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Freitag, 17. August 2018 31° 2

Soziales

Seniorenzentrum für Wörth?

Der Stadtrat berät über ein Vorhaben von Rita Koeppelle. 59 Wohnungen und ein Hallenbad könnten in Oberachdorf entstehen.
von Walter Schiessl

In Michelsneukirchen gibt es seit fast zehn Jahren eine Tagespflege. Jetzt könnte die Einrichtung auch nach Wörth kommen.IIn IiFotos. ws, Koepele
In Michelsneukirchen gibt es seit fast zehn Jahren eine Tagespflege. Jetzt könnte die Einrichtung auch nach Wörth kommen.IIn IiFotos. ws, Koepele

Wörth.Ein großes Projekt will Rita Koeppelle aus Michelsneukirchen auf einem fast 5500 Quadratmeter großen Grundstück in Oberachdorf errichten. Dort sollen – vorausgesetzt der Stadtrat stimmt in seiner heutigen Sitzung zu – ab dem nächsten Frühjahr 59 seniorengerechte Wohneinheiten, vier Gewerbeeinheiten, ein Hallenbad und eine Carportanlage entstehen. Die Planung hat die BEKA GmbH aus Falkenstein in Händen, Bauherrin wird Rita Koeppelle, eine gebürtige Wörtherin, sein. Sie betreibt bisher Pflegeeinrichtungen in Michelsneukirchen und Bogen und möchte gerne das Dreieck mit Wörth fertigstellen.

Lange Grundstücks-Suche

Rita Koeppelle (54) erinnert sich noch ganz genau an jenen Tag vor 27 Jahren, als sie im Fernsehen eine Sendung sah, in der von fehlenden Altenpflegeeinrichtungen berichtet wurde. Die damals 27-Jährige, eine gelernte Krankenschwester, die gerade zwei kleine Töchter hatte, kam auf die Idee, doch einen privaten Pflegedienst rund um Michelsneukirchen, wo sie sich ein Haus gebaut hatte, anzubieten. Nachdem sie mehrere erforderliche Ausbildungen absolviert hatte, bekam sie auch die Zulassung durch die Krankenkassen.

„Das kam gleich gut an“, erinnert sich die Geschäftsfrau, die heute zwei Tagespflegeeinrichtungen mit je 15 Plätzen und 50 Angestellten hat. „Wir waren damals die erste Pflegeeinrichtung, die das aus privater Basis ausprobierte“, sagt Rita Koeppelle heute. Bis dahin gab es nur eine Versorgung durch das BRK, die Caritas und ähnliche Sozialverbände. Auf dem flachen Land existierten ohnehin zu dieser Zeit kaum welche.

Rita Koeppelle entschloss sich vor fast zehn Jahren, eine Tagespflegestation für 15 Plätze in Michelsneukirchen einzurichten. „Auch das lief eigentlich recht schnell gut“, sagt die Unternehmerin heute. Sie bietet inzwischen ein umfangreiches Angebot für eine Fläche, die in etwa den ehemaligen Landkreis Roding umfasst, Grundpflege jeglicher Art, Behandlungspflege jeglicher Art, Pflegegutachten, Essen auf Rädern, hauswirtschaftliche Versorgung wie das Putzen, Betreuung (Freizeitgestaltung, Aufsicht, Spazieren gehen etc.), Verhinderungspflege, individuelle Pflegeplanungen für jeden Patienten, Erreichbarkeit über das Notfallhandy, Angehörigenschulung sowie eine Abholung zu Arzt- oder Behördengängen an. Das Koeppelle-Team umfasst auch einen zertifizierten Wundmanager, eine Fachkraft für Palliativpflege, eine Fachkraft für neurologische Pflege als auch eine Fachkraft für psychiatrische Pflege und Demenz.

Gut 15 Mitbürger erhalten täglich aus der Michelsneukirchner Küche ein Essen auf Rädern. „Wir kochen ja ohnehin für unsere Senioren“, sagte eine Bedienstete, da läge es auf der Hand, dass auch Essen ausgefahren würden. Das funktioniere schon seit langem. Rita Koeppelle hat sich im Seniorendienst im Raum Roding einen Namen gemacht, vor fünf Jahren weitete sie ihr Angebot auch auf die Stadt Bogen aus. Auch dort werden die Gäste morgens von einem hauseigenen Fahrdienst (auch Rollstuhltransporte) abgeholt und abends wieder nach Hause gefahren.

„Ich wollte schon lange nach Wörth“, sagt Rita Koeppelle. Fünf Jahre lang hatte die Chefin nach einem Grundstück in ihrer Geburtsstadt gesucht, ehe sie in Oberachdorf fündig wurde und das ehemalige Knott-Areal an der westlichen Seite kaufte. Die BEKA GmbH wurde mit den Planungen beauftragt. Sie reichte auch an den Stadtrat eine informelle Anfrage ein, ob drei Vollgeschosse errichtet werden könnten.

Dritter Standort

Gebaut werden soll am westlichen Ortsausgang von Oberachdorf ein Haus mit drei Vollgeschossen. Darin könnten einmal 59 seniorengerechte Wohneinheiten und vier Gewerbeeinheiten entstehen, daneben ein Hallenbad sowie eine Carportanlage für 30 Autos und 42 Stellplätze. Vorausgesetzt, der Wörther Stadtrat stimmt heute Abend der ersten informellen Anfrage und später den weiteren Bauplänen zu, dann könnte der dritte Standort im Dreieck Michelsneukirchen-Bogen-Wörth errichtet werden. Dann wäre die Stadt Wörth ebenso wie Wiesent und vielleicht bald auch Pfatter für die Betreuung von Senioren gut eingerichtet.

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