von drei Seiten. Foto: Seidl

Die Ursache des Feuers war am Sonntagmorgen noch ungeklärt. Wie Kreisbrandrat Scheuerer auf Anfrage der Mittelbayerischen vor Ort erklärte, verfügte die Schreinerei über eine Hackschnitzelheizung, die auch nachts in Betrieb war. Vorstellbar wäre deshalb beispielsweise, dass eine Überhitzung den Brand ausgelöst hat. Auch ein technischer Defekt könnte als Ursache in Frage kommen. In dem Gebäude waren neben Holz auch diverse Maschinen und Arbeitsgeräte der Schreinerei gelagert.

Die Kriminalpolizei Regensburg hat bereits die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Hinweise auf ein etwaiges vorsätzliches Verschulden Dritter haben sich bislang nicht ergeben. Der entstandene Sachschaden beträgt ersten Schätzungen zufolge deutlich über hunderttausend Euro.

In dem kleinen Dorf, das zur Stadt Wörth an der Donau gehört, hatte es in den vergangenen Jahren bereits zwei Mal Feueralarm gegeben. Beim Brand einer Scheune in der Nähe des aktuellen Brandorts entstand im September 2015 ein Schaden von 400 000 Euro. Ursache war ein technischer Defekt. Dem Eigentümer gelang es damals noch, mehrere landwirtschaftliche Maschinen ins Freie zu bringen. Am 26. Dezember 2012 brach im Dachgeschoß eines Einfamilienhauses in Zinzendorf ein Schwelbrand aus. Auslöser waren in diesem Fall defekte Elektroleitungen.

Weitere Nachrichten aus dem Landkreis Regensburg lesen Sie hier.

Aktuelle Nachrichten von mittelbayerische.de jetzt auch über WhatsApp. Hier anmelden: https://www.mittelbayerische.de/whatsapp.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht