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Stromtrassen

SüdOstLink: Bürgermeister protestierten

Sie fordern eine echte, nachhaltige und dezentrale Energiewende, statt einer flächenzerstörenden Stromautobahn.
Von Josef Eder

Politiker unterzeichnen das Protestschreiben. Foto: Resi Beiderbeck
Politiker unterzeichnen das Protestschreiben. Foto: Resi Beiderbeck

Brennberg.„Es gibt keinen besseren oder schlechteren Trassenverlauf – es gibt nur eine überflüssige Leitung!“ So steht es in einem Protestschreiben, das zehn Bürgermeister – zumeist aus dem südlichen und östlichen Landkreis – am Freitag im Himmeltal, Gemeinde Brennberg, unterzeichneten. Sie protestieren gegen den Bau des SüdOstLinks durch ihre Heimat.

Die Gemeindechefs von Aufhausen, Altenthann, Alteglofsheim, Brennberg, Donaustauf, Kallmünz, Mintraching, Sünching, Riekofen und Holzheim wurden bei ihrer gemeinsamen Erklärung von Kreis- und Landespolitikern unterstützt. Drei weitere Unterschriften von Bürgermeistern sollen am Wochenende hinzukommen, heißt es in einer Mitteilung aus dem Büro des Landtagsabgeordneten Tobias Gotthardt. Applaus für das kurzfristig einberufene Treffen der Bürgermeister gab es von mehreren Bürgerinitiativen, die mit Bannern, Transparenten und gelb-roten Trassenkreuzen an dem Treffen der Bürgermeister teilgenommen hatten. In ihrer „Blümlberger Erklärung“ fordern die Rathauschefs parteiübergreifend eine echte, nachhaltige und dezentrale Energiewende, statt einer flächenzerstörenden Stromautobahn. Adressaten der Resolution gegen die Stromtrasse SüdOstLink sollen Wirtschaftsminister Peter Altmaier, die Bundesregierung sowie der Bundestag sein.

„Diese Trasse braucht kein Mensch, sie ist ein kompletter Schnellschuss.“

Jürgen Sommer, Bürgermeister Donaustauf

Für die Brennberger Bürgermeisterin Irmgard Sauerer (FW) war das Treffen ein wichtiger Schritt, „um uns im Landkreis nun solidarisch gegen diesen Trassenwahnsinn zu stemmen und gemeinsam nachhaltige Lösungen aufzuzeigen“. Der Ort der Unterzeichnung sei bewusst gewählt, um den „Irrsinn“ und das Ausmaß der geplanten Trasse vor Augen zu führen, sagte die Rathauschefin. Donaustaufs Bürgermeister Jürgen Sommer (SPD) forderte ein deutliches politisches Signal gegen die Trasse. „Diese Trasse braucht kein Mensch, sie ist ein kompletter Schnellschuss.“ Der Trassengipfel der Bürgermeister in Brennberg gebe ihm aber neuen Mut: „Das wir von gestern auf heute zehn Bürgermeister an einem Tisch bringen und die Erklärung unterzeichnen konnten, freut mich riesig.“

Sein Bürgermeisterkollege Harald Herrmann (FW) aus Altenthann pflichtet dem bei: „Das war erst der Anfang.“ Er kündigte weitere Schritte und Initiativen an: „Nun wollen wir als nächstes Ziel den Protest gegen diese Wahnsinns-Trasse auf die gesamte Oberpfalz ausweiten.“

Der Abgeordnete Tobias Gotthardt (FW), der auch die Erklärung selbst ursprünglich angestoßen hatte, betonte, dass das Papier nicht nur ein klares Nein zur Trasse sei, sondern gleichzeitig ein Bekenntnis zu einer „echten Energiewende mit klaren Forderungen an Land und Bund“.

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