MyMz
Anzeige

Fällung

Sturm und Alter setzten Bäumen zu

Aus Sicherheitsgründen mussten einige Baumriesen am Karlsteiner Weiher in Regenstauf weichen. Erlen rund um den Weiher sind vom Pilz infiziert.

  • Mit der Fällkerbe gibt Baumpfleger Martin Lautenschlager am Weiherdamm in Karlstein die Richtung vor, in die der mächtige Baum fallen soll. Fotos: Norgall
  • Die alten Baumriesen in Karlstein mussten aus Sicherheitsgründen gefällt werden.
  • Mit der Seilwinde werden die großen Stämme gesichert und in die gewünschte Richtung gezogen.
  • Die Erlen am Karlsteiner Weiher müssen nach und nach alle gefällt werden.Mit dem Kranwagen werden sie aus dem Wasser geborgen.
  • Die schwarzen Flecken auf der Rinde deuten auf den Pilzbefall hin.
  • Die lichten Kronen deuten auf die Erkrankung hin.
  • Der Baumnachwuchs steht in den Startlöchern.

Regenstauf. „Ein bisschen weh tut’s schon, wenn so große Bäume fallen.“ Marktgärtner Richard Kunit und Bauhofleiter Wolfgang Eichinger sind am Dienstagvormittag vor Ort beim Karlsteiner Weiher, als dort die von Sturm und Alter geschwächten Robinien und Kastanien gefällt werden. Der Regenstaufer Bauhof wird vor allem mit den Aufräumarbeiten beschäftigt sein. Das Fällen der etwa 30 Meter hohen Bäume, die direkt an der Straße stehen, hat das auf Baumpfleger spezialisierte Unternehmen von Martin Lautenschlager übernommen.

In dem unwegsamen Gelände ist der Profi mit schwerem Gerät angerückt. Unterhalb des Damms steht die Seilwinde. Mit deren Hilfe werden die Bäume gesichert, dass sie beim Umschneiden nicht auf die Straße stürzen können. Martin Lautenschlager schneidet die Bäume nicht ganz um. Er kerbt sie etwa auf ein Drittel ihres Durchmessers in der Richtung ein, in die sie fallen sollen. Dann folgt, etwas höher oder tiefer angesetzt, ein Einschnitt auf der gegenüberliegenden Seite. Per Funksteuerung setzt Martin Lautenschlager die Seilwinde in Betrieb, die schließlich die Baumriesen umreißt und in die gewünschte Richtung zieht.

Kein Risiko beim Fällen

Baumpflege Lautenschlager ist ein Fachbetrieb, der sich auf die Pflege und Fällung von Großbäumen spezialisiert hat. Doch wie Tina Voderholzer-Lautenschlager erklärt, kann es auch nach jahrelanger Erfahrung noch so manche (unangenehme) Überraschung geben. Hat bei alten Bäumen bereits die Kernfäule eingesetzt, so wie in Karlstein der Fall, dann lässt sich auch bei präzise gesetzten Kerben nicht scher sagen, wohin der Baum schließlich fallen wird. Hier bringt die Seilwinde dann nicht nur arbeitstechnische Erleichterung, sondern sie sorgt auch für Sicherheit.

Viel Lieber als Bäume zu fällen, würde Martin Lautenschlager sie pflegen. Doch die Sicherheit geht vor. So baut er zusammen mit Mitarbeitern des Bauhofs gleich eine Bank ab, die am gegenüberliegenden Weiherufer, unterhalb des Wirtshaus-Parkplatzes, aufgestellt war. Die Bank stand im Schatten mehrere Erlen. Sowohl ein Blick in die lichten Baumkronen als auch auf die Rinde, die an vielen Stellen mit schwarzen Flecken überzogen ist, macht deutlich: Diese Bäume sind von Phytophthora befallen. Hat der Pilz einmal einen Baum befallen, stirbt dieser ab. Große Äste vertrocknen und könnten herabbrechen – kein idealer Platz für eine Ruhebank. Am Karlsteiner Weiher, ist Lautenschlager überzeugt, wird er in nächster Zeit öfter zu tun haben. Rund um den Weiher stehen Erlen – und sie alle wird der Pilz nach und nach schädigen.

Natürliche Verjüngung angestrebt

Für die gefällten Bäume setzt der Markt auf natürliche Verjüngung. Während Martin Lautenschlager eine alten Kastanien fällt, achtet er auf einen jungen Ahornsprössling direkt daneben. Der kann jetzt, ohne Konkurrenz und mit viel Licht, zu einem kräftigen Baum heranzuwachsen. Auch wenn aktuell Erlen am Weiher alle vom Pilz bedroht sind, sieht Lautenschlager an dem Standort eine mögliche Zukunft für die Art: „Es kann sein, dass der natürliche Nachwuchs später resistent gegen den Pilz ist.“

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht