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Landtagswahl

Schüler durften schon wählen

Die Oberstufe des SFZ Regenstauf beteiligte sich an der Initiative „Juniorwahl“. Die Ergebnisse gibt es erst am Sonntagabend.
von Sieglinde Geipel

Mit ihrem Wahlberechtigungsschein kamen die Schüler ins Wahllkokal und erhielten dort ihre Stimmzettel. Foto: Geipel
Mit ihrem Wahlberechtigungsschein kamen die Schüler ins Wahllkokal und erhielten dort ihre Stimmzettel. Foto: Geipel

Regenstauf.Am Sonntag wird der 18. Landtag nach dem Zweiten Weltkrieg in Bayern gewählt. Seit Wochen bestimmt der Wahlkampf die Schlagzeilen. Auch junge Menschen zeigen sich interessiert an dem politischen Geschehen. An die Wahlurne dürfen sie am Sonntag aber nur, wenn sie das 18. Lebensjahr vollendet haben.

Um ihren Schülern die Gelegenheit zu geben, sich genauer mit der bayerischen Landtagswahl auseinander zu setzen und eine eigene Jugendwahl durchzuführen, hat sich das sonderpädagogische Förderzentrum in Regenstauf an der bundesweiten Initiative „Juniorwahl“ beteiligt. In dieses Projekt sind die Schüler der 7., 8. und 9. Klassen mit insgesamt 40 Schülern einbezogen. Betreut wird das Projekt von der jeweiligen Klassenleitung.

Demokratie im Kleinen

Im Vordergrund stehe das Thema Demokratie, das sich durch die gesamte Schulzeit der Kinder ziehe, berichtet die Klassenlehrerin der 9. Klasse, Elisabeth Bauer. Demokratie zeige sich an der Schule in vielen Bereichen, angefangen bei der Wahl der Klassensprecher oder der Schülersprecher bis hin zu kleinen Abstimmungen, wie etwa über das Ziel eines Ausflugs. Das Thema Wahlen stehe erst in der 9. Klasse auf dem Lehrplan, doch der neue kompetenzorientierte Lehrplan lasse es zu, aktuelle Themen in den verschiedenen Unterrichtsfächern dann zu behandeln, wenn sie aktuell gerade anstehen, so Bauer.

Benedikt Beiderbeck (von links), Elisabeth Bauer, Markus Spieß  Foto: Geipel
Benedikt Beiderbeck (von links), Elisabeth Bauer, Markus Spieß Foto: Geipel

Die Schüler haben laut Bauer gelernt, dass eine Wahl, die freie Entscheidung für oder gegen etwas sei. Um den Schülern die Wahlen zum Bundestag oder wie in diesem Jahr zum Landtag näher zu bringen, habe man sich intensiv mit dem Prozedere auseinandergesetzt. Im vergangenen Schuljahr sei das Thema mit Blick auf die Bundestagswahl in den oberen Klassen bereits ausführlich behandelt worden, erklärte die Klassenlehrerin der 9. Klasse weiter. Insbesondere mit den Wahlgrundsätzen, dem Wahlsystem und den verschiedenen Parteien habe man sich beschäftigt.

Die Schüler hätten ihr Wissen von zu Hause oder aus dem Freundeskreis eingebracht oder im Internet nach den Zielen der Parteien geforscht und dann diskutiert, welche Ziele sie favorisierten oder welche sie für unglaubwürdig hielten. Ebenso habe man später auch das Ergebnis der Bundestagswahl reflektiert. „Die meisten Schüler haben dieses Thema sehr spannend gefunden und sich eifrig beteiligt“, berichtet Bauer.

Am Sonntag, 14. Oktober, ist Landtagswahl. Alle Hintergründe und Berichte finden Sie in unserem MZ-Spezial!

Ähnlich sei nun die Vorbereitung auf die Juniorwahl für den Landtag verlaufen. Die Schüler bekamen Informationen zum Wahlsystem und zum -ablauf. Nicht ganz einfach sei es für die Schüler gewesen, zu erkennen, weshalb jeder Wähler eine Erst- und eine Zweitstimme habe. Spannend sei für sie der große Stimmzettel mit den vielen Parteien und Kandidaten für die Zweitstimme gewesen. Von so mancher Partei hatten die Schüler noch nie gehört.

Schüler machten ihr Kreuzchen

Es habe aber auch kritische Anmerkungen zu dem Sinn der Juniorwahl gegeben, erläuterte die Klassenlehrerin. So wollte ein Schüler wissen, weshalb man nicht gleich richtig wähle. Wenn ihre Stimmen nichts zählten, könne man es ja gleich lassen.

Gestern war es dann in der 4. Unterrichtsstunde soweit. Das Wahllokal öffnete, und die Schüler kamen mit ihrem Wahlberechtigungsschein und einem Ausweis, sei es der Schülerausweis, Bibliotheksausweis oder ein anderes Papier, mit dem sie ihre Identität beweisen konnten. Nachdem die die Wahlvorstände die Identität mit dem Wählerverzeichnis abgeglichen hatten, bekam jeder Schüler seine Stimmzettel, einen für die Erststimme und einen für die Zweitstimme. In der bereit gestellten Wahlkabine machte jeder Schüler seine Kreuzchen, auf jedem Stimmzettel jeweils nur eines. So hatten sie es gelernt. Zum Schluss warfen die Schüler ihre Stimmzettel in eine Wahlurne.

Die Stimmen werden heute, Freitag, vom Wahlvorstand mit Hilfe der betreuenden Lehrkräfte ausgezählt und an die Juniorwahl weitergegeben. Das Wahlergebnis darf jedoch erst nach Abschluss der Wahlen am Sonntag veröffentlicht werden.

Wählen mit 16 Jahren: Was sagen die Schüler?

Kevin
Kevin

Kevin (14): „Ja, weil man ab 16 Jahren bereits alt genug dazu ist. Aber man muss auch gut vorbereitet sein, damit man weiß, wen und wie man wählen sollte.“ Außerhalb der Schule informiere er sich nicht zur Wahl, werde aber dort gut vorbereitet.

Lukas
Lukas

Lukas (15): Er möchte mit 16 Jahren noch nicht zur Wahl gehen. Er glaubt, man wisse in diesem Alter noch nicht genug über Wahlen und Parteien. „Ich möchte erst in der Schule genauer lernen, wie eine Wahl abläuft und worauf ich achten muss. Ich muss mich noch mehr informieren.“

Anja
Anja

Anja (14): „Ich glaube schon. Aber nur, wenn man sich gut informiert hat.“ Die Juniorwahl in der Schule helfe dabei, sie fühle sich dann besser auf die „echten“ Wahlen vorbereitet. Anja informiert sich auch über Nachrichten im Radio und Internet.

Emely
Emely

Emely (13): „Man hat da noch viel zu wenig Erfahrungen“, argumentiert Emely gegen Wählen mit 16. Aber: „Die Juniorwahlen helfen uns sehr. Da kann man lernen, wie das mit den Wahlen geht.“ Sie lerne nicht nur in der Schule viel, sondern hole sich auch Informationen aus der Zeitung.

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