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Politik

Schüler: Defizite beim Schwimmen

Im Schulausschuss kam das Förderprojekt des Landkreises zur Sprache. Durch die Migration steigt die Zahl der Auszubildenden.
Von Michael Scheiner

Den Schwimmunterricht für Grundschulkinder fördert der Landkreis mit dem Förderprojekt „Schwimmen intensiv“. Foto: Rolf Vennenbe/dpa
Den Schwimmunterricht für Grundschulkinder fördert der Landkreis mit dem Förderprojekt „Schwimmen intensiv“. Foto: Rolf Vennenbe/dpa

Regensburg.Ein umfangreiches Programm hatte der Schulausschuss des Landkreises in seiner jüngsten Sitzung zu absolvieren. Für größere Nachfragen sorgte in dem Gremium der Bericht zu dem Förderprojekt „Schwimmen intensiv“. Mit dem Schwimmunterricht, bei dem die dritten Klassen jeweils eine Woche lang intensiv Schwimmunterricht erhalten, sei man „gut weitergekommen“, meinte Landrätin Tanja Schweiger nach dem Bericht.

Dennoch sei es „erschreckend, wie wenig Kinder schwimmen können“, verwies die ÖDP-Kreisrätin Claudia Wiest auf ein Defizit. Ob nach dem Intensivkurs weiter mit den Kindern geübt werde, wollte Stefan Potschaski (FDP) wissen – und wurde negativ beschieden. „Nein, das schaffen wir nicht“, antwortete die Landrätin.

Mit einem Überblick auf die Schülerentwicklung in Realschulen und Gymnasien im Landkreis führte Petra Grimm, Sachgebietsleiterin Kreisfinanzverwaltung, die Tagesordnung fort. In ihrem ausführlichen Zahlenwerk ist auch eine abschlägige Beurteilung des Nittendorfer Wunsches zum Aufbau einer neuen Realschule im westlichen Landkreis verankert.

Datenlage aktualisiert

Ein zentrales Thema der Sitzung war die Vorstellung des zweiten Bildungsberichts. Um nicht „die ganzen 92 Seiten einzeln durchgehen zu müssen“, fasste die Sachbearbeiterin Katharina Brückner die wichtigsten Punkte daraus zusammen und erläuterte diese dem Gremium. Gegenüber dem ersten Bericht aus dem Jahr 2017, beide ermöglicht durch das Programm „Bildung integriert“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, sind ein Kapitel zur Seniorenarbeit und das Querschnittsthema Digitalisierung neu aufgenommen worden. In allen anderen Bereichen, von der frühkindlichen Bildung und Betreuung, über Schulen und die Weiterbildung im Erwachsenenbereich über die Vhs bis zur nicht-formalen Bildung beispielsweise zu ökologischen Angeboten von Vereinen, sei die vorhandene Datenlage aktualisiert worden, sagte Brückner.

Der Ausschuss

  • Mitglieder:

    Der Schulausschuss des Kreistags besteht aus 16 stimmberechtigten Mitgliedern und Landrätin Tanja Schweiger, die den Vorsitz führt. Während die kleineren Fraktionen, ÖDP, Grüne und FDP mit jeweils einem Mitglied und die SPD mit zwei Mitgliedern vertreten sind, sind es sieben seitens der Christsozialen und vier von den Freien Wählern. Unter diesen Mitgliedern sind zahlreiche Bürgermeister von Landkreisgemeinden.

  • Änderung:

    Durch eine Verordnung der Regierung der Oberpfalz darf sich das Förderzentrum in Regenstauf seit 1. August „Schule an der Friedensstraße“ nennen.

  • Beratung:

    Erschwert ist der Zugang zum Bildungsmarkt für manche Zielgruppen, fand eine Projektgruppe heraus. Deshalb ist eine mobile Bildungsberatung geschaffen worden. Seit 1. August berät sie an fünf Standorten im Landkreis.

Allgemein ist die Bevölkerung im Landkreis gewachsen und wird nach Zukunftsprognosen bis 2037 weiter zunehmen. Allerdings gilt das nicht für die Erwerbstätigen, also die Gruppe der 18- bis 65-Jährigen, diese sei in allen Gemeinden rückläufig. Sowohl im vorschulischen als auch im Bereich der schulischen Bildung sei auch künftig Sprachförderung wichtig, hob Brückner hervor, um der gestiegenen Zahl von Kindern mit Migrationshintergrund gerecht zu werden. Insgesamt habe die Zahl von Schutzsuchenden und Flüchtlingen zugenommen, was „Auswirkungen auf alle Altersbereiche“ habe. Im Bereich der beruflichen Schulen führte das dazu, dass „es mehr Auszubildende im Handwerk gibt“. Gleichzeitig stelle deren Integration eine Herausforderung für die Betriebe und Schulen dar.

Frühkindliche Bildung ausbauen

Qualitativ und quantitativ ausgebaut werden müsse die frühkindliche Bildung, resümierte Brückner in einem Ausblick. Auch sollte künftig das Potenzial von Studienabbrechern verstärkt in den Blick genommen und Unternehmen bei deren Rekrutierung unterstützt werden. Landrätin Tanja Schweiger sah die Bildungsregion mit Stadt und Landkreis gut aufgestellt, trotz eines hohen negativen Pendlersaldos bei Realschulen und Gymnasien, wo viele Schüler das städtische Angebot nützten.

Schnell abgehakt war der Punkt Schülerbeförderung, mit dem der Ausschuss die Übernahme von Mehrkosten für Schüler aus Aufhausen und Pfakofen beschloss, die ins Gymnasium nach Mallersdorf-Pfaffenberg, statt nach Neutraubling fahren. Ohne Nachfragen wurde Grimms Bericht zur Baumaßnahme der Landwirtschaftsschule in der Lechstraße zur Kenntnis genommen.

Nachdem die Tagesordnung der Sitzung zügig durchgearbeitet worden war, blieb gegen Ende Zeit für einen Bericht über eine Spendenreise. Bürgermeister Helmut Sammüller von Nittendorf erzählte von den Eindrücken und Erlebnissen einer Fahrt mit Spenden für Kinder und Ältere, die er nach Moldawien unternommen hat. An seine Bürgermeisterkollegen und die anderen Ausschussmitglieder appellierte er, ausgediente Geräte nicht wegzuwerfen, sondern aufzuheben, da er sicher in Zukunft erneut eine Ladung mit Spenden, in das „arme Land“ bringen werde. Landrätin Tanja Schweiger lud zum anschließenden Informationsabend mit der Energieagentur zum Thema „Heizen mit Holz“ ein.

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