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Ausstellung

Seine bunten Bilder prägten den Markt

Fritz Wurmdobler verwandelte einst die Regenstaufer Ortsdurchfahrt in ein farbenfrohes Bilderbuch.
VoN Sabine Norgall, MZ

Gerhard Kemmeter zusammen mit Gertrud Wurmdobler beim Aussuchen der Bilder. Das Selbstbildnis zeigt Fritz Wurmdobler im Alter von 39 Jahren. Foto: Norgall

Regenstauf. Fritz Wurmdobler hätte am Mittwoch seinen 96. Geburtstag feiern können. Er zählt zu den großen Künstlern Ostbayerns. Sein Name wird zusammen mit denen von Ruppert Preissl und Willi Ulfig genannt. Auch wenn er in den 60er-Jahren ein Haus am Zeitlberg in Zeitlarn baute, blieb Regenstauf, wie er im Jahr 2000 im einem Gespräch mit der MZ sagte, seine „stille Liebe“. Dorthin verschlug es seine Familie 1944, als sie in Regensburg ausgebombt wurde. Von Regenstauf aus nahm er in den Nachkriegsjahren jeden Auftrag an, um seine Familie zu ernähren.

Auch wenn es den Regenstaufern damals, wie Wurmdobler sich selbst erinnerte, als „gewagter Luxus“ galt, ihr Haus mit einem Fresko oder Skrafitto schmücken zu lassen, so entstanden in der Ortsdurchfahrt doch zahlreiche Bilder, über die die Mittelbayerische Zeitung 1956 von einem „Spaziergang durch Regenstauf“ berichtete: „Obwohl der Wind kalt und eisig bläst, vergessen wir ihn völlig über diesem fröhlichen Angesicht des Ortes.(...)Während wir die Hauptstraße hinunter gehen, bis zum Ausgang des Dorfes, scheinen sie uns zu grüßen, seine Handwerker, Bauern und Kaufleute, alle, die er da auf die Häuserfronten gebannt hat.“

Die Ortsheimatpfleger Georg Gahr und Gerhard Kemmeter haben recherchiert, wie oft Fritz Wurmdobler die Regenstaufer Hausfassaden verschönte. Über 20 Gemälde waren es einst. Die meisten fielen der „Modernisierungswut“ der 70er-Jahren zum Opfer. Geblieben sind die an der Sebastianskapelle, beim ehemaligen Uhrmacher Weigert am Kirchplatz, beim Anwesen Deml in der Hauptstraße 1, an der Gaststätte Amann (Hauptstraße 39), in der Jahnhalle, Anwesen Wessling (Hauzensteiner Straße), in der Gaststätte Ramspauer Hof, am Kirchberger Schulhaus und die vier Freskos der umliegenden Schlösser im Turm des Schlossbergs. Deutlich erinnert sich Gerhard Kemmeter noch an das Bild der Bauarbeiter auf dem Gerüst, die Fritz Wurmdobler so lebensecht an die Fassade des ehemaligen Baugeschäfts Lang in der Hauptstraße 50 malte, dass viele, die die Regenbrücke überquerten, meinten, die Arbeiter dort kämen nie zu einem Ende. Für den Maler selbst hatte dieses Gemälde eine besondere Bedeutung. Es wurde zur Empfehlung, die viele Nachfolgeaufträge in ganz Bayern nach sich zog.

Aus der Archivarbeit, die sich mit den Werken Wurmdoblers beschäftigte, wuchs bei den Heimatpflegern die Idee, mit einer Ausstellung an ihn zu erinnern, fast auf den Tag genau drei Jahre nach seinem Tod (am 16. November 2008).

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