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Kultur

Schüler lernten alte Volkslieder

Der Pfatterer Arbeitskreis Kultur hat eine Mission. Er will an der Schule für die Weitergabe alten Liedguts sorgen.
Von Hans Biederer

AKK-Vorsitzender Christoph Ebner und Elvira Forstner-Schafberger studierten mit den Grundschülern alte Volkslieder ein. Foto: Hans Biederer
AKK-Vorsitzender Christoph Ebner und Elvira Forstner-Schafberger studierten mit den Grundschülern alte Volkslieder ein. Foto: Hans Biederer

Pfatter.„Kein schöner Land in dieser Zeit“ oder „Auf unserer Wiese gehet was“ – langweilig? Von wegen! In der Pfatterer Grundschule sind nicht nur diese beiden Lieder gerade der Hit. In der vergangenen Woche haben die Kinder dort viele alte Volkslieder wieder entdeckt und gelernt.

Die Pflege von Traditionen und Brauchtum sowie die Bereicherung der Gemeinde mit kulturellen Veranstaltungen ist das große Bestreben vom Arbeitskreis Kultur (AKK). Seit der Gründung vor sieben Jahren gestaltet der Verein ein facettenreiches Programm. Die beiden Hauptorganisatoren Isabella und Franz Binder sind unermüdlich am Planen.

„Früher haben wir in der Schule viele schöne alte Volkslieder gelernt, gesungen und an unsere Kinder weitervermittelt. Dies kommt heutzutage viel zu kurz. Alte deutsche und bairische Volks- und Kinderlieder sind in Vergessenheit geraten“, klagt der leidenschaftliche Musiker Franz Binder im Gespräch mit unserer Zeitung.

Der deutsche Volksliedschatz sei riesengroß und wesentlicher Teil der deutschen Kultur. Davon unabhängig verbinde er Menschen und schaffe ein Gemeinschafts- und Heimatgefühl. „Wer Volkslieder singt, begegnet unserer Kultur. Sie sind viel mehr als bloße Lieder. Sie sind Identität.“ Volkslieder zu singen, stärke die Zugehörigkeit zu einem sprachlichen und kulturellen Raum, versichert Binder.

Mediale Entwicklung ist schuld

Dass vor allem Kinder nur noch wenige Volkslieder kennen, liege vielleicht an den Lehrern, ist er überzeugt. „Mittlerweile ist da eine Lehrergeneration, die selbst ohne Volkslied aufgewachsen ist. Deswegen vermitteln sie diese Tradition auch nicht mehr“, ist sich der Pfatterer sicher. Aber auch die mediale Entwicklung sei schuld am Niedergang des Volkslieds. „Gemeinsames Musizieren wurde immer mehr von anderen Formen der Musikunterhaltung verdrängt“, sagt der Großvater von drei Enkelkindern und hat sich einer Mission verschrieben: Mit regelmäßigen Besuchen zum Singen und Musizieren soll an der Grundschule die Weitergabe alten Liedguts erfolgen.

„Volkslieder sind viel mehr als bloße Lieder. Sie sind Identität.“

Franz Binder, Arbeitskreis Kultur

Bereits Ende Mai durften die Pfatterer Schulkinder bei einem Musiktag selbst an verschiedenen Musikinstrumenten Hand anlegen - an einer steirischen Harmonika, einem Hackbrett und sogar an einer Harfe. Vor wenigen Tagen stand ein „Volksliedertag“ auf dem Stundenplan. „Ich möchte den Volksliedertag an der Grundschule zu einer festen Einrichtung werden lassen“, verspricht Binder.

Bedauerlicherweise konnte er wegen eines Krankenhausaufenthalts nicht selbst bei dieser Premiere dabei sein. Mit Harfe und Hackbrett warteten jedoch Veronika Rath und Erika Heitzer in der Aula auf. Von Elvira Forstner-Schafberger, der Leiterin des Pfatterer Landfrauenchors, wurden mit Unterstützung von Sigi Weinberger (Gitarre) und Christoph Ebner (Akkordeon) viele Volksweisen kindgerecht einstudiert. Das Storchenlied „Auf unserer Wiese gehet was“ sorgte für den Bezug zu Pfatter und Geisling. Beide Orte verfügen über Nester des Langbeins.

Mit Bienenlied am Puls der Zeit

Ganz aktuell am Puls der Zeit war man mit „Summ, summ, summ, Bienchen summ herum.“ Fröhlich wurde es beim „Spannenlangen Hansel“ sowie dem „Kuckuck und dem Esel“. Die älteren Schulkinder erlernten nicht nur die Bayernhymne, sondern auch zwei altbekannte Wanderlieder.

Ein Muss war für AKK-Vorsitzenden Christoph Ebner die Volksweise „Kein schöner Land in dieser Zeit“. Mit dem rhythmischen „Heißa Kathreinerle“ schloss der Volksliedertag, der offensichtlich auch den Kindern großen Spaß gemacht hat. Ebner bat die Schüler, die ausgegebenen Notenblätter mit nach Hause zu nehmen und die einstudierten Lieder mit den Eltern oder Großeltern ab und zu nachzusingen.

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