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Ehrenamt

Sicherheit für kleine Wasserratten

Die Wasserwacht Neutraubling organisiert erfolgreich Schwimmkurse für Kinder und Erwachsene. In diesem Jahr feiert die Ortsgruppe ihren 60. Geburtstag.
Von Aniko Ligeti, MZ

Bademeister Thomas Roloff ist zugleich auch Mitglied der Wasserwacht und Jugendleiter der Ortsgruppe. Gemeinsam mit Mutter Gisela bringt er den Grundschülern das Schwimmen bei. Foto: Ligeti

Neutraubling.Das Lachen der Kinder ist am ganzen Vorplatz des gerade fertig sanierten Neutraublinger Hallenbads zu hören. Hier herrscht emsiges Treiben: Mütter fahren ihre Kinder zum Schwimmunterricht und Väter tragen die vergessene Badehose hinterher. Ein ganz normaler Betrieb an diesem Montagabend.

Ein Besucher, der ebenfalls ins Schwimmbad möchte, wird höflich darauf hingewiesen: „Heute ist nur Einlass für die Wasserwacht!“ „Da sind wir der Stadt schon sehr dankbar, dass wir hier trainieren dürfen“, erklärt der Vorsitzender der Wasserwacht Neutraubling, Horst Zimmermann, der zugleich auch Kreisvorsitzender der Wasserwacht Regensburg ist.

Gemeinsam mit seinem äußerst engagierten Team plant und bereitet er nicht nur die Schwimmkurse für Kinder ab sechs Jahren vor, sondern kümmert sich auch um die Fort- und Ausbildung der Mitglieder der Wasserwacht. „Alle arbeiten bei uns ehrenamtlich und opfern ihre Freizeit und ihre Wochenenden, zum Beispiel um für die Sicherheit am Guggenberger See oder am Roither Weiher zu sorgen“, so Zimmermann.

Die Wachstationen sind am Samstag und Sonntag jeweils von 9 bis 18 Uhr besetzt, auch an Feiertagen. Zudem helfen die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer – davon 90 Prozent mit Ausbilder- und Lehrschein – während der Badesaison im Hallenbad mit. Dann wird Bademeister Thomas Roloff tatkräftig unterstützt, der selbst Mitglied bei der Wasserwacht ist. Genau wie sein Bruder René und Mama Gisela. „Wenn man einmal mit der Wasserwacht zu tun hatte, kommt man nicht mehr davon los“, bestätigen die Brüder Roloff mit einem Lachen.

„Ja, dem René hab ich, als er noch ein Stöpsel war, das Schwimmen beigebracht. Und wenn man dann sieht, die Jungen bleiben beim Verein, dann ist das schon ein sehr schöner Erfolg“, resümiert Zimmermann. Mittlerweile geben die Brüder ihr Wissen an die nächste Generation weiter und sind mit Feuereifer dabei.

„Kinder geben einem so viel zurück. Wenn man sieht, wie sie am Anfang gar nichts können und sich hernach freuen, wenn sie nun endlich schwimmen können, ist das der schönste Dank“, sagen die beiden einstimmig. „Aber auch, wenn sie das Seepferdchen haben und ein paar Meter schwimmen können, lassen Sie bitte Ihre Kinder nicht unbeaufsichtigt in Gewässern“, appelliert Inge Zimmermann.

Sie ist nicht nur die Schriftführerin bei der Wasserwacht, sondern auch selbst dreifache Mutter. Schnell könnten Kinder die Weite und die Tiefe des Sees oder die Kälte unterschätzen oder gar in Panik geraten und Wasser schlucken. „Auch eine Schwimmhilfe ist keine Garantie“, warnt die erfahrene Schwimmerin mit Blick auf die beginnende Badesaison.

Allein im vergangenen Jahr, Sommer wie Winter, mussten Wasserwacht und DLRG 17 Mal ausrücken. Teils aus Leichtsinn teils auch durch Überschätzung. „An dieser Stelle möchte ich einen großen Dank an die Arbeitgeber richten, die ihre Mitarbeiter für so einen Einsatz frei stellen“, sagt Zimmermann. „Mein Dank gilt aber auch allen ehrenamtlich tätigen Wasserrettern.“

Denn das seien nicht nur speziell ausgebildete Fachkräfte für Schwimmkurse oder Wachstation. „Die meisten sind auch Bootsführer und Rettungstaucher und somit das ganze Jahr über im Einsatz, und das wohl gemerkt ohne Bezahlung“, so Zimmermann. Und nach einer kurzen Pause fügt er bewegt hinzu: „Wenn man aber ein Menschenleben gerettet hat, ist das der größte Lohn.“

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