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Einsatz

Sechs Hektar Wald standen in Flammen

Die Feuerwehren rückten in die Nähe von Bernhardswald aus. Dass jetzt noch Waldbrandgefahr herrscht, ist ungewöhnlich.
Von Catherine Hanitzsch, Lea Zitzmann und Bettina Mehltretter

Die Feuerwehren hatten den Waldbrand schnell im Griff, aber die Nachlöscharbeiten dauerten. Foto: Alexander Auer
Die Feuerwehren hatten den Waldbrand schnell im Griff, aber die Nachlöscharbeiten dauerten. Foto: Alexander Auer

Bernhardswald.Bis in die frühen Morgenstunden haben die Freiwilligen Feuerwehrleute am Montag gegen den Waldbrand bei Seibersdorf, einem kleinen Ortsteil von Bernhardswald, gekämpft. Auch Kreisbrandrat Wolfgang Scheuerer war dabei. Am Montagmorgen schätzte er auf MZ-Anfrage die Lage ein: Bis zu 60 000 Quadratmeter Waldfläche – so viel wie acht Fußballfelder – dürften am frühen Montagmorgen gebrannt haben. Die Polizeiinspektion Regenstauf war zunächst nur von rund 3000 Quadratmetern ausgegangen.

Gegen 1.30 Uhr hatte Klaus Schmidt aus dem Weiler Rothenhofstatt den Notruf gewählt. Laut Schmidt, der 200 Meter Luftlinie von der Brandstelle entfernt wohnt, sei die Feuerwehr „sehr, sehr schnell“ vor Ort gewesen. Etwa 160 Einsatzkräfte von insgesamt 19 Freiwilligen Feuerwehren aus der Umgebung rückten an. Obwohl das Feuer, das sich am Waldboden ausgebreitet hatte, bereits nach circa eineinhalb Stunden unter Kontrolle war, zog sich die Löschaktion in die Länge. Es bestand die Gefahr, dass das Feuer wieder entfacht werden würde.

Dürres Kraut brennt schnell

160 Feuerwehrleute aus Bernhardswald und den umliegenden Orten waren im Einsatz. Foto: Koller
160 Feuerwehrleute aus Bernhardswald und den umliegenden Orten waren im Einsatz. Foto: Koller

Ein Waldbrand im Oktober ist nicht gerade üblich, sagt Cornelius Bugl, Abteilungsleiter im Bereich Forsten beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regensburg (AELF). „Durch die untypischen Temperaturen und vor allem die geringen Niederschläge ist es eben sehr trocken.“ In der Region hatte es zuletzt vor zwei Wochen geregnet. Die Gefahr ist groß. Wolfgang Scheuerer, der oberste Chef der Freiwilligen Feuerwehrleute im Landkreis, erklärt: „Das Material am Waldboden, also Äste, Laub, dürres Kraut und Gräser, sind durch den fehlenden Niederschlag besonders trocken und leicht entzündlich.“

„Durch die untypischen Temperaturen und vor allem die geringen Niederschläge ist es eben sehr trocken.“

Cornelius Bugl, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Normalerweise werden die Feuerwehrleute eher im Frühjahr oder im Hochsommer zu Waldbränden alarmiert. In dieser Zeit schickt das AELF mit der Regierung der Oberpfalz auch immer wieder ehrenamtliche Piloten in die Lüfte. Sie sollen von oben gefährdete Waldstücke kontrollieren. Laut Cornelius Bugl seien Feuer im Forst in der Region in den vergangenen Jahren aber eine Seltenheit gewesen. „Auch dieses Jahr sind wir trotz der besonders trockenen Witterungen gut weggekommen“, sagt er. Für den Fall der Fälle sind die Feuerwehren allerdings gerüstet. Immer wieder üben sie solche Einsätze. Auch nächsten Samstag ist eine Waldbrandübung geplant. Im Fürstlichen Thiergarten im Bereich Bach werden 200 Feuerwehrleute trainieren.

Waldbrände sind herausfordernd

Laut Kreisbrandrat Scheuerer gibt es drei Herausforderungen zu bewältigen: Die Kräfte müssen Schlauchstrecken von bis zu zwei Kilometern aufbauen. Sie müssen im großen Team zusammenarbeiten und werden mit dem Funkloch im Thiergarten zu kämpfen haben. Landwirte werden mit Güllefässern Wasser herbeikarren. Auch ein Luftbeobachter wird im Einsatz sein.

Warum der Brand bei Bernhardswald am Montagmorgen ausgebrochen ist, ist derzeit noch völlig unklar. Die Kripo ermittelt, auch Augenzeuge Klaus Schmidt sollte vernommen werden. Erkenntnisse über eine vorsätzliche Brandstiftung liegen jedoch nicht vor. Wie groß der Schaden im Waldstück genau ist, konnten bislang weder Polizei noch Feuerwehrleute sagen.

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