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Politik

Streit um neue Bücherei in Donaustauf

Der Markt will eine neue Grundschule bauen. Architekten sollen dort auch für eine Bücherei planen –das missfällt Manchen.
Von Petra Schmid

Ob die Bücherei weiter im Rathaus bleibt oder in einem Neubau umzieht, steht noch nicht fest. Foto: Petra Schmid
Ob die Bücherei weiter im Rathaus bleibt oder in einem Neubau umzieht, steht noch nicht fest. Foto: Petra Schmid

Donaustauf.Die Grundschule Donaustauf hat schon etliche Jahrzehnte auf dem Buckel und entspricht nicht mehr dem heutigen Standard. Dass man hier etwas machen muss, ist im Marktrat unstrittig. Das Gremium beschloss vor einiger Zeit nicht zu sanieren, da sich dies nicht rentiere, sondern eine neue Grundschule mit Hort zu bauen. Weiter kam man überein, hierfür einen Architektenwettbewerb auszuloben, um kreative Ideen und Vorschläge zu erhalten.

Darüber herrscht im Marktrat Einigkeit, als allerdings bei der ersten Vorstellung der Grundlagen für den Wettbewerb erstmals ins Spiel gebracht wurde, die Gemeindebücherei bei der geplanten neuen Schule unterzubringen, zeigten sich Marktratsmitglieder teils irritiert. Zudem sorgte im September die vehemente Nachfrage der CSU-Fraktion, warum man bei den Wettbewerbs-Rahmenbedingungen nicht vorgesehen habe, den Altbestand, beispielsweise die Turnhalle in die neuen Planungen zu integrieren, für Diskussionen.

Planer: Bücherei ist nur Option

Nun stellte der mit der Durchführung des Architektenwettbewerbs beauftragte Planer den überarbeiteten Auslobungstext vor. Wunschgemäß sei die Nutzung des Altbestands eingearbeitet worden. So, wie ebenfalls in der vorgehenden Sitzung besprochen, sieht der Wettbewerb nun vor, eine Bücherei zwar planen zu lassen, jedoch diese nicht zwingend bauen zu müssen. Die neue Bücherei sei quasi eine Planungsoption, die man zwar nutzen könne, aber nicht realisieren müsse. „Wir bekommen die Planung ohne dafür groß Geld in die Hand nehmen zu müssen“, fasste er zusammen.

Während Martin Sendlbeck darauf verwies, dass man lange darüber diskutieren könne, wo die Bücherei schöner und besser sei, allerdings bei einer Größe von rund 200 Quadratmetern mit Kosten von rund 500 000 Euro zu rechnen sei. Zudem seien hierfür wohl keine Zuschüsse zu erwarten, meinte er. Aus seiner Sicht könne sich der Markt dies nicht leisten, zumal andere kostenintensive Aufgaben anstünden, erklärte er. Bürgermeister Sommer entgegnete, dass an einem anderen Standort, beispielsweise der sogenannten Alten Schule, Zuschüsse ebenfalls nicht gesichert seien.

Streitpunkt: Gehört Bücherei an Schule?

Brigitte West schlug in die gleiche Kerbe wie Sendlbeck und betonte, wie bereits in der vorhergehenden Sitzung, dass ihrer Meinung nach die Bücherei nicht an die Schule gehöre. Auch wenn sie nicht für die Einbeziehung der Bücherei bei den Schulplanungen sei, lehne sie deswegen das Konzept nicht ab, erklärte West. Während Ursula Hildebrand einer neuen Bücherei an der Schule positiv unvoreingenommen gegenüber stand. Sie meinte, man solle sich die Option offen lassen und dann könne man immer noch entscheiden. Bernd Kellermann zeigte sich überrascht, dass man nun den Standort der Bücherei zur „Glaubensfrage“ hoch stilisiere und seiner Ansicht nach sei eine Bücherei an der Schule nicht falsch angesiedelt. Nach eingehender Aussprache beschloss der Gemeinderat mit 9:7 Stimmen die Bücherei im sogenannten Ideenteil, der nicht zur Realisierung verpflichte, zu belassen.

Büchereiteam

  • Stellungnahme:

    Vor der Sitzung des Marktrats meldete sich das Büchereiteam zu Wort. Darin wird unter anderem angeführt, dass der momentane Standort der Bücherei zentral sei und zu Fuß oder mit dem Rad leicht erreichbar sei.

  • Veranstaltungen:

    Zudem gehe bei einem Umzug zur Jahnstraße der Veranstaltungsort mit dem Brunnenhof, der sich beim Rathaus befindet, verloren.

Donaustaufs Bürgerforum, mit Vorsitzenden Florian Eckert meldete sich im Vorfeld zu Wort und kritisierte, dass man die Bücherei nach weit abseits der Ortsmitte verschieben wolle. Dabei habe sich diese zu einem florierenden Kulturzentrum entwickelt. Mit ihrem Standort mitten im Ort sei sie heute eine stark genutzte Anlaufstelle betont Eckert. Er bedauerte, dass man diesen Frequenzmagnet und Motor für Begegnung und Austausch nun aus der Ortsmitte verschwinden lassen wolle. Eckert fordert die Verantwortlichen in Donaustauf auf, sich konstruktiv und sachgerecht mit Problemen und Aufgaben zu beschäftigen.

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