MyMz
Anzeige

Wettbewerb

Studentin kämpft um die Weißwurst-Krone

Sieben junge Frauen wollen Weißwurstkönigin werden. Auch eine 21-Jährige aus dem Landkreis Regensburg ist im Finale.
Von Andrea Leopold

Ohne Dirndl geht nichts bei der Wahl zur Weißwurstkönigin. Foto: Leopold
Ohne Dirndl geht nichts bei der Wahl zur Weißwurstkönigin. Foto: Leopold

Holzheim.Die Jugend von heute kennt keine Traditionen mehr, immer weniger engagieren sich in Heimatvereinen oder übernehmen Ehrenämter. Sie wollen nur chillen und Party machen. So hört man die Klagen der Zeitgenossen. Die 21-jährige Cornelia Mader straft solche Kritiker Lügen. Sie ist im Finale zur 6. Bayerischen Wurstkönigin am Samstag in Bodenmais. Sieben Finalistinnen haben sich zur Wahl gestellt, sechs davon gilt es auszustechen in einem Wettbewerb, wo es nicht nur um Ruhm und Ehre geht, sondern ein Preisgeld in Höhe von 2500 Euro winkt, sowie ein Designer-Dirndl von Astrid Söll und verschiedene Wellnessgutscheine.

Ein Lebensmittel so bayerisch wie Lederhose und Dirndl steht dort im Mittelpunkt des Geschehens. Bekanntlich trennt der Weißwurstäquator den Freistaat von Restdeutschland.

Motivation ist wichtig

Ein bayerisches Schmankerl: die Weißwurst. Natürlich stilecht mit süßem Senf und Brezn. Foto: Guido Meisenheimer/dpa
Ein bayerisches Schmankerl: die Weißwurst. Natürlich stilecht mit süßem Senf und Brezn. Foto: Guido Meisenheimer/dpa

Ein beschauliches, ruhiges Dörfchen in der südlichen Oberpfalz. Ein gepflegtes Haus mit Vorgarten. An der Haustüre stehen kleine Schmuckkästchen, aus denen die fleischigen Blätter verschiedener Hauswurz-Arten herausquellen. Dort lebt Cornelia Mader mit ihren Eltern. Einmal hat sie schon bei der Wahl zur Bierkönigin im Bischofshof mitgemacht. An dem Weißwurstwettbewerb hat die blonde, heimatverbundene Frau die Unbekanntheit gereizt. Beworben hat sie sich mit Foto und einem Anschreiben. Sie findet den Hintergedanken des Wettbewerbs ganz schön: „Die bayerischen Traditionen stärken und aufrechterhalten. Jemand zu sein, der das repräsentiert, da würde ich stolz darauf sein“, schwärmt Mader.

Es soll ja nicht soweit kommen, dass die Weißwurst auf die Rote Liste der aussterbenden bayerischen Schmankerl gesetzt werden muss. Ursache für die Bedrohung ist nach hiesiger Meinung die weit verbreitete Unsitte, die Weißwurst nicht mehr beim örtlichen Metzger, sondern im Tiefkühlregal zu kaufen. Vom Fach sei sie zwar nicht, räumt die Finalistin ein, aber am Land kaufe man ja Wurst und Fleisch immer beim Metzger und nicht beim Discounter.

Bei Cornelia Mader dreht sich ziemlich viel um die Musik. In St. Konrad in Regensburg spielt sie im Symphonischen Blasorchester. Außerdem bei St. Egidius in Schmidmühlen. In Regensburg hat sie einmal in der Woche Probe, vor einem Konzert zweimal. Hauptberuflich studiert sie Soziale Arbeit in Regensburg.

Seit der 1. Klasse spielt sie Querflöte, später kam noch die Piccoloflöte dazu. Die letzten vier Jahre unterrichtet sie auch Schüler. Ihr Hauptarbeitgeber ist die Musikschule Regenstauf. Momentan unterrichtet sie 26 Musikschüler. Für die Zukunft plant sie in der Jugendarbeit zu arbeiten, möchte jedoch zweigleisig mit dem Musikunterricht weiterfahren.

Delikatesse als Lebensgefühl

Über die Weißwurst musste sie sich Einiges anlesen, der Wettbewerbstag ist vollgefüllt: Anreise, Weißwurstessen, Fotoshooting im Glasgarten der Firma Joska. Volles Programm bis zum Wahlabend. Es haben sich Helmut Brunner, der Staatsminister für Ernährung, angekündigt, MdB Alois Rainer und die amtierende bayerische Weißwurstkönigin Ramona I. Worum geht es denn eigentlich bei dem Kampf um die Wurstkrone? „Ich denke, es kommt darauf an, wie man sich präsentiert“, sagt Cornelia.

Man müsse schon interessiert sein, die Traditionen aufrechtzuerhalten, aber vor allem das Lebensgefühl rüberzubringen. „Wie ist es, hier in Bayern zu leben, wie ist es, Traditionen in der Heimat zu pflegen?“, überlegt die Finalistin. Sollte Cornelia Mader gewinnen, wird sie in nächster Zeit den bayerischen Weißwurstbotschafter Albert Fritz auf Empfängen, Messen und Veranstaltungen begleiten. Er hat wie die Gewinnerin einen patriotischen Auftrag und ist im Namen des Fleischerhandwerks unterwegs.

Mehr Nachrichten aus dem Landkreis Regensburg lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht