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Projekt

Schule Sinzing erhält einen Anbau

Der Gemeinderat entschied sich gegen die Aufstockung des Gebäudes. Für E-Bikes wird es keinen Zuschuss geben.
Von Gertraud Pilz

An der Ostseite des Bestandsschulgebäudes soll der Erweiterungsbau angedockt werden. Foto: Pilz
An der Ostseite des Bestandsschulgebäudes soll der Erweiterungsbau angedockt werden. Foto: Pilz

Sinzing.Die Entscheidung über die Aufstockung oder den Anbau an die Schule Sinzing war Hauptthema der letzten Gemeinderatssitzung. Vertreter des Architekturbüros Gutthann bezweifelten die Machbarkeit einer Aufstockung des Südflügels. Alternativ hierzu wurde die Möglichkeit eines Anbaus östlich des bestehenden Schulgebäudes geprüft.

Hier soll ein Baukörper mit vier Ebenen inklusive Keller angebaut werden. Ein Grund für diese neue Lösung, so Bürgermeister Patrick Grossmann, seien fehlende Unterlagen zur Statik des aus den 60er-Jahren stammenden Gebäudes. Der Schulbetrieb in diesem Trakt könne während der Umbauphase nur durch eine aufwendige Containerlösung sichergestellt werden. Beim Anbau dagegen bestünden schulisch nur kleinere Einschränkungen und die weitere Sanierung der Schule könnte in Einzelschritten ablaufen.

Aus diesen Gründen wurde vom Architekturbüro Gutthann ein Vorentwurf zur Realisierung eines Erweiterungsbaus erarbeitet. Die Grundschule könnte demzufolge bei laufendem Betrieb abschnittsweise modernisiert und zur offenen Ganztageschule im Erdgeschoss mit Küche, Mensa, Mehrzweckraum, zwei Aufenthaltsräumen und einem Ruheraum umfunktioniert werden.

Zusätzlicher Eingang mit Aufzug

Der neue Baukörper orientiert sich in Größe und Zuschnitt am Bestandsgebäude. Der an der Ostseite geplante Erweiterungsbau erlaubt einen zusätzlichen Eingang mit Aufzug, der einen barrierefreien Zugang in alle Stockwerke des Bestandsgebäudes zulässt. Im ersten und zweiten Obergeschoss des Anbaus sind jeweils zwei Klassenräume mit Gruppenräumen geplant. Die benötigten Technikräume finden im Keller des Erweiterungsbaus Platz. Zusätzlich sind noch Fachräume für Werken und Textil möglich.

In Trakt 5 des Bestandsgebäudes (bisheriger Schulküchenbereich) ist im Erdgeschoss Platz für weitere Fachräume. Ein eigener Zugang für den Hort mit vorläufig rund 100 Plätzen im Südwestflügel des Bestandsgebäudes (bisheriger Trakt 5) und der Erweiterungsbau an der Ostseite für die künftige Ganztagslösung entzerrt den Bewegungsverkehr über den Haupteingang. Auch für die Räume der Verwaltung und Lehrerzimmer seien optimierte Lösungen durch den Erweiterungsbau möglich, so die Planer. Der Gemeinderat entschied sich einstimmig für den Erweiterungsbau.

Schulumbau

  • Rückblick:

    Der letzte Umbau im Schulgebäude erfolgte 1989.

  • Bedarf:

    Die bis 2020/21 um voraussichtlich 90 Kinder steigenden Schülerzahlen machen die zusätzlichen Betreuungsplätze erforderlich. Dazu erfordern neue Lernkonzepte laut Bürgermeister Patrick Grossmann Maßnahmen für einen Erweiterungsbau und für Umbau- und Sanierungsmaßnahmen..

Professor Wolfgang Wiegard und weitere Räte beanstandeten die fehlenden Kostenberechnungen für das neue Konzept, das ursprünglich mit rund 5,5 Millionen Euro veranschlagt war. Rund 50 bis 65 Prozent der zuschussfähigen Kosten, so der Architekt, seien an staatlichen Förderungen zu erwarten. Im Grundsatz halten sich seinen Worten zufolge die Kosten für Erweiterungsbau und Aufstockungslösung die Waage.

Heftige Diskussion folgten bei der Beratung zur geplanten Förderung der E-Mobilität. Danach sollte der Kauf von Pedelecs, E-Bikes- und S-Pedelecs bzw. E-Kleinkrafträdern von Bürgern bezuschusst werden. Hierfür sollte seitens der Gemeinde ein Förderprogramm über 20 000 Euro für 2019 aufgelegt werden.

Wiegard wittert Verschwendung

Wiegard wetterte dagegen und sah sogar einen Missbrauch der Gemeindefinanzen. Für 8000 Einwohner ein Budget von 20 000 Euro für einen solchen Zweck zur Verfügung zu stellen sei im Sinn der geltenden Haushaltsgrundsätze für eine öffentliche Verwaltung nicht vertretbar. Seine Recherchen hätten ergeben, dass es bundesweit keine ähnliche Förderung gebe. Deeser Schritt bringe zudem nicht den beabsichtigten Effekt für die Umwelt, da nur die alten Räder durch E-Bikes ersetzt würden. Ein vorhandenes Auto werde wohl kaum durch ein E-Bike ausgetauscht, so sein Argument.

Dr. Bernhard Edenharter wandte ein, diese Mittel könnten sinnvoller verwendet werden. Josef Espach würdigte zwar den gut gemeinten Vorschlag der Gemeinde und der Arbeitsgruppe E-Mobilität, schloss sich jedoch der Ablehnung Wiegards an. Der Vorschlag wurde schließlich mit 11:6 Stimmen abgelehnt.

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