MyMz
Anzeige

Spaß beim Leute erschrecken

Zum zehnten Mal feierten die Pfaffenfanger eine Raunacht. Der jüngste Percht war gerade einmal sieben Jahre alt.
Von Resi Luft

Furchteinflößende Masken sind Pflicht bei der Pfaffenfanger Rauhnacht.  Foto: Resi Luft
Furchteinflößende Masken sind Pflicht bei der Pfaffenfanger Rauhnacht. Foto: Resi Luft

Altenthann.Schauderhafte Gestalten an allen Ecken und gruslige Hexen versammelten sich in Pfaffenfang. Der Grund für den Besuch der unheimlichen Wesen war die Pfaffenfanger Raunacht der Böllerschützen. Zum 10. Mal fand diese statt.

Inspirieren ließen sich die Pfaffenfanger von der Lamer Raunacht, welche eine Abordnung der Böllerschützen und des Schützenvereins „Immergrün“ vor Jahren besuchten. Fasziniert von den Wolfsauslassern mit ihren großen Glocken, der Kunst des Goaßlschnalzens und den Masken der Perchten kam – wieder daheim – die Idee auf, so was auch in Pfaffenfang zum Leben zu erwecken.

Jung und Alt helfen zusammen

Eine Tradition wurde begründet, bei der das ganze Dorf anpackt. Jung und Alt – jeder hat hier seine Aufgabe. Egal, ob beim Verkauf der Verpflegung oder als Ordner – jeder hilft mit. Bei der Gulaschsuppe sind vor allem die Frauen im Dorf gefragt. „Bereits morgens um neun geht’s los. Jeder kommt mit seinem Schneidbrett und seinem Schäler ins Feuerwehrhaus und dann wird geschält und geschnippelt. In zwei großen Waschkesseln wird sie dann zubereitet“, erzählt Renate Ströbl, welche die Herstellung der Gulaschsuppe überwacht.

Doch nur Organisation, das ist den Pfaffenfangerern zu langweilig. Deshalb haben sie auch ihre eigenen Perchten Gruppen, die „Pfaffenfangerer Perchten“ und die „Wolfgrom-Deifln“, eine Wolfauslasser Gruppe, „die Pfaffenfanger Wolferer“ und eine sechsköpfige Goaßlschnalzer-Gruppe gegründet.

Jung und Alt finden hier ihren Spaß beim „Leute erschrecken“. Einer der jüngsten ist Simon Pangerl (sieben Jahre). Er war als Percht dabei, läutete mit seiner Glocke bei den Wolferern mit und war der jüngste Goaßlschnalzer.

Immer mehr Besucher kommen

2006 fand am 29. Dezember zum ersten Mal eine Rauhnacht in Pfaffenfang statt. Dieses Datum wurde immer beibehalten. „Als wir 2006 die Raunacht zum Leben erweckt haben, gab es so etwas im Umkreis noch nicht“, so Alois Doblinger, Mitglied der Pfaffenfangerer Wolferer. Mit den Jahren wuchsen auch die Besucherzahlen. Immer mehr wollten das Spektakel auf der Wiese in der Dorfmitte sehen. Aus Holzstämmen und Brettern wurde eine Arena errichtet, in der die Perchtengruppen ihr Unwesen treiben konnten. Für die Zuschauer wurden Tribünen errichtet, welche aber schon zweimal erweitert wurden.

Die Zukunft

  • Nächste Raunacht:

    Sie findet am 29. Dezember 2021 mit den Goaßlschnalzern, der Pfaffenfangerer Wolferern, den Pfaffenfanger-Perchten und den Wolfgroam-Deifln aus Pfaffenfang statt.

  • Rhythmus:

    Die Raunacht in Pfaffenfang findet im Zwei-Jahres-Turnus statt.

„Ich bin seit Anfang an dabei, und es ist wahnsinnig, wie die Raunacht gewaschen ist“, so Beate Bachmeier, welche sich im Helferteam einreihte. Doch nicht nur die Pfaffenfangerer zeigten ihr Können, auch andere Perchtengruppen wie „Die Auwald deifl“, die Perchten vom Schwarzachtal-Pass, „Die Labertaler Höhlenteufl“ und heuer zum ersten Mal das „Gäubodn Gschwerl“. Das Finale des Abends war das Feuerwerk.

Lob für fleißige Helfer

Wer sich nun wieder ein bisschen aufwärmen und noch nicht heimgehen wollte, konnte sich bei einer kleinen Aftershowparty wieder aufwärmen. „Es ist schön zu sehen, wie alle mit anpacken und helfen, dass die Raunacht immer wieder gelingt, denn ohne die ganzen Helfer würde es nicht gehen“, so Christian Bachmeier. Er ist nun zum zweiten Mal Hauptorganisator der Raunacht. Auf die nächste Raunacht freut sich das ganze Dorf schon.

Mehr aus dem Landkreis Regensburg

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht