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Politik

Schweiger will Landrätin werden

Die Landtagsabgeordnete (FW) rechnet sich eine realistische Chance im Landkreis Regensburg aus. Zu ihren wichtigsten Zielen gehört die Familienpolitik.
Von Christof Seidl, MZ

Tanja Schweiger will für die Freien Wähler im Landkreis als Landrätin kandidieren. Foto: Freie Wähler

Landkreis.Tanja Schweiger will am 16. März 2014 für die Freien Wähler als Landrätin kandidieren. Dies bestätigte die Landtagsabgeordnete im Gespräch mit der MZ. Dass sie aufgestellt wird, steht für die Vorzeigepolitikerin der Freien Wähler im Landkreis außer Frage. Natürlich falle die offizielle Nominierungsentscheidung erst Ende November bei der Aufstellungsversammlung. Es herrsche aber große Einmütigkeit bei den Freien Wählern im Landkreis, was ihre Kandidatur angehe. Schweiger hatte bereits 2008 für die Freien Wähler als Landrätin kandidiert und dabei Amtsinhaber Herbert Mirbeth (CSU) fast in die Stichwahl gezwungen.

Anfang dieses Jahres war die 35-Jährige von ihrer Partei zur Direktkandidatin für den Landtag gewählt worden. Wenige Tage später gab Tanja Schweiger bekannt, dass die Freien Wähler erst im Herbst entscheiden würden, ob sie erneut als Landrätin kandidiert. Auslöser für diese Aussage war auch der Vorwurf vonseiten der Jungen Union im Landkreis, Schweiger strebe eine Doppelkandidatur an und werde dadurch unglaubwürdig. Die JU hatte ihre Aussagen unter anderem auf einen Artikel einer Regensburger Wochenzeitung bezogen, die behauptet hatte, Schweiger habe ihre Kandidatur als Landrätin erklärt.

Politisch korrekte Entscheidung

Das sei völlig aus der Luft gegriffen gewesen, erklärte Schweiger im MZ-Gespräch. Sie habe weder eine Kandidatur als Landrätin angekündigt, noch habe sie dies ausgeschlossen. Damals seien für die Freien Wähler ganz klar die Landtags- und Bundestagswahl im Mittelpunkt gestanden. Dass sie wieder als Landrätin antritt, ist für Tanja Schweiger nicht nur eine politisch korrekte Entscheidung, die beispielsweise auch Landrat Herbert Mirbeth seinerzeit ganz ähnlich getroffen habe. Sie sehe es angesichts des großen Zuspruchs, den sie 2008 bei der Landratswahl erhalten habe, auch als eine persönliche Verpflichtung an, wieder anzutreten.

Die 35-Jährige rechnet sich für die Landratswahl gute Chancen aus. 2008 sei sie gegen einen etablierten Amtsinhaber angetreten. „Jetzt ist der Wechsel da. Da ist es nur logisch, dass ich noch einmal kandidiere.“ Sie habe die sechs Jahre im Kreistag gut genutzt, um sich mit dem Landkreis vertraut zu machen. Und sie habe sich im Landtag in den vergangenen fünf Jahren in sehr viele Themenfelder eingearbeitet, die genau den Aufgaben eines Landrats entsprechen, der ja eine doppelte Behörde (kommunal und staatlich) leite. Außerdem habe sie nach dem Ersteinzug der Freien Wähler im Landtag 2008 maßgeblich die internen Arbeitsstrukturen der Fraktion geschaffen, die mittlerweile rund 30 Mitarbeiter beschäftige.

Ein konkretes Wahlprogramm für die Landrats- und Kreistagswahl am 16. März 2014 haben die Freien Wähler noch nicht. Schwerpunkte würden auch Soziales und Bildung sein. Als Landrätin will sich Tanja Schweiger unter anderem dafür einsetzen, dass die Landkreispolitik transparenter wird und die Bürger mehr Möglichkeiten zur Beteiligung erhalten.

Im Gespräch mit der MZ nannte Schweiger als ein Beispiel für ihre politische Ideen den weiteren Ausbau der Jugendsozialarbeit an Schulen und die Einrichtung eines Schulausschusses. Außerdem wolle sie sich im Landkreis und darüber hinaus für eine bessere Förderung der Kindertagesstätten einsetzen. Das von der CSU gepriesene Kostenteilungsmodell zwischen Staat, Kommunen und Eltern bedeute in der Realität oft viel zu hohe Gebühren für die Eltern.

Die Mutterrolle ist ein Vorteil

Tanja Schweiger hat mit ihrem Lebensgefährten Hubert Aiwanger (er ist Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Landtag) einen einjährigen Sohn. Die Vermutung, dass sie als Mutter eines kleinen Kindes keine ideale Landrats-Kandidatin sein könne, hält die Pettendorferin für blanken Unsinn. Auch eine Landtagsabgeordnete habe einen vollen Terminplan und sie sei zugleich auch noch Bezirksvorsitzende der Freien Wähler in der Oberpfalz. „Das hat bisher gut funktioniert, warum sollte sich daran etwas ändern?“ Sie habe durch ihre Eltern und Schwiegereltern einen großen Rückhalt, der es ihr ermögliche, ihre Mutterrolle und ihre Arbeit gut zu koordinieren. Als Landrätin hätte sie zudem den Vorteil, nicht ständig nach München pendeln zu müssen.

Auch politisch sieht Tanja Schweiger ihre Mutterrolle als Vorteil. Sie habe dadurch einen anderen Blick auf die Sorgen und Bedürfnisse von Familien als beispielsweise ein alleinstehender männlicher Kandidat.

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