MyMz
Anzeige

Protest

Stromtrassen: Welche Route bleibt übrig?

Im Frühjahr werden die Antragsunterlagen für SuedOstLink eingereicht. Am Ende soll ein 1000 Meter breiter Korridor stehen.
Von Michael Jaumann

In Bayern sollen die Stromkabel für die Überlandtrasse SuedOstLink unterirdisch verlegt werden. Foto: Roland Weihrauch/dpa
In Bayern sollen die Stromkabel für die Überlandtrasse SuedOstLink unterirdisch verlegt werden. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Regensburg.„Die nächsten Monate sind entscheidend“, heißt es in einem Aufruf der Bürgerinitiative „Walhalla Landschaft“ gegen die Planung der Gleichstromtrasse „SuedOstLink“. Die Hochspannungsleitung soll von Sachsen-Anhalt kommend durch die Oberpfalz und Niederbayern nach Landshut-Essenbach führen. Im Frühjahr sollen die Unterlagen für den Vorschlagskorridor des letzten Abschnitts bei der Bundesnetzagentur zur Genehmigung eingereicht werden.

Einige mögliche Trassenkorridore führen durch den Landkreis Regensburg und queren die Donau allesamt östlich von Regensburg. Sie verlaufen im östlichen Landkreis zwischen der Walhalla und Sulzbach in Richtung Sarching oder durchs Himmeltal südlich Frauenzell westlich an Wiesent vorbei bzw. von Frauenzell an Wörth vorbei nach Hofdorf.

Ein Protestbanner aufgestellt

Östlich von Regensburg ist der Widerstand gegen das Stromprojekt bisher lauter als im Landkreisnorden. Weil die Trassen der Erdkabel hinterher als Schneisen in der Landschaft erkennbar sein werden, warnen die Trassengegner der BI „Walhalla Landschaft“ davor, dass das Himmeltal in der Gemeinde Brennberg oder die Walhallalandschaft „unwiederbringlich zerstört“ würden.

Nicht nur für die Anwohner, bei denen die „Monstertrasse“ praktisch durch die Vorgärten verlaufen würde, sei die Planung eine Katastrophe. Der SuedOstLink müsste bei Donaustauf in den Granit gesprengt werden, zerschneide wertvollen Bannwald, einen bedeutsamen Grünzug und mit Natura 2000 ein europäisches Schutzgebiet.

Als bedrohliche Schlange stellt die BI Walhalla-Landschaft die geplante Gleichstromtrasse dar. Foto: W. Bucher
Als bedrohliche Schlange stellt die BI Walhalla-Landschaft die geplante Gleichstromtrasse dar. Foto: W. Bucher

Die Donaustaufer Bürgerinitiative hat jüngst ein neues Protestbanner aufgestellt und will die Öffentlichkeit aufrütteln. Sie ruft die Bürger dazu auf, bei den Aktionen mitzumachen. Insbesondere sollten Trassengegner ihre persönliche Stellungnahme an die Bundesnetzagentur senden. „Je mehr Einwendungen aus der Bevölkerung kommen, umso besser“, heißt es seitens der Bürgerinitiative.

Während die Bürgerinitiative kritisiert, dass im SuedOstLink viele Jahre lang „auch dreckiger Kohlestrom“ durch das Erdkabel fließt, verweist das planende Unternehmen TenneT darauf, die rund 580 Kilometer lange Verbindung solle dafür sorgen, dass „in erster Linie Strom aus erneuerbaren Energien“ von Nord nach Süd transportiert werden kann. Für den Trassenabschnitt C zwischen dem Raum Hof und Pfreimd hat das Unternehmen TenneT, das den SuedOstLink in Bayern plant, Ende Dezember die Unterlagen zum Netzausbau bei der Bundesnetzagentur eingereicht, teilt TenneT auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Brennbergs Bürgermeisterin kämpft für ihr Himmeltal. Archivfoto: tk
Brennbergs Bürgermeisterin kämpft für ihr Himmeltal. Archivfoto: tk

Die Bundesnetzagentur prüft nun diese Unterlagen auf Vollständigkeit und wird sie dann öffentlich ausgelegen. Laut TenneT soll dies voraussichtlich ab Mitte Februar sein. Diese Unterlagen markieren den Beginn des Hauptverfahrens der sogenannten Bundesfachplanung. Dort haben Träger öffentlicher Belange, Vereinigungen und Privatpersonen die Möglichkeit, innerhalb einer Frist von zwei Monaten ihre Stellungnahme bei der Bundesnetzagentur abzugeben. Im Anschluss erörtert die Behörde diese Einwendungen und legt danach unter Abwägung der Unterlagen und aller Einwendungen einen 1000 Meter breiten Korridor verbindlich fest.

TenneT kann anschließend in diesem Korridor nach einem konkreten Verlauf des Erdkabels suchen. Im folgenden Planfeststellungsverfahren wird dieser genaue Verlauf dann festgelegt.

Den Untergrund untersucht

Für den letzten Abschnitt D in Richtung Süden hat TenneT inzwischen die Baugrunduntersuchungen abgeschlossen. Die Bohrungen sollen nach Unternehmensangaben Aufschluss geben über die physikalischen Eigenschaften des Untergrunds an speziellen Querungsbereichen innerhalb des gesamten Korridornetzes. Solche Querungsbereiche sind sensible Stellen, an denen etwa Straßen, Flüsse oder Bahngleise mit einem Bohrverfahren unterquert werden müssen. Insgesamt wurden im gesamten Korridornetz 15 Bereiche identifiziert, die eine besondere Herausforderung darstellen, da sie eine Querung vorhandener Infrastruktur oder Gewässer bedeuten. Innerhalb der 15 Querungsbereiche wurden diese Bodenuntersuchungen bis Ende Dezember durchgeführt.

Energie

Starkstrom-Autobahn: neuer Widerstand

Eine Initiative in Donaustauf will über Folgen des Mega-Projekts Südostlink aufklären. Zwei Veranstaltungen sollen helfen.

Die Ergebnisse der Bohrungen an den möglichen Stellen der Donauquerung fließen in eine Machbarkeitsstudie ein und werden dann ebenso wie die Unterlagen im Abschnitt C von der Bundesnetzagentur veröffentlicht. Laut TenneT liegt das Unternehmen im Plan. Die Unterlagen nach § 8 Netzausbaubeschleunigungsgesetz für den Abschnitt D sollen im ersten Quartal 2019 eingereicht werden.

Keiner der Korridore durch den Landkreis ist in den Untersuchungen vorab ausgeschlossen worden. Die Unterlagen für den Abschnitt D werden laut TenneT vertiefte Planungen mit Ergebnissen detaillierter Untersuchungen von Korridor-Alternativen in diesem Abschnitt sowie einen Vorschlagskorridor enthalten. Letztlich bestimmt dann die Genehmigungsbehörde, wo der Korridor verlaufen wird.

Mehr Nachrichten aus dem Landkreis Regensburg lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht