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Engagement

Solidaritätslauf in Laaber

Die Laaberer Schulen richteten einen Lauf für Uganda aus. Für ihr Engagement wurde die Mittelschule ausgezeichnet.
Von Peter Pavlas

Sieht nach Spaß aus: die Grundschüler beim Start zum Solidaritätslauf für UVCO Masaka/Uganda Foto: Peter Pavlas
Sieht nach Spaß aus: die Grundschüler beim Start zum Solidaritätslauf für UVCO Masaka/Uganda Foto: Peter Pavlas

Laaber.Ein Solidaritätslauf und ein Schulflohmarkt helfen, ein Projekt für obdachlose Kinder in Masaka in Uganda zu finanzieren. Anfang Juli erhielt die Schule im Kultusministerium eine Würdigung für den hohen Stellenwert, den die Beschäftigung mit politischen Sachverhalten bei Lehrern und Schülern besitzt.

Am Freitag brauchte Schirmherr Willi Hogger sein Parapluie nicht aufzuspannen. Anfänglich dunkle Wolken machten schnell der Sonne Platz, ideales Sportwetter also. Hunderte Schüler warteten auf dem Sportplatz der Mittelschule darauf, endlich loslaufen zu dürfen. Nicht um Sekunden ging es diesmal auf dem federnden Rasen rund um den Platz oder um Noten, sondern um den guten Zweck. Am Ende sollten 3172 Euro zusammenkommen.

Sponsoren zahlten für Lauf

Angetan mit den Miniaturversionen der Trikots von Lieblingsfußballern oder einfach im legeren Freizeitlook wärmten sich die jungen Sportler bei rhythmischen Übungen auf, bevor es Ernst wurde. Manche liefen dann mit stolzem Blick an der Hand der Lehrerin ihre Runden.

Das „Gütesiegel Demokratie – Verantwortung (er)leben!“ erhielt die Schule am 3. Juli im Kultusministerium in München. Foto: Andreas Gebert
Das „Gütesiegel Demokratie – Verantwortung (er)leben!“ erhielt die Schule am 3. Juli im Kultusministerium in München. Foto: Andreas Gebert

Jeder einzelne hatte zuvor mit einem Sponsor einen Betrag vereinbart, den dieser zugunsten von UVCO Uganda zahlen würde. Die stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Katinka Geß, brachte ein großes Banner am Zaun an der Startlinie an und berichtete vom Baufortschritt des Kinderhauses in Masaka. „Heute laufen wir, um das Dach zu finanzieren!“

„Heute laufen wir, um das Dach zu finanzieren!“

Katinka Geß

Religionspädagogin Martina Holzapfel hatte den Lauf im Rahmen ihrer Arbeit im Schulpastoral organisiert. Ihr Kollege Jakob Grimm feuerte die Läufer vom Rand aus an, ebenso wie Marktrat Peter Scholz, der sportlich eher dem Tanz nahesteht. Hans Motzer musste sein Laufpensum einschränken. Er war seinen letzten Marathon vor fünf Jahren in Istanbul gelaufen. Aber an einer Radwallfahrt teilzunehmen, sei ihm noch möglich. Auch er überbrachte im Namen der TSG eine Spende von 50 Euro.

Wohltätiges Rundendrehen

  • Engagement:

    Mit dem „Gütesiegels Demokratie – Verantwortung (er)leben!“ wird das Engagement von Mittelschulen gewürdigt, die – in Zusammenarbeit mit der ganzen Schulfamilie und externen Partnern – einen besonderen Beitrag zu Demokratie und Werteerziehung ihrer Schülerinnen und Schüler leisten.

  • Ermutigung:

    „Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Demokratie lebt vom Mitmachen, sie lebt vom Engagement jedes Einzelnen!“ sagte Kultusstaatssekretärin Anna Stolz.

  • Alleinstellung:

    Die Mittelschule Laaber ist die einzige Mittelschule im Landkreis Regensburg, die die Auszeichnung erhält. Die anderen Oberpfälzer Schulen sind die Schwarzachtal-Mittelschule Berg b. Neumarkt, die Mittelschule Mühlhausen, die Mittelschule Neunburg vorm Wald, die Doktor-Eisenbarth-Mittelschule Oberviechtach, die Erich Kästner Mittelschule Postbauer-Heng, die Mittelschule Pressath, die Otto-Schwerdt-Mittelschule Regensburg, die Mittelschule Roding und die Mittelschule Waldsassen.

Schulleiterin Vera Winkler-Theiß lief die ersten Runden mit den Erstklässlern mit, ebenfalls Pfarrerin Sibylle Thürmel und Bürgermeister Hans Schmid. Insgesamt erwarte sie, so Martina Holzapfel, dass nach der Auswertung aller Leistungen ein Gesamtbetrag von drei- bis viertausend Euro zusammenkomme. Welches Interesse verbindet die Laaberer Schulen und deren Spendenbereitschaft mit dem Kinderhaus-Projekt in Uganda? Schulleiterin Winkler-Theiß erklärt: „Wir wollen so etwas wie eine Partnerschule für „UVCO Uganda“ sein und auf diese Weise mithelfen, Straßenkindern und Waisen eine Zukunft zu schaffen. Deshalb bündeln wir unsere Spendenaktionen in diese Richtung. Uns geht es darum, im Geist von Kindern und Eltern zu verankern, wie notwendig und sinnvoll unser Engagement ist. Wir setzen auf Nachhaltigkeit in unserem Handeln.“

Lob für politisches Engagement

Schulisches Engagement für die Demokratie hat in Laaber ebenfalls Tradition. Schülerinnen und Schüler der Mittelschule mischen sich seit über zwei Jahren regelmäßig ein, indem die AG Demokratie unter der Leitung von Lehrerin Nathalie Stangl zum Beispiel „politische Donnerstage“ organisiert. Dort werden zu aktuellen Themen Vorträge und Präsentationen für alle Mittelschüler gehalten. „Außerdem übernimmt die ,Lernwelt Laaber‘ Verantwortung, indem sie als Partnerschule der Organisation U.V.C.O. Uganda mehrfach im Jahr Veranstaltungen organisiert, bei denen Spenden fürs Waisenhaus in Masaka gesammelt werden“, lobte Kultusstaatssekretärin Anna Stolz. „Demokratie kann man nicht lehren, sondern nur handelnd erfahrbar machen“, sagte Schulleiterin Winkler-Theiß. Die Grund- und Mittelschule Laaber wird sich auch künftig für die Demokratieerziehung der Schüler in Laaber engagieren.

„Deswegen freue ich mich sehr, heute zehn Mittelschulen aus der Oberpfalz mit dem ‚Gütesiegel Demokratie‘ auszuzeichnen, die das politische Bewusstsein und die demokratische Kompetenz ihrer Schülerinnen und Schüler in besonderer Weise fördern“, hatte Anfang Juli Anna Stolz bei der Verleihung des „Gütesiegels Demokratie – Verantwortung (er)leben!“ der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit auch die Bemühungen in Laaber gewürdigt.

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