MyMz
Anzeige

Politik

Stierstorfer hält CSU-Fähnchen hoch

Die Spitzenkandidatin trotzt dem Abwärtstrend ihrer Partei. Freie Wähler holen fast 19 Prozent, die SPD erlebt ein Desaster.
Von Christof Seidl

Am Ende war sie mit ihrem Ergebnis zufrieden: CSU-Kandidatin Silvia Stierstorfer (Zweite von links) zieht wieder als direkt gewählte Abgeordnete in den Landtag. Foto: Seidl
Am Ende war sie mit ihrem Ergebnis zufrieden: CSU-Kandidatin Silvia Stierstorfer (Zweite von links) zieht wieder als direkt gewählte Abgeordnete in den Landtag. Foto: Seidl

Regensburg.Für Sylvia Stierstorfer endete der Wahlabend im Foyer des Landratsamts versöhnlich. Mit 39,3 Prozent der Stimmen zieht die CSU-Politikerin wieder als direkt gewählte Abgeordnete in den Landtag und bleibt noch über dem Resultat ihrer Landespartei (37,7). „Ich bin mit meinem persönlichen Ergebnis zufrieden“, sagte sie nach Auszählung fast aller Ergebnisse. Gegenüber der Landtagswahl im Jahr 2013 verlor Stierstorfer allerdings rund zehn Prozent der Stimmen.

Die Stimmung der CSU-Vertreter im Landratsamt war alles andere als euphorisch. „So wie die Prognosen auf Landesebene waren, ist das Ergebnis keine Überraschung“, meinte die CSU-Listenkandidatin Rita Blümel. Die harte Arbeit der CSU im Landkreis sei bei dieser Wahl nicht belohnt worden. Auch Thomas Gabler sah einen Zwiespalt zwischen dem, was die CSU im Landkreis erreicht habe, und der Wahrnehmung dieser Erfolge bei den Wählern. CSU-Bundestagsabgeordneter Peter Aumer räumte auf Nachfrage ein, dass die schwierige Situation in der Bundespolitik wohl auch das Ergebnis im Landkreis beeinflusst hätte.

Gotthardt: „Ein Superergebnis“

FW-Kandidat Gotthardt freute sich über sein gutes Ergebnis. Foto: Seidl
FW-Kandidat Gotthardt freute sich über sein gutes Ergebnis. Foto: Seidl

Sehr viel positiver bewerteten die Freien Wähler ihr Ergebnis bei der Landtagswahl. Ihr Direktkandidat Tobias Gotthardt holte im Landkreis 18,7 Prozent der Erststimmen, die Partei 16,9 Prozent der Zweitstimmen. Sie liegt damit deutlich über dem Landesergebnis der Freien Wähler von 11,5 Prozent. Gotthardt erreichte ein ähnlich gutes Resultat wie die damalige FW-Landtagskandidatin und heutige Landrätin Tanja Schweiger.

Hier finden Sie die Ergebnisse im Simmkreis Regensburg-Land:

„Wir haben in praktisch allen Gemeinden das zweitstärkste Ergebnis geholt und lagen zum Teil deutlich über 20 Prozent“, freute sich Gotthardt. Er habe vor der Wahl gehofft, dass man auf jeden Fall die drittstärkste Kraft sein werde. „Deshalb ist das jetzt ein Superergebnis für uns.“ Kreisvorsitzender Harald Stadler bewertete das Abschneiden seiner Partei auch als Konsequenz der guten Arbeit, die die Freien Wähler im Landkreis leisten würden. Landrätin Schweiger meinte, dass das entschiedene Eintreten der Freien Wähler gegen die geplanten Flutpolder an der Donau und gegen die geplante Starkstromleitung Südostlink in den betroffenen Gemeinden Stimmen gebracht haben dürfte.

Grüne sehen sich bestätigt

Ebenfalls zufrieden mit ihrem Ergebnis zeigten sich die Grünen. Nach dem vorläufigen Ergebnis am Wahlabend erreichen sie 12,50 Prozent und holen damit mehr als doppelt so viel Wählerstimmen als fünf Jahre zuvor. Der Direktkandidat der Grünen, Josef Stadler, meinte beim Wahlabend im Landratsamt, er sei angesichts des tollen Wahlergebnisses in Bayern und im Landkreis „richtig aufgeregt“.

Der Wahlabend für den Stimmkreis 304 im Landratsamt war nicht sehr stark besucht. Foto: Seidl
Der Wahlabend für den Stimmkreis 304 im Landratsamt war nicht sehr stark besucht. Foto: Seidl

Dieser Erfolg zeige, dass die soziale und nachhaltige Politik der Grünen bei der Bevölkerung immer mehr Rückhalt finde. Auch Maria Scharfenberg, frühere Landtagsabgeordnete der Grünen und stellvertretende Landrätin, sieht den Erfolg ihrer Partei in Bayern in der Umweltpolitik begründet.

Mehr Berichte und Hintergründe zur Landtagswahl im Raum Regensburg finden Sie in unserem MZ-Spezial!

Die AfD erreichte nach dem vorläufigen Ergebnis 12,53 Prozent. Ihr Direktkandidat Dieter Arnold, der sich nicht am Wahlabend im Landratsamt beteiligte, meinte auf Anfrage, die AfD sei damit drittstärkste Kraft im Landkreis. „Wir können zufrieden sein.“ Dennoch breche in der Partei keine Euphorie aus. „Dank an unsere Wähler“, sagte Arnold. „Jetzt schauen wir, dass wir etwas auf die Füße stellen.“

Die SPD bricht völlig ein

Einen Einbruch erlebte die Landkreis-SPD am Sonntag. Ihr Direktkandidat Tobias Jobst kam auf 6,8 Prozent, die Partei selbst auf 7,3 Prozent. Sie blieb damit noch deutlich unter dem mageren Ergebnis der Landespartei (9,6 Prozent). Vor fünf Jahren hatte die Landkreis-SPD mit Rainer Hummel noch 14,7 Prozent erreicht. Jobst sagte, er habe gehofft, dass er wenigstens das Landesergebnis der SPD erreichen werde.

Enttäuscht zeigte sich SPD-Kandidat Matthias Jobst. Foto: Seidl
Enttäuscht zeigte sich SPD-Kandidat Matthias Jobst. Foto: Seidl

Bemerkenswert war die Beteiligung bei dieser Wahl. Sie lag im Stimmkreis 304 Regensburg Land bei 75,3 Prozent und damit um rund zehn Prozent höher als bei der Wahl im Jahr 2013.

Hier finden Sie den Liveticker von der Wahl im Landkreis Regensburg zum Nachlesen:

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht